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Ethereum und Bitcoin stehen im Zentrum eines Pressespiegels, der weit über Kursbewegungen hinausreicht: Während Ethereum und Base bei Wallet-Standards getrennte Wege gehen, verlagern Bitcoin-Miner ihre Rechenleistung in die KI-Infrastruktur. Zugleich sorgen Sicherheitsvorwürfe bei Solana, der Einsatz von Ethereum-Smart-Contracts durch Malware und die Erwartungen an die US-Geldpolitik für zusätzliche Brisanz.
Ethereum, Bitcoin und Blockchain im Pressespiegel
Ethereum und Base beenden Pläne für gemeinsamen Wallet-Standard
Die von Coinbase entwickelte Layer-2-Blockchain Base und Ethereum werden laut BTC-ECHO keinen gemeinsamen Wallet-Standard umsetzen. Die Entwickler beendeten ihre Zusammenarbeit und verfolgen künftig unterschiedliche technische Lösungen.
Im Mittelpunkt standen die Vorschläge EIP-8141 und EIP-8130. Beide Modelle sollten die Nutzung von Krypto-Wallets vereinfachen, unter anderem durch die Möglichkeit, Transaktionsgebühren ohne ETH-Bestand zu bezahlen und Passkeys auf dem Smartphone zur Authentifizierung einzusetzen.
Ethereum legte dem Bericht zufolge besonderen Wert auf Zensurresistenz, Datenschutz und die langfristige Offenheit des Systems. Der dafür vorgesehene Ansatz sollte Transaktionen in mehrere programmierbare Abschnitte zerlegen.
Base priorisierte dagegen eine vorhersehbare Verarbeitung von Transaktionen sowie regulatorische Anforderungen. Das Modell sollte stärker standardisiert sein und eine klare Trennung zwischen Authentifizierung und Kontoverwaltung vorsehen.
Für Nutzer dürften die technischen Unterschiede zunächst nur begrenzt sichtbar sein. Größer sind die Folgen für Wallet-Anbieter, die künftig zwei unterschiedliche Transaktionsmodelle unterstützen müssten, wenn sie sowohl Ethereum als auch Base anbieten wollen.
„Ethereum und Base setzen unterschiedliche Prioritäten“ – BTC-ECHO
Zusammenfassung: Ethereum und Base verzichten auf einen gemeinsamen Wallet-Standard. Die unterschiedlichen Schwerpunkte liegen bei Offenheit und Flexibilität auf der einen sowie Vorhersehbarkeit und regulatorischen Anforderungen auf der anderen Seite.
Charles Hoskinson diskutiert Blockchain, KI und Rechenzentren
Der Aktionär berichtet über eine neue Folge des Podcasts „deeptech INSIGHTS“ mit Charles Hoskinson. Der Mitentwickler von Ethereum, Gründer von Cardano und Midnight sowie CEO und Gründer der Input Output Group spricht über die Entwicklung von Blockchain, Krypto und Künstlicher Intelligenz.
Die Input Output Group steht hinter der Cardano-Blockchain und der Privacy-Chain Midnight. Das Mainnet von Midnight ist im März 2026 gestartet.
Hoskinson verließ Ethereum 2014 nach einem Streit über die künftige Ausrichtung des Projekts. Dabei ging es insbesondere um die Frage, ob Ethereum als For-Profit- oder Non-Profit-Projekt organisiert werden sollte.
Mit Cardano verfolgt Hoskinson laut dem Bericht einen wissenschaftlich geprägten Ansatz. Peer-Reviews in der Kryptografie und formale Verifikation gehören zur erklärten Produktstrategie des Blockchain-Projekts.
Im Gespräch wird der Bärenmarkt als wiederkehrende Phase im Kryptosektor eingeordnet. Nach dieser Übergangsphase folge häufig eine neue Generation von Blockchain-Projekten und Anwendungen.
Weitere Themen sind der Vergleich zwischen Google und JPMorgan bei digitalen Zahlungserfahrungen sowie das Verhältnis von Krypto und Künstlicher Intelligenz. Hoskinson erörtert außerdem, ob der Boom bei Rechenzentren an seine Grenzen stößt und weshalb eine größere wirtschaftliche Vielfalt nötig sein könnte, um einer möglichen „KI-Depression“ entgegenzuwirken.
„deeptech INSIGHTS“ erscheint immer mittwochs auf Amazon Music, Apple Podcasts, Spotify, YouTube und weiteren Podcast-Plattformen.
Zusammenfassung: Im Mittelpunkt der Podcast-Folge stehen die Zukunft von Blockchain und Krypto, wiederkehrende Bärenmärkte sowie die wirtschaftlichen Folgen des KI- und Rechenzentrumsbooms.
Bitcoin-Miner verlagern Rechenleistung in KI-Infrastruktur
Investing.com Deutsch berichtet, dass börsennotierte Bitcoin-Miner im ersten Halbjahr 2026 rund 56 EH/s an Rechenleistung abgeschaltet haben. Das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent, während das Gesamtnetzwerk um etwa 10 Prozent zurückging.
Die Rechenleistung wird zunehmend für künstliche Intelligenz eingesetzt. Als Grund nennt der Bericht die höheren wirtschaftlichen Erträge von KI-Infrastruktur gegenüber Bitcoin-Mining.
| Bereich | Wert aus der Quelle |
|---|---|
| Gewinn pro Megawatt und Jahr bei KI-Infrastruktur | rund 1,5 Mio. Dollar |
| Gewinn pro Megawatt und Jahr beim Mining | rund 500.000 Dollar |
| Umsatz pro verbrauchter Megawattstunde bei KI-Cloud-Diensten | rund 941 Dollar |
| Umsatz pro verbrauchter Megawattstunde beim modernsten Antminer S23 Hyd. | 179 Dollar |
Der Umsatzunterschied beträgt dem Bericht zufolge das Fünffache, beim Gewinn liegt der Unterschied beim Dreifachen. Die höheren Kosten der KI-Infrastruktur für Grafikprozessoren, Kühlung und Personal erklären, weshalb sich Umsatz und Gewinn unterschiedlich entwickeln.
HPC-Hosting bietet zudem mehrjährige Verträge mit planbaren Einnahmen. Mining-Erlöse hängen dagegen vom Bitcoin-Kurs, dem Schwierigkeitsgrad und den Gebühren ab.
- Core Scientific zahlte fast 42 Mio. Dollar Vertragsstrafe, um vorzeitig aus einem Vertrag über 15 EH/s auszusteigen.
- Keel, früher Bitfarms, stellte das Mining im Juni komplett ein.
- IREN will bis Ende 2026 aus dem Mining aussteigen.
- Cipher könnte möglicherweise bis Ende 2027 aussteigen.
- TeraWulf fährt seine verbliebenen rund 145 MW Mining-Kapazität herunter.
- Mehrere Betreiber unterzeichneten KI-Datacenter-Verträge mit über 15 Jahren Laufzeit.
Laut CoinShares sind weitere 35 EH/s fest zum Ausstieg zugesagt. Das entspricht etwa 4,7 Prozent des Gesamtnetzwerks von rund 750 EH/s. Zusammen mit den bereits abgeschalteten 56 EH/s wandert damit annähernd ein Zehntel der weltweiten Bitcoin-Rechenleistung dauerhaft in andere Geschäftsmodelle.
Zusammenfassung: Bitcoin-Mining verliert Rechenleistung an KI-Infrastruktur. Langfristige Verträge und Vertragsstrafen können verhindern, dass diese Kapazitäten bei steigenden Bitcoin-Kursen schnell zurückkehren.
Vorwürfe gegen Solana-Validatoren wegen privater Transaktionsdaten
Eine Untersuchung des Sicherheitsforschers Andrei Vacariu von Corvus Labs erhebt laut Investing.com Deutsch Vorwürfe gegen Teile der Solana-Infrastruktur. Validatoren sollen gegen Bezahlung Einblick in Transaktionen gewähren, bevor diese ausgeführt werden.
Everstake, einer der größeren Solana-Validatoren mit rund 7,4 Mio. delegierten SOL, soll über seinen Dienst Blockspace einen privaten Datenfeed ausstehender Trades für 4.000 Dollar im Monat anbieten. Validatoren sollen außerdem ab 10 SOL, also rund 1.000 Dollar monatlich, dafür bezahlt werden, ihren Datenverkehr zu spiegeln.
Kunden könnten dadurch Aufträge vorwegnehmen oder mit sogenannten Sandwich-Angriffen umschließen. Für gewöhnliche Nutzer sei laut Vacariu nicht erkennbar, ob sie betroffen sind; ein Ausstieg sei nicht möglich.
Solana verfügt bewusst über keinen öffentlichen Mempool. Transaktionen werden direkt an den nächsten Block-Produzenten übermittelt, statt zunächst in einer für alle einsehbaren Warteschlange zu landen. Dieses Design sollte eigentlich Vorteilsnahme verhindern.
Everstake weist die Darstellung zurück. Das Unternehmen erklärte, es setze „Filtermechanismen ein, um genau diese Art von Aktivität zu verhindern“, und ermutige weder zu Front-Running noch zu Sandwich-Angriffen.
Die Vorwürfe sind laut dem Bericht bislang nicht gerichtlich oder aufsichtsrechtlich geprüft.
Zusammenfassung: Sicherheitsforscher werfen Teilen der Solana-Infrastruktur den Verkauf privater Transaktionsdaten vor. Everstake bestreitet die Vorwürfe; eine gerichtliche oder aufsichtsrechtliche Prüfung liegt bislang nicht vor.
Ethereum-Smart-Contracts dienen als Steuerzentrale für Malware
Sicherheitsforscher von Elastic Security Labs haben laut Investing.com Deutsch eine Schadsoftware analysiert, die Ethereum-Smart-Contracts als Steuerzentrale nutzt. Dadurch können die Betreiber die Adresse von Kontrollservern ändern, ohne die Malware auf den infizierten Rechnern zu aktualisieren.
Bei herkömmlicher Malware verweist die Schadsoftware auf einen Kontrollserver. Wird dieser Server abgeschaltet, verliert die installierte Software ihre Verbindung. In dem beschriebenen Fall stehen die Adressen der Kontrollserver und Schadcode-Dateien in einem Smart Contract auf der Ethereum-Blockchain.
Die Betreiber können den gespeicherten Wert bei Bedarf ändern. Die Malware auf den Opfer-Rechnern bleibt unverändert und findet dennoch die neue Adresse.
Drei solcher Verträge wurden identifiziert. Der jüngste war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch aktiv.
Elastic verfolgt die Kampagne seit Mai 2025 und zählte 1.515 infizierte Systeme. 98,75 Prozent davon befanden sich in Brasilien. Die Angriffe zielten über gefälschte Bankbelege und Rechnungen auf Zugangsdaten.
- Als Köder dienten Namen brasilianischer Institute wie Banco do Brasil, Caixa, Bradesco und Santander.
- Der Smart-Contract-Einsatz begann im Mai 2026.
- Die Software installiert manipulierte Chrome- und Edge-Erweiterungen.
- Die Erweiterungen greifen Sitzungsdaten und Cookies ab.
Die Forscher nannten das Schadprogramm KREMLIN, nach dem Online-Pseudonym des Entwicklers. Elastic betont, keinerlei Hinweise auf eine russische Verbindung gefunden zu haben.
Der Bericht stellt ausdrücklich klar, dass keine Sicherheitslücke in Ethereum ausgenutzt wird. Die Angreifer verwenden vielmehr öffentlich lesbare und nicht löschbare Daten auf der Blockchain als Teil ihrer Infrastruktur.
Zusammenfassung: Ethereum-Smart-Contracts wurden als dauerhaft verfügbare Steuerzentrale für Malware eingesetzt. Der Fall zeigt, dass die Nichtlöschbarkeit von Blockchain-Daten sowohl legitime Anwendungen als auch kriminelle Infrastrukturen unterstützen kann.
Ethereum zwischen Kursrückgang, Wal-Käufen und Zinsentscheidung
FinanzNachrichten.de berichtet, dass Ethereum am Dienstag um rund 5 Prozent auf 2.400 Dollar gefallen ist. Gleichzeitig kauften große Wallets innerhalb einer Woche rund 200.000 ETH.
Ethereum startete laut Yahoo Finance am Mittwoch bei 2.397,64 Dollar in den Handel. Das waren 4,6 Prozent weniger als am Vortag. Bis zum Morgen an der US-Ostküste erholte sich der Kurs auf 2.404 Dollar.
Als Auslöser für den Rückgang nennt der Bericht das Scheitern des CLARITY Act im US-Senat, der die erforderlichen 60 Stimmen verfehlte. In fünf Tagen flossen mehr Coins von den Börsen ab als zu; die Reserven sanken um 159.000 ETH.
| Beobachtung | Wert aus der Quelle |
|---|---|
| Käufe großer Wallets mit 10.000 bis 100.000 ETH innerhalb einer Woche | rund 200.000 ETH |
| Abgaben kleinerer Adressen | etwa 192.000 ETH |
| Zuflüsse in US-Spot-ETFs am Montag | 121 Millionen Dollar |
| Zuflüsse in US-Spot-ETFs am Freitag | 216,4 Millionen Dollar |
| Liquidationen an einem Tag | rund 220 Millionen Dollar |
Ethereum verlor die Marke von 2.431 Dollar, hielt aber die 50-Tage-Linie bei rund 2.270 Dollar. Als Widerstände nennt der Bericht 2.544, 2.626 und 2.786 Dollar.
Während Kleinanleger ETH abgaben, kauften große Wallets zu. Der Bericht beschreibt diese gegenläufigen Bewegungen als Auseinandersetzung zwischen kurzfristiger Unsicherheit und einer möglichen langfristigen Einschätzung der Netzwerkstärke.
FinanzNachrichten.de berichtet außerdem über das Projekt Pepeto. Der Presale-Token koste derzeit 0,000000188 Dollar, während die Käufe 10,38 Millionen Dollar erreicht hätten. Ein Sicherheitsscanner prüfe Token mit 42 Tests; auf PepetoSwap fielen laut dem Artikel keine Swap-Gebühren an, Nutzer zahlten lediglich die Netzwerkgebühr.
Der Bericht nennt für Pepeto ein von Analysten gesehenes mögliches Potenzial bis zum 100-Fachen nach dem Listing. Diese Angaben stammen aus dem werblichen Teil des Beitrags.
Zusammenfassung: Ethereum bewegte sich zwischen einem Rückgang auf 2.400 Dollar, Käufen großer Wallets und ETF-Zuflüssen. Die genannten technischen Marken liegen bei rund 2.270 Dollar als 50-Tage-Linie sowie 2.544, 2.626 und 2.786 Dollar als Widerstände.
Bitcoin schwächelt vor Zinsentscheidung, Ethereum steigt über 2.600 Dollar
Finanzen.net berichtet im Format „Coin Tuesday“ über die Entwicklung von Bitcoin und Ethereum vor einer Zinsentscheidung. Bitcoin zeigte sich dem Titel zufolge schwächer, während Ethereum nach Inflationsdaten über 2.600 Dollar sprang.
Der Beitrag stellt die Kursbewegungen in den Zusammenhang mit den Erwartungen an die Geldpolitik und den veröffentlichten Inflationsdaten. Weitere konkrete Angaben zur Kursentwicklung oder zu den Inflationsdaten sind im bereitgestellten Inhalt nicht nutzbar.
Zusammenfassung: Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die unterschiedliche Entwicklung von Bitcoin und Ethereum sowie der Einfluss von Inflationsdaten und der bevorstehenden Zinsentscheidung.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Bedeutung der Nachricht liegt in der zunehmenden Fragmentierung und Professionalisierung des Kryptosektors. Unterschiedliche Wallet-Standards erhöhen zwar zunächst die technische Komplexität, spiegeln aber einen grundlegenden Zielkonflikt zwischen Dezentralisierung, Datenschutz, Regulierung und planbarer Infrastruktur wider.
Besonders relevant ist die Verlagerung von Bitcoin-Rechenleistung in KI-Infrastruktur: Sie zeigt, dass Mining-Kapazitäten zunehmend nach wirtschaftlicher Effizienz statt nach ideologischer Bindung an Bitcoin eingesetzt werden. Das kann die Widerstandsfähigkeit des Mining-Marktes verändern und den Wettbewerb um Energie und Rechenzentren weiter verschärfen.
Die Vorwürfe gegen Solana-Validatoren sowie der Einsatz von Ethereum-Smart-Contracts durch Malware verdeutlichen zugleich, dass Transparenz und Unveränderlichkeit keine Sicherheitsgarantie darstellen. Ohne wirksame Kontrollen können dieselben Eigenschaften sowohl Innovation als auch Marktmissbrauch und kriminelle Infrastruktur erleichtern.
Kurzfazit: Die Entwicklungen unterstreichen, dass die nächste Reifephase der Blockchainbranche weniger von Versprechen als von belastbarer Governance, Sicherheitsstandards, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und regulatorischer Klarheit abhängen wird.
Quellen:
- Wallet-Pläne gescheitert: Ethereum und Base konnten sich nicht einigen
- Ethereum-Mitentwickler Hoskinson: Platzt der KI-Rechenzentrumsboom?
- Bitcoin, Ethereum, Solana: Diese Malware ist jetzt unzerstörbar
- Ethereum Prognose am 16. September nach dem Rutsch auf 2.400 Dollar, warum Wale trotzdem kaufen
- Bitcoin schwächelt vor der Zinsentscheidung, Ethereum springt nach Inflationsdaten über 2.600 Dollar
- Wie gesund ist das Ethereum-Netzwerk?
















