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Zwischen Sicherheitslücken bei Hardware-Wallets, ehrlicher Selbstverwahrungs-Kritik und spektakulären Bitcoin-Prognosen zeigt der aktuelle Pressespiegel, wie eng technische Verantwortung, institutionelle Nachfrage und das nächste Halving miteinander verbunden sind. Die Beiträge beleuchten Chancen und Risiken für Anleger – von Multisig-Setups bis zu Kurszielen von 300.000 bis 1,5 Millionen US-Dollar.
Bitcoin-Selbstverwahrung: Multisig soll Risiken einzelner Hardware-Wallets reduzieren
Der Coldcard-Vorfall hat laut Blocktrainer gezeigt, welche Risiken entstehen können, wenn Bitcoin-Besitzer vollständig von einem Gerät oder Hersteller abhängig sind. Wegen eines Fehlers bei der Erzeugung der Seedphrase verfügten betroffene Mk2- und Mk3-Modelle laut Hersteller nur über einen effektiven Suchraum von rund 40 Bit; bei Mk4, Mk5 und Q waren es etwa 72 statt der vorgesehenen 128 Bit.
Nach Darstellung von Blocktrainer konnten Angreifer dadurch selbstverwahrte Wallets durch wiederholtes Ausprobieren leeren. Circa 1.600 BTC im Wert von über 100 Millionen US-Dollar seien auf diese Weise gestohlen worden. Nutzer, die eine sichere Passphrase, zusätzliche Entropie oder ein diversifiziertes Multisig-Setup eingesetzt hatten, blieben demnach verschont.
Bei einer 2-von-3-Multisig-Wallet werden drei unabhängige Schlüssel verwendet, von denen zwei für eine Transaktion erforderlich sind. Ein kompromittierter Seed reicht damit nicht aus, um die Wallet allein zu leeren, sofern die Schlüssel verschiedener Hersteller eingesetzt werden.
Blocktrainer beschreibt 2 von 3 für private Cold-Storage-Bestände als möglichen Kompromiss zwischen Sicherheit, Redundanz und Bedienbarkeit. Der Verlust eines einzelnen Schlüssels führt nicht direkt zum Verlust der Bitcoin, zugleich steigen jedoch Aufwand, Transaktionsgröße, Gebühren und die Gefahr eines Fehlers beim Backup.
Für die Einrichtung empfiehlt der Artikel Sparrow Wallet sowie drei bereits eingerichtete Hardware-Wallets: BitBox02, Blockstream Jade und Foundation Passport. Vorgesehen ist eine 2-von-3-Multisig mit Native SegWit (P2WSH); die drei Seeds sollen unabhängig voneinander erzeugt sein.
Die Einrichtung umfasst unter anderem die Auswahl von Multi Signature, Native SegWit (P2WSH) und 2 / 3 in Sparrow. Als standardmäßiger BIP-48-Ableitungspfad wird m/48'/0'/0'/2' genannt, der nicht ohne konkreten Grund verändert werden sollte.
Nach dem Import der drei Cosigner sollen Nutzer unterschiedliche Master-Fingerprints und xpubs sowie die vorgesehenen Ableitungspfade prüfen. Die Seed-Wörter dürfen laut Blocktrainer niemals in Sparrow eingegeben werden.
Eine zentrale Rolle spielt der Output Descriptor. Er enthält die öffentlichen Schlüssel aller Cosigner, den Skripttyp, die Ableitungspfade und die 2-von-3-Regel. Für die Wiederherstellung reichen die Seed-Wörter allein nicht aus; erforderlich sind mindestens 2 Seeds oder 2 funktionierende Signer sowie der vollständige Descriptor.
Vor größeren Einzahlungen empfiehlt Blocktrainer, Empfang, Ausgabe und Wiederherstellung mit einem kleinen Betrag zu testen. Eine Testtransaktion soll mit zwei Hardware-Wallets signiert werden; anschließend kann auch eine andere Kombination wie A und C geprüft werden.
- Vorteil: Der Verlust eines einzelnen Schlüssels führt nicht direkt zum Verlust der Bitcoin.
- Vorteil: Ein kompromittierter Seed reicht bei 2 von 3 nicht zur Freigabe einer Transaktion.
- Risiko: Mehr Geräte, Backups, Formate und Lagerorte erhöhen die Komplexität.
- Risiko: Multisig-Transaktionen sind größer und verursachen entsprechend höhere Netzwerkgebühren.
- Risiko: Ein fehlender Descriptor kann die Wiederherstellung erschweren, selbst wenn zwei Seeds vorhanden sind.
Zusammenfassung: Blocktrainer sieht Multisig als Möglichkeit, die Abhängigkeit von einem einzelnen Gerät oder Hersteller zu verringern. Der Sicherheitsgewinn setzt jedoch unabhängige Geräte, getrennte Lagerorte, geprüfte Adressen und einen getesteten Wiederherstellungsplan voraus.
FAZ: Selbstverwahrung verlangt Zeit, Kompetenz oder Geld
Die FAZ ordnet den Coldcard-Hack nicht als klassischen Angriff auf Bitcoin ein. Nach Darstellung der Zeitung wurde weder ein Server angegriffen noch eine Phishing-Mail verschickt oder ein Passwort abgefangen; das Problem lag vielmehr tiefer in der technischen Grundlage der Selbstverwahrung.
Wer Bitcoin selbst verwahren möchte, übernimmt laut FAZ die vollständige Verantwortung für die Sicherheit. Dazu gehörten unter anderem das Verständnis von Firmware-Versionen, die Bewertung von Zufallsgeneratoren, die Kenntnis möglicher Angriffswege und die dauerhafte Beobachtung von Sicherheitshinweisen.
Sicherheit kostet entweder Zeit und Kompetenz oder Geld.
Die FAZ beschreibt darin ein grundlegendes Spannungsfeld: Je mehr Kontrolle ein Nutzer über sein Geld ausüben möchte, desto mehr Wissen benötigt er. Wer den zugrunde liegenden Code nicht beurteilen könne, besitze nach dieser Darstellung möglicherweise keine tatsächliche Kontrolle, sondern nur eine Illusion davon.
Der Wert der Coldcard habe deshalb nicht allein in der Hardware gelegen, sondern im Versprechen, das Sicherheitsdilemma für den Nutzer zu lösen. Der Vorfall habe diese Erwartung erschüttert und die Frage aufgeworfen, ob Bitcoin-Besitzer zu regulierten Plattformen, Verwahrern oder Bitcoin-ETFs zurückkehren könnten.
Als mögliche langfristige Wirkung nennt die FAZ einen Vertrauensverlust in das Argument, dass Bitcoin sicher sei. Dabei gehe es nicht nur um den Verlust von 89 Millionen Dollar, sondern um die grundsätzliche Überzeugung, dass Nutzer ihre Bitcoin ohne zentrale Verwahrung sicher kontrollieren können.
Zusammenfassung: Die FAZ stellt den Coldcard-Vorfall als Problem der Selbstverantwortung dar. Selbstverwahrung setzt nach ihrer Einordnung entweder erhebliche technische Kompetenz und Zeit oder die Bezahlung spezialisierter Sicherheitsdienstleistungen voraus.
Bitcoin-Prognosen für 2030 reichen von 300.000 bis 1,5 Millionen US-Dollar
WEB.DE berichtet über die zunehmende Diskussion an der Wall Street, ob Bitcoin bis 2030 einen Wert von einer Million US-Dollar erreichen könnte. Neben Krypto-Anhängern befassen sich demnach auch Banken und Vermögensverwalter mit der Frage, wie sich ein begrenztes Angebot bei steigender Nachfrage auswirken könnte.
ARK Invest hat laut WEB.DE drei Szenarien für 2030 berechnet. Im pessimistischsten Szenario könnte Bitcoin bei rund 300.000 US-Dollar stehen, das Basisszenario sieht 710.000 Dollar vor und im Best-Case sind 1,5 Millionen Dollar möglich.
Für das optimistische Szenario müssten vor allem Vermögensverwalter, Unternehmen und möglicherweise auch Staaten deutlich stärker in Bitcoin investieren. Standard Chartered ist vorsichtiger, hält bis 2030 aber einen Kurs von rund 500.000 Dollar für möglich.
| Quelle beziehungsweise Szenario | Prognose für 2030 |
|---|---|
| ARK Invest, pessimistischstes Szenario | rund 300.000 US-Dollar |
| ARK Invest, Basisszenario | 710.000 Dollar |
| ARK Invest, Best-Case | 1,5 Millionen Dollar |
| Standard Chartered | rund 500.000 Dollar |
Als möglichen Nachfragetreiber nennt Standard Chartered börsengehandelte Bitcoin-Fonds. Seit der Zulassung der US-Spot-ETFs können Anleger über klassische Wertpapierdepots investieren, ohne die Kryptowährung selbst verwahren zu müssen.
BlackRock-Chef Larry Fink bezeichnet Bitcoin inzwischen als ein „internationales Asset“. Die Prognosen stützen sich laut WEB.DE vor allem auf die Knappheit des Angebots: Mehr als 21 Millionen Bitcoin wird es nie geben.
Die Rechnung ist jedoch von mehreren Annahmen abhängig. Pensionsfonds und Versicherungen könnten Bitcoin wegen der starken Schwankungen weiterhin meiden, während strengere Regeln den Zugang für Banken und andere Großanleger erschweren könnten.
JPMorgan-Chef Jamie Dimon zählt laut WEB.DE zu den bekannten Kritikern und bezeichnete Bitcoin bereits als weitgehend wertlos. Dass JPMorgan dennoch Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte anbietet, wird damit erklärt, dass die Bank die Nachfrage ihrer Kunden bedient.
Der Ökonom Kenneth Rogoff warnt dem Bericht zufolge vor einfachen Vergleichen mit Gold. Bitcoin fehle die lange Geschichte als Wertaufbewahrungsmittel und müsse sich in größeren Krisen erst noch beweisen. Bei wachsender Unsicherheit habe Bitcoin bislang nicht automatisch wie ein sicherer Hafen reagiert.
Zusammenfassung: Die genannten Bitcoin-Prognosen für 2030 bewegen sich zwischen rund 300.000 US-Dollar und 1,5 Millionen Dollar. WEB.DE betont zugleich, dass diese Kursziele eine anhaltend starke institutionelle Nachfrage voraussetzen und nicht seriös beantwortet werden könne, ob Bitcoin tatsächlich 300.000, 500.000 oder mehr als eine Million US-Dollar erreicht.
Bitcoin-Halving 2028 soll Block-Reward auf 1,5625 BTC senken
Die WirtschaftsWoche richtet den Blick auf das nächste Bitcoin-Halving, das voraussichtlich im Frühjahr 2028 stattfinden soll. Der genaue Zeitpunkt bleibt eine Schätzung, weil die tatsächliche Blockzeit aufgrund der Zufälligkeit des Minings und der variablen Hashrate von der vorgesehenen zehnminütigen Blockzeit abweichen kann.
Das fünfte Halving seit der Entstehung von Bitcoin soll bei Block-Höhe 1.050.000 stattfinden. Dabei wird die Block-Reward von 3,125 auf 1,5625 Bitcoin pro validiertem Block reduziert.
| Eckdaten | Angabe |
|---|---|
| Voraussichtlicher Zeitpunkt | Frühjahr 2028 |
| Halving seit Entstehung des Bitcoins | Fünftes Halving |
| Block-Höhe | 1.050.000 |
| Bisherige Block-Reward | 3,125 Bitcoin |
| Block-Reward nach dem Halving | 1,5625 Bitcoin |
Ein Halving findet laut WirtschaftsWoche nach der Entstehung von 210.000 neuen Bitcoin-Blöcken statt und wiederholt sich in regelmäßigen Abständen von etwa vier Jahren. Die Halbierung der Belohnung ist im Code fest verankert.
Das letzte Bitcoin-Halving fand am 20. April 2024 um 2:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Damals wurde die Block-Reward von 6,25 Bitcoin auf 3,125 Bitcoin pro geschürftem Block halbiert.
Die WirtschaftsWoche nennt als maximal mögliche Gesamtmenge 20.999.999,97690000 Bitcoin. Bislang seien rund 20.070.000 Bitcoin geschürft worden, Stand 6. August 2026. Der letzte Bitcoin werde nach diesem System erst um das Jahr 2140 geschürft.
Mit dem Halving wächst das handelbare Angebot langsamer. Bei gleichzeitig steigender Nachfrage kann dies zu einem Angebotsmangel führen und den Preis erhöhen. Die geringere Belohnung kann jedoch auch die Anreize für Miner reduzieren, was eine Verringerung der Netzwerkaktivität und der Hash Rate zur Folge haben kann.
Genaue Prognosen zur Kursentwicklung nach dem Halving im Frühjahr 2028 seien laut WirtschaftsWoche nicht seriös zu benennen. Die Zeitung verweist allerdings auf langfristige Kursanstiege nach den vergangenen Halvings.
| Halving | Datum | Reward vor dem Halving | Reward nach dem Halving | Kursangabe |
|---|---|---|---|---|
| Erstes Halving | 28. November 2012 | 50 BTC | 25 BTC | 12,35 Dollar zum Zeitpunkt des Halvings |
| Zweites Halving | 9. Juli 2016 | 25 BTC | 12,5 BTC | 650,63 Dollar zum Zeitpunkt des Halvings |
| Drittes Halving | 11. Mai 2020 | 69.420 Dollar am 10. November 2021 | ||
| Viertes Halving | 20. April 2024 | 6,25 Bitcoin | 3,125 Bitcoin | 126.296 Dollar am 5. Oktober 2025 |
Für Miner bedeutet die Halbierung der Block-Reward zunächst geringere Einnahmen. Einige könnten aus dem Markt ausscheiden, während andere effizienter arbeiten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Nach dem letzten Bitcoin-Halving um das Jahr 2140 sollen keine neuen BTC mehr entstehen. Miner würden dann weiterhin Transaktionen validieren und bestätigen und dafür ausschließlich Gebühren für Bitcoin-Transaktionen erhalten.
Zusammenfassung: Das für das Frühjahr 2028 erwartete Halving soll die Block-Reward auf 1,5625 BTC senken. Die WirtschaftsWoche sieht mögliche Auswirkungen auf Angebot, Nachfrage, Kurs und Mining, betont aber, dass eine genaue Kursprognose für die Zeit danach nicht seriös möglich ist.
Standard Chartered hält laut Finanzen.net an Bitcoin-Ziel von 100.000 Dollar fest
Finanzen.net berichtet, dass Standard Chartered trotz eines Bärenmarktes an einem Bitcoin-Ziel von 100.000 Dollar festhält. Die Meldung stellt damit eine kurzfristige Einschätzung der britischen Großbank in den Mittelpunkt.
Im zugrunde liegenden Bericht wird die Position von Standard Chartered als Fortführung des 100.000-Dollar-Ziels beschrieben. Weitere nutzbare Angaben zur Begründung dieser Einschätzung enthält der übermittelte Quelltext nicht.
Zusammenfassung: Nach Finanzen.net hält Standard Chartered an einem Bitcoin-Kursziel von 100.000 Dollar fest.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Konsequenz ist eine Neubewertung des Sicherheitsversprechens: Selbstverwahrung bietet nur dann einen belastbaren Vorteil, wenn technische Unabhängigkeit, Backups und Wiederherstellung tatsächlich beherrscht werden. Multisig reduziert das Risiko eines einzelnen kompromittierten Geräts, erhöht aber die organisatorische Fehleranfälligkeit. Für größere Bestände ist dieser Mehraufwand vertretbar; für weniger erfahrene Nutzer kann eine falsch eingerichtete Multisig jedoch gefährlicher sein als eine bewusst gewählte professionelle Verwahrung.
Die hohen Kursziele bis 2030 und der Angebotsdruck durch das Halving bleiben zudem Szenarien, keine verlässlichen Erwartungen. Entscheidend ist daher weniger die maximale Preisprognose als die Frage, ob institutionelle Nachfrage, regulatorische Zugänglichkeit und das Vertrauen in die Infrastruktur dauerhaft zusammenwirken.
Infobox: Der Vorfall stärkt den Bedarf an diversifizierter Verwahrung, relativiert aber zugleich die Vorstellung, Selbstverwahrung sei ohne technisches Wissen automatisch sicher. Preisprognosen und Halving-Effekte rechtfertigen keine einseitigen Anlageentscheidungen.
Quellen:
- Bitcoin-Selbstverwahrung noch sicherer: Anleitung für Multisig-Wallet
- Coldcard-Hack bei Bitcoin: Was wirklich sicher ist
- Bitcoin 2030: Wie realistisch ist eine Million US-Dollar?
- Bitcoin Halving 2028: Live-Countdown, Datum und Prognose
- Standard Chartered hält an 100.000-Dollar-Bitcoin-Ziel fest
- Gold und Bitcoin – unsexy im Sommer?

















