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Von skalierbarer Blockchain-Analyse über Chinas geplante Infrastruktur bis hin zu tokenisierten Fonds und strengeren Compliance-Vorgaben: Der aktuelle Pressespiegel zeigt, wie rasant sich Blockchain-Technologien in Finanzwesen, Verwaltung und digitalen Märkten etablieren. Die wichtigsten Entwicklungen und Kennzahlen im Überblick.
Blockchain-Pressespiegel: Infrastruktur, Tokenisierung und neue Compliance-Anforderungen
Elliptic skaliert Blockchain-Analyse mit sechs technischen Grundsätzen
Elliptic beschreibt sechs technische Grundsätze, mit denen die Zuverlässigkeit seiner Blockchain-Analyseplattform sichergestellt werden soll. Nach Angaben des Unternehmens werden pro Quartal mehr als 300 Millionen Filmvorführungen bei einer Verfügbarkeit von über 99,99 % gescreent. In einem Webinar erläuterte das Entwicklerteam zudem, dass die Kapazitäten in den letzten vier Jahren um das 20-Fache gesteigert wurden.
Die Plattform habe sich von „drei Neunen“ mit 99,9 % Verfügbarkeit zu „vier Neunen“ mit 99,99 % weiterentwickelt. Elliptic beziffert den Unterschied mit 8,7 Stunden Ausfallzeit pro Jahr gegenüber 52 Minuten. Als internes Service-Level-Ziel nennt das Unternehmen, alle API-Ergebnisse in 99 % der Fälle innerhalb von 2 Sekunden zurückzugeben.
Zwischen dem ersten Quartal 2020 und dem zweiten Quartal 2024 sei das Screening-Volumen um mehr als das 20-Fache gestiegen. Gleichzeitig habe Elliptic die P99-Latenz von 17 Sekunden auf 1,6 Sekunden gesenkt. Für die Absicherung setzt das Unternehmen unter anderem auf das kontinuierliche Validierungssystem „Overwatch“, das entlang des kritischen Pfades testet und Änderungen vor dem Zugriff durch Kundenverkehr zurücknehmen kann.
Beim Thema Skalierbarkeit verweist Elliptic auf eine Vervierfachung der in die Blockchain eingespielten Datenmenge in den letzten zwei Jahren. Jeden Monat würden 8 Milliarden Kontostandsvorgänge verarbeitet, während inzwischen 54 Blockchains und über 70 Bridges für die Cross-Chain-Datenauswertung unterstützt würden.
Auch die Bereitstellung von Software wurde automatisiert. Vor 2022 habe Elliptic monatlich 100 bis 200 Releases durchgeführt, im vierten Quartal 2024 seien es über 200 pro Tag und 22.000 Releases in einem einzigen Quartal gewesen. Zum Einsatz kommen Blue-Green-Bereitstellungen, Canary-Bereitstellungen mit zunächst 1 % des Datenverkehrs für 30 Sekunden, danach 5 % und 10 %, sowie mehr als 1 Million automatisierte Prüfungen pro Monat.
Der sechste Grundsatz betrifft die Echtzeitfähigkeit. Elliptic nennt 100 Milliarden Wallet-Zugriffe pro Monat und Antwortzeiten unter 2 Sekunden bei 99 % der Anfragen. Für das Echtzeit-Screening verzichte das Unternehmen auf vorab berechnete Analysen und setze stattdessen auf Graphalgorithmen sowie regionenübergreifende Bereitstellungen in verschiedenen AWS-Verfügbarkeitszonen.
„Unsere Daten sind stets verfügbar. Man kann nicht behaupten, zuverlässig zu sein, wenn man nicht in der Lage ist, die Kapazitäten an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen.“ – Joey Capper, Elliptic
Infobox: Elliptic nennt 99,99 % Verfügbarkeit, 8 Milliarden Kontostandsvorgänge pro Monat, 54 unterstützte Blockchains und 100 Milliarden Wallet-Zugriffe pro Monat als zentrale Kennzahlen seiner Plattform.
China plant nationales Blockchain-Netzwerk bis 2030
China will sein nationales Blockchain-Netzwerk bis 2030 im Wesentlichen fertigstellen. Laut Vietnam.vn sieht der „15. Nationale Informatisierungsplan für den Fünfjahreszeitraum“ einen zentralen Knotenpunkt, regionale Zentren und verteilte digitale Identitätsdienste vor.
Die Cyberspace-Administration Chinas habe den Plan am 23. Oktober 2026 herausgegeben. Vorgesehen ist der Aufbau einer Blockchain-Infrastruktur für Anwendungen in Bereichen wie Seeverkehr, Regierungsdienstleistungen, Besteuerung und der Reduzierung von Kohlenstoffemissionen.
Das zentrale Kernnetz soll beschleunigt fertiggestellt und mit regionalen Zentren verbunden werden. Zu den gemeinsam genutzten Diensten zählt ein verteiltes digitales Identifizierungssystem. Für kommerzielle Anwendungen nennt der Plan unter anderem die Digitalisierung des Seeverkehrs und des Güterhandels.
Die regionalen Schwerpunkte unterscheiden sich nach Wirtschaftsräumen. In der Region Peking-Tianjin-Hebei soll Blockchain in intelligenten Flughäfen und Logistikzentren eingesetzt werden. Im Jangtse-Delta liegt der Fokus auf Handel und Finanzwesen, während der Großraum Guangdong-Hongkong-Macau grenzüberschreitende Datenflüsse und grenzüberschreitende Regierungsdienste entwickeln soll.
Für die Region Chengdu-Chongqing sieht der Plan groß angelegte Blockchain-Anwendungen in Handel, Produktion und Landwirtschaft vor. Darüber hinaus sollen Logistik, Finanzdienstleistungen und Fertigung in regionale Entwicklungsprogramme einbezogen werden.
Parallel dazu soll sich der digitale Yuan stabil weiterentwickeln. Bis zum 17. August hatte die Chinesische Volksbank acht weitere teilnehmende Banken zugelassen, wodurch sich die Gesamtzahl auf 30 erhöhte. Der Plan legt jedoch keine konkreten Ziele für das Transaktionsvolumen des digitalen Yuan fest und enthält keinen Fahrplan für eine Anbindung dieser Währung an das nationale Blockchain-Netzwerk.
Im Bereich Datensicherheit fordert China eine stärkere Nutzung von Blockchain und Rechenmethoden, die den Datenschutz bei Datenübertragung und Datentransaktionen gewährleisten. Außerdem sind stärkere kryptografische Schutzmaßnahmen, öffentliche Dienste zur Online-Identitätsprüfung und ein Mechanismus zur gegenseitigen Anerkennung verteilter digitaler Identitäten vorgesehen.
Die digitalen Kernwirtschaftssektoren sollen bis 2030 12,5 % des BIP ausmachen. Vietnam.vn weist darauf hin, dass die Zahl von 10,5 % eindeutig als Statistik für 2024 gekennzeichnet ist, obwohl sie unter der Überschrift 2025 erscheint.
Infobox: China plant bis 2030 ein nationales Blockchain-Netzwerk mit zentralem Knotenpunkt, regionalen Zentren und verteilten digitalen Identitätsdiensten. Die digitalen Kernwirtschaftssektoren sollen bis dahin 12,5 % des BIP ausmachen.
NYDFS-Leitlinien stellen Blockchain-Analysen in den Mittelpunkt der Krypto-Compliance
Elliptic berichtet über Leitlinien des New York Department of Financial Services, die den Einsatz von Blockchain-Analysen als Bestandteil eines wirksamen Compliance-Programms für Krypto-Vermögenswerte hervorheben. Die von Adrienne Harris veröffentlichten Vorgaben beziehen sich insbesondere auf Geldwäschebekämpfung und OFAC-bezogene Compliance-Kontrollen.
Genannt werden der Ausbau von Know-Your-Customer-Kontrollen, die Überwachung von Transaktionen im Rahmen der On-Chain-Aktivitäten und das Scannen von On-Chain-Aktivitäten im Hinblick auf Sanktionen. Blockchain-Informationen sollen dabei mit Off-Chain-Datenpunkten wie Unternehmensdaten verbunden werden, die Compliance-Teams bereits bei der Kundenüberprüfung erfassen.
Bei der Transaktionsüberwachung sollen Unternehmen prüfen, ob virtuelle Währungen in erheblichem Umfang in einem Hochrisikogebiet oder einem Land tätig sind, gegen das Sanktionen verhängt wurden. Ebenfalls berücksichtigt werden sollen Transaktionen über einen Mischer oder Trommelmischer, Verbindungen zu Darknet-Marktplätzen, Betrugsversuche und Ransomware sowie andere illegale Aktivitäten, die für das Geschäftsmodell eines Unternehmens relevant sind.
Elliptic betont, dass Blockchain-Analysewerkzeuge an das jeweilige Risikoprofil eines Unternehmens angepasst werden müssen. Maßgeschneiderte Risikoregeln sollen sicherstellen, dass Transaktionsaktivitäten entsprechend der Risikobereitschaft der jeweiligen Compliance-Abteilung bewertet werden.
Auch zentralisierte Vermittler wie Krypto-Börsen werden als möglicher Faktor bei der Umgehung von Sanktionen beschrieben. Elliptic verweist auf eine Discovery-Datenbank mit mehr als 1.000 Krypto-Börsen, darunter über 400 Unternehmen, die auf dem russischen Markt tätig sind oder diesen bedienen und bei denen ein hohes Risiko der Sanktionsumgehung bestehen soll.
„Die Behörde betont die Bedeutung der Blockchain-Analyse bei der Erfüllung […] von Anforderungen zur Bekämpfung der Geldwäsche […] sowie von OFAC-bezogenen Compliance-Kontrollen.“ – Adrienne Harris, NYDFS
Infobox: Die NYDFS-Leitlinien nennen KYC, On-Chain-Transaktionsüberwachung und Sanktionsscreening als zentrale Einsatzfelder für Blockchain-Analysen. Elliptic verweist dabei auf eine Datenbank mit mehr als 1.000 Krypto-Börsen und über 400 Unternehmen mit Bezug zum russischen Markt.
Janus Henderson und Centrifuge starten Blockchain-basierten Nasdaq-100-Fonds
Janus Henderson und Centrifuge haben den Start von JQQQ bekannt gegeben. Der Fonds soll über eine vom Emittenten gesponserte Anlagestrategie ein Engagement im Nasdaq-100-Index ermöglichen und wurde für die Auflage und den Betrieb auf einer öffentlichen Blockchain-Infrastruktur konzipiert.
Janus Henderson verwaltet den Fonds, während Centrifuge die Full-Stack-Infrastruktur für Onchain-Fonds bereitstellt. Der Fonds strebt an, den von Nasdaq lizenzierten Nasdaq-100-Index abzubilden.
Die Auflage erfolgt ausschließlich im Stellar-Netzwerk. Dort habe das Volumen tokenisierter Real-World Assets 2026 die Marke von 4 Mrd. USD überschritten. Das Netzwerk umfasst laut MarketScreener Deutschland unter anderem tokenisierte US-Staatsanleihen, Staatsschulden, Geldmarktfonds, Kredite und weitere Finanzinstrumente.
Die Onchain-Struktur soll neue Vertriebskanäle und Finanzanwendungen ermöglichen. Genannt werden programmierbare Portfolios, digitale Finanzanwendungen sowie die potenzielle Nutzung von Fondsanteilen als Sicherheiten an Onchain-Märkten. Diese Funktionen können jedoch von unabhängigen Dritten bereitgestellt werden und stehen möglicherweise nicht allen Anlegern oder in allen Rechtsordnungen zur Verfügung.
Der Janus Henderson NASDAQ-100 Index Fund Segregated Portfolio ist ein segregiertes Portfolio der Anemoy Capital SPC Limited, einer segregierten Portfolio-Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln. Anemoy Asset Management Limited ist der Anlageverwalter, Janus Henderson Investors US LLC fungiert als Unteranlageverwalter.
Der Fonds steht ausschließlich berechtigten Anlegern in Ländern und Rechtsordnungen zur Verfügung, in denen er rechtmäßig angeboten und vertrieben werden darf. Er ist nicht für US-Personen verfügbar. MarketScreener Deutschland weist außerdem auf Risiken durch Blockchain-Netzwerke, Smart Contracts, digitale Wallets und Plattformen Dritter hin, die Übertragungen oder Rücknahmen verzögern oder verhindern können.
Das Halten des Fonds ist nicht mit dem Halten des Nasdaq-100-Index gleichzusetzen. Der Wert des Fonds kann vom Wert des Index abweichen, der Fonds kann möglicherweise nicht in demselben Umfang oder an denselben Märkten handelbar sein wie der Index, und der Wert kann vollständig beeinträchtigt werden oder verloren gehen, wenn der Fonds liquidiert wird, seine Geschäftstätigkeit einstellt oder insolvent wird.
Infobox: JQQQ wird von Janus Henderson verwaltet und von Centrifuge technisch unterstützt. Der Fonds wird ausschließlich im Stellar-Netzwerk aufgelegt, ist nicht für US-Personen verfügbar und unterliegt zusätzlichen Risiken der Tokenisierung.
Tokenisierung prägt den aktuellen Blockchain-Pressespiegel
Cryptonews.net berichtet über mehrere Entwicklungen, bei denen Banken und Finanzinstitute Blockchain-Infrastrukturen für bestehende Finanzprodukte nutzen. Im Mittelpunkt stehen die Tokenisierung strukturierter Produkte, neue Anwendungen für KI-Lizenzen und die institutionelle Nutzung von Onchain-Finanzangeboten.
Die Swiss Structured Products Association hat TVL Capital als Partnermitglied in der Kategorie Partner Broker aufgenommen. Das Unternehmen mit Sitz im Kanton Zug entwickelt eine Infrastruktur, mit der Banken und andere Finanzinstitute bestehende strukturierte Produkte auf die Blockchain bringen können.
Bei den sogenannten Chain-Traded Products handelt es sich um strukturierte Produkte, die auf Grundlage des Schweizer DLT-Gesetzes als registerbasierte Wertrechte ausgegeben werden. Emittent, Auszahlungsprofil und Marktexposure der Anleger bleiben dabei unverändert, während die Produkte über eine Blockchain-basierte Infrastruktur abgebildet werden.
TVL Capital übernimmt nach Angaben von Cryptonews.net weder die Rolle des Emittenten noch den Produktvertrieb, sondern stellt die technische Infrastruktur bereit. Mit dem Beitritt wächst die SSPA auf insgesamt 58 Mitglieder. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben Unternehmen, die zusammen mehr als 95 Prozent des Schweizer Marktvolumens mit strukturierten Produkten abdecken.
Zusätzlich plant das von Sony unterstützte Blockchain-Projekt Soneium ein Lizenzsystem für Inhalte, die von Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz genutzt werden. Urheber sollen ihre Werke auf der Blockchain registrieren können, während KI-Programme Lizenzbedingungen prüfen und Zahlungen automatisch abwickeln sollen.
Soneium wurde gemeinsam mit dem japanischen Krypto-Unternehmen Startale entwickelt. Das Projekt will den vorgeschlagenen Ethereum-Standard ERC-8432 für maschinenlesbare Lizenzierungen unterstützen und kündigte am 26. Oktober außerdem Investitionen in den Unterhaltungsbereich sowie eine eigene Kryptowährung an.
Infobox: Die SSPA zählt nach der Aufnahme von TVL Capital 58 Mitglieder und deckt nach eigenen Angaben mehr als 95 Prozent des Schweizer Marktvolumens mit strukturierten Produkten ab. Soneium arbeitet an Blockchain-basierten Lizenzierungen für KI-Inhalte und plant Investitionen in den Unterhaltungsbereich sowie eine eigene Kryptowährung.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklungen markieren eine zunehmende Professionalisierung der Blockchain-Infrastruktur. Entscheidend ist weniger die technische Neuheit als die Verlagerung in Bereiche mit hohen Anforderungen an Verfügbarkeit, Nachvollziehbarkeit und regulatorische Kontrolle.
Für den Markt entsteht dadurch ein klarer Selektionsdruck: Anbieter müssen belastbare Compliance, institutionelle Verwahrung und rechtssichere Tokenisierung nachweisen. Gleichzeitig erhöhen staatlich koordinierte Netzwerke und standardisierte Prüfpflichten die Bedeutung interoperabler Systeme, schaffen aber auch neue Abhängigkeiten von zentralen Infrastrukturen.
Die Tokenisierung dürfte sich daher vor allem dort durchsetzen, wo sie bestehende Finanzprozesse messbar effizienter, transparenter oder programmierbarer macht. Breite Akzeptanz wird jedoch durch Zugangsbegrenzungen, technische Risiken und ungeklärte Haftungsfragen weiterhin gebremst.
Kernaussage: Blockchain entwickelt sich vom Experimentierfeld zur regulierten Infrastruktur. Wettbewerbsvorteile entstehen künftig vor allem durch Skalierbarkeit, Compliance und institutionelle Verlässlichkeit.
Quellen:
- Sechs technische Grundsätze, die die Zuverlässigkeit der Blockchain-Analyseplattform von Elliptic gewährleisten
- Bis 2030 will China sein nationales Blockchain-Netzwerk zusammen mit regionalen Hubs fertigstellen.
- Leitfaden der DFS: Blockchain-Analysen für eine effektive Krypto-Compliance
- Janus Henderson und Centrifuge starten Blockchain-basierten Fonds zur Abbildung des Nasdaq-100-Index
- Blockchain-News: Banken setzen auf Tokenisierung, während Ethereum und Bitcoin unter Druck stehen
- Ripple und BNY bauen Partnerschaft bei der Verwahrung digitaler Vermögenswerte und Blockchain-Technologie aus



















