6 Infos zu Blockchain Fonds: Sind Fonds der neue Hype?

Blockchain Fonds – Können Blockchain Fonds zum neuen Krypto-Hype werden?

Blockchain Fonds

Die Zeit des Booms und der fantastischen Gewinnmitnahmen scheint für den Kryptomarkt endgültig vorbei zu sein. Für viele sind die Kursrückgänge der letzten Zeit ein Zeichen, einem Blockchain Coin den Rücken zu kehren – das könnte allerdings ein Fehler sein.

Richtig ist, dass institutionelle Anleger und Daytrader immer weniger an Direkt-Investments in Kryptowährungen interessiert sind und das Handelsvolumen und damit die Kurse sinken. Dabei wird allerdings übersehen, dass die Finanzindustrie schon längst damit begonnen hat, strategische Anlageprodukte aufzulegen: Der Blockchain Handel wird immer stärker von Fonds bestimmt.

Ob sich daraus ein neuer Hype entwickelt, ist derzeit noch nicht absehbar. Fest steht allerdings, dass die Kryptowirtschaft in einer Phase der Konsolidierung ist und die Anzahl der Blockchain Unternehmen rapide wächst – und sie stehen auch im Fokus der neuen Blockchain Fonds. Ein guter Zeitpunkt also, einen genaueren Blick auf diesen Markt zu werfen.

Was sind Blockchain Fonds?

Die Aufmerksamkeit der letzten Jahre für die Kurse der neuen Krypto Branche war vor allem von einer Investorengruppe geprägt: Daytrader haben auf Basis kurzfristiger Anlage-Strategien enorme Summen investiert, die Börsen mit enormen Gewinnmitnahmen aber auch schnell wieder verlassen.

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Der Währungshandel ist aber nur ein Teilbereich der Finanzwirtschaft. Mittel- und langfristige Anlageinteressen orientieren sich dagegen an einer Blockchain Aktie oder einem intelligent gemanagten Aktienbündel.

Fonds sind die erste Anlaufstelle für Investoren, die an guten Gewinnaussichten mit überschaubarem Risiko Interesse haben. Investmentfonds werden von etablierten Finanzunternehmen (Fondsgesellschaften) zusammengestellt und beinhalten ein strategisch ausgewogenes Paket an Unternehmensbeteiligungen, Rohstoffen oder Immobilien. Sie werden als eigene Anlageprodukte an Börsen notiert und gehandelt.

Neben diesen ETFs gehören auch Indexfonds zu den immer beliebter werdenden ETFs (Exchange Traded Fund). Die Fondsentwicklung ist hier an einen Index, wie z. B. Nasdaq oder DAX, gebunden und sind meist nicht aktiv verwaltet und damit günstiger. Für alle ETFs gilt, dass sie sich erst schrittweise durchsetzen, da hier keine Provisionen für Finanzvermittler ausgeschüttet werden. Provisionsorientierte Finanzberatern und Banken haben daher wenig Interesse, Anlegern diese Produkte vorzustellen.

Das enorme öffentliche Interesse am Bitcoin-Kurs hat den Blick dafür getrübt, dass immer mehr in die Blockchain investieren und sich vom direkten Währungshandel verabschieden. Die neu entstandenen Fonds orientieren sich dabei sowohl an Beteiligungen an Startups als auch an etablierten Unternehmen, die die neue Technik weiter entwickeln, wie etwa SAP, Samsung oder Microsoft.

Blockchain Info: Obwohl die neue Krypto-Technologie erst am Anfang steht, kommt sie bereits in vielen Wirtschaftsbereichen und Unternehmen zum Einsatz. Neben der Funktion als digitale Währung sind es vor allem die Lösungen, die eine sichere, schnelle und günstige Informationsverarbeitung ermöglichen, die das Wachstum antreiben.

  • Die Technik hat das Potential, die digitale Wirtschaft und Business-Prozesse in der gleichen Weise zu verändern, wie das Internet seit 50 Jahren.

Welche Blockchain Fonds gibt es?

Ein wesentliches Handicap der neuen Anlageprodukte ist, dass Börsen-Aufsichtsbehörden die Verwendung des Begriffes “Blockchain” im Fondsnamen untersagen. Dennoch haben sich mittlerweile einige Emittenten gefunden, die den neuen Markt beleben. Investmentfonds sind aber noch in der Minderheit. In den meisten Fällen sind es Indexfonds, bei denen die Fondsperformance an spezielle Indices (wie etwa anerkannte Ratings) gebunden ist.

Zu den ersten Fonds zählen etwa:

  • Amplify, BLOK: Ein aktiver Investmentfond mit aktivem Fondmanagement. Im Portfolio befinden sich Unternehmen wie Visa, Baidu, SAP SE, oder NVIDIA.
  • Reality Shares, BLCN: Ein Indexfond, der über ein eigenes Ranking die Unternehmen mit den höchsten Renditen-Erwartungen einbezieht.
  • First Trust, LEGR: Ein Indexfond mit Unternehmen, die eigene Blockchain Lösungen für Produkte und Dienstleistungen einsetzen oder die neue Technik aktiv in der Wertschöpfung nutzen.

Die ersten Blockchain ETF waren vor allem auf die USA konzentriert. Mittlerweile finden sich aber auch in deutschsprachigen Raum einige Anbieter. Eines der ersten Produkte ist der BlockchainFund der AIF Alternativ Invest Finance AG aus Liechtenstein.

Lohnt sich das Investment in den ersten Blockchain Fonds aus Deutschland?

ChainBerry Equity Fonds ist der erste deutsche Blockchain Investmentfonds, aufgelegt im September 2018 von Hansainvest. Die Fondsstrategie ist langfristig auf Pionier-Startups ausgelegt und der Portfolioaufbau ist in zwei Schritten geplant.

Das Basisportfolio mit etablierten Beteiligungen wird schrittweise durch ein Spezialportfolio ergänzt/ersetzt. Dabei sollen vor allem Anteile von neuen Nischenanbieter im Bereich KI/Blockchain mit hohem Potenzial integriert werden. Dafür wird ein selbstentwickeltes Patent Rating eingesetzt, das neben klassischen Analysekriterien auch die technische Performance abbilden soll. Der Fondsmanager, Karsten Müller, kommt aus der Kryptoökonomie und ist ein überzeugter Blockchainer der ersten Stunde.

Das Risiko- und Ertragsprofil von ChainBerry ist in der Kategorie 5 und damit mit einer hohen Volatilität eingestuft. Ob sich die damit verbundenen hohen Gewinnchancen oder eher die Verlustrisiken einstellen werden, ist aktuell noch nicht absehbar.

Der Fonds ist aber mit Sicherheit eine gute Gelegenheit für Enthusiasten, mit einem gestreuten Risiko in erfolgversprechende Startups zu investieren. Aufgrund der prognostizierten Dynamik des Blockchain Marktes für die nächsten 5-10 Jahren, besteht damit eine gute Chance, am nächsten Google oder Facebook beteiligt zu sein.

Worauf ist bei Kryptofonds zu achten?

Die neue Technologie der Distributed Ledger verspricht grundsätzlich den Finanzsektor gehörig durcheinander zu bringen. Die dezentrale Kontoführung ist schneller, sicherer und kostengünstiger. Damit fallen die hohen Verwaltungs- und Vermittlungsgebühren weg. Zurzeit sind diese Lösungen aber erst in der Entwicklung und Gebühren zählen zu den unangenehmen Seiten bei Investments.

Wenn du daran denkst, das eine oder andere Assets einer Blockchain kaufen zu wollen, solltest du daher grundsätzlich auf zwei Aspekte achten:

  • Gewinnaussichten und Vertrauen: Verfügen die Fondsmanager über das nötige Branchenwissen und welche Standards gelten für das Finanzprodukt?
  • Kosten: Welche Gebühren, Abgaben und Provisionen sind neben den Investmentrisiken zu beachten?

Wie kann ich einen Kryptofond beurteilen?

Jeder Investor muss seine Hausaufgaben erledigen, bevor er die Entscheidung für einen Blockchain Fonds trifft. Eine der wichtigsten Grundlagen ist mittlerweile das Key Investor Information Document – KIID. Das KIID ist seit der Finanzkrise ein verpflichtendes Dokument und ist für alle professionellen Anleger eine Pflichtlektüre, es ersetzt das vereinfachte Verkaufsprospekt.

Auch für ein Blockchain Investment sind die klassischen Informationen von Finanzprodukten ausschlaggebend. Du findest darin vor allem:

  • Produktbezeichnung, -beschreibung und Emittent
  • Kosten, Renditen und Verfügbarkeit
  • Risiken wie Kurs-/Geschäftsrisiko bzw. Emittenten-/Kreditrisiko

TER vs TCO: Welche Kosten verursachen ETFs?

Indexfonds haben eine relativ überschaubare Kostenstruktur, der neuen geringer Overhead existiert. Investmentfonds sind dagegen aktiv gemanagt und verursachen höhere Aufwendungen vor allem für Analysen und Bewertungen darüber, welche Beteiligungen aufgenommen werden. Hier macht es durchaus Sinn, sich auch bei Blockchain Gebühren entsprechend zu informieren, um unliebsame Überraschungen vorzubeugen.

Total Expense Ratio (TER) bezeichnet die Gesamtkostenquote eines ETF. Zwischen EU und Finanzdienstleistern gibt mittlerweile eine Regelung, die einerseits die Informationspflicht und andererseits die enthaltenen Kosten regelt. Die Angaben sind in KIIDs zu finden, allerdings sind, trotz des Namens, nicht alle Aufwendungen darin enthalten.

Total Cost of Ownership (TCO) beinhaltet dagegen alle Zusatzausgaben. Neben internen Kosten (etwa Neugewichtungskosten) sind vor allem auch externe Gebühren, wie Ordergebühren und Steuern, darin enthalten.

Für eine fundierte Investment Entscheidung solltest du daher sowohl nach TER als auch TCO fragen, auch wenn nicht jeder Anbieter die Total Cost of Ownership auf den ersten Blick sichtbar darstellt.

Fazit: Welche Performance ist von Blockchain Fonds in Zukunft zu erwarten?

Die Kryptoökonomie hat ihren ersten Boom hinter sich – das steht fest. Zurzeit herrscht eher Ernüchterung bei jenen, die den einen oder anderen Coin in ihrem Blockchain Wallet haben. Aber schon beim Aufstieg des Internets waren es nicht nur die Anteilseigner an der Technik, die auf lange Sicht davon profitiert haben. Die derzeitigen Top-Unternehmen waren clevere Startups, die es verstanden haben, neue Geschäftsideen auf der Basis der neuen Technik zu entwickeln.

Die Suche nach den neuen Shootingstars ist das Ziel von Blockchain Fonds. Je nach Strategie und Kompetenz der Fondsmanager gelingt es ihnen, potentielle Förderer und aussichtsreiche Jungunternehmer in einer Win-Win-Situation zusammenzubringen. Du hast mit Blockchain Mining der ersten Erfolge eingefahren und bist auf der Suche nach dem nächsten Schritt?

Dann solltest du eines bedenken: Auch Brin, Page und Zuckerberg hätten ihren Erfolg nicht einfahren können ohne das Risikokapital von strategisch klug agierenden Fonds Management.

Die Schlüsselfrage ist natürlich, welche Blockchain Startups das Potenzial haben, die Technik zu nutzen, um Twitter, Youtube oder Facebook auf die nächste Stufe zu heben. Ein ausgewogener Investmentfonds, mit einer breiten Streuung zwischen hoher Gewinnerwartung und kalkuliertem Risiko, ist auf jeden Fall ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Wie auch immer sich die neuen Finanzprodukte entwickeln werden, wir werden den Kryptomarkt auf jeden Fall auch weiterhin im Blick haben und euch am Laufenden halten.

 

Bildquelle: © markusspiske / Pixabay

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