Wie werden Krypto-STOs besteuert?

Wie werden Krypto-STOs besteuert?

Securitized Token Offerings (STOs) wie z.B. Bitbond sind in aller Munde. Doch wie versteuert man STOs beim Finanzamt korrekt? Gibt es einen Unterschied zur Besteuerung von ICOs?

In Kooperation mit Steuern-Bitcoin.com klären wir auf.

Von ICOs zu STOs

STOs sind seit Anfang 2019 populär und stellen eine Erweiterung der ICOs (Initial Token Offerings) dar. ICOs waren verantwortlich für den Wilden Westen im Kryptobereich im Jahr 2017/18, da weitestgehend keine Regulierungen und Anlegerschutz existierte. STOs hingegen sind regulierte Anlageprodukte, die ein Wertpapierprospekt für die token-emittierende Firma notwendig macht.

In Deutschland werden STOs durch die BaFin überwacht und überprüft. Den bisher bekanntesten STO in Deutschland hielt Bitbond ab. Sie emittierten eine nachrangig tokenisierte Schuldverschreibung. Im Gegenzug erhielt der Anleger ein Anrecht auf die Dividende sowie potentielle Exit-Erlöse.

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Steuern können vor dem STO bereits anfallen

Insofern ein Investor mit Kryptowährungen wie z.B. Bitcoin oder Ethereum in einen STO investiert, so muss darauf geachtet werden, dass schon der Umtausch von Kryptowährungen in eine tokenisierte Schuldverschreibung steuerpflichtig sein kann. Nämlich genau dann, wenn die Kryptowährungen unter einem Jahr gehalten worden sind. In diesem Fall ist der Paragraf zum privaten Veräußerungsgeschäft gemäß § 23 EStG einschlägig. Dies würde bedeuten, dass vor dem Investment in die tokenisierte Schuldverschreibung erst einmal die Bitcoin und Ethereum mit der persönlichen Einkommensteuer steuerbar wären.

Steuern auf Zinsen aus Krypto-Beteiligungen

Im Normalfall sollte die tokenisierte Anleihe von einem Unternehmen in bestimmten Zyklen eine Verzinsung für die Investor generieren. Diese kann fix und/oder variabel sein. Die Zinsen aus der tokenisierten Schuldverschreibung werden, sofern sie im Privatvermögen gehalten werden, mit der Abgeltungsteuer gemäß § 32d EStG versteuert. Kurz gesprochen, beträgt die Steuer auf Zinserträge aus tokenisierten Anleihen (wie bei Aktien) 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

Die Kapitalerträge aus tokenisierten Anleihen können steuerfrei sein, insofern sie zusammen mit den sonstigen Kapitalerträgen des Anlegers den Sparerpauschbetrag nicht übersteigen. Ledige und getrennt veranlagte Ehegatten können derzeit jährlich bis zu 801€ (Sparerpauschbetrag) an Kapitaleinkünften steuerfrei vereinnahmen, zusammen veranlagte Ehegatten bis zu 1.602€.

Auch die Beteiligung an Exit-Erlösen, insofern es Teil der mezzaninen Tokenschuldverschreibung ist, wird mit der Abgeltungsteuer beglichen. Hier sind die genaue Konditionen des STOs ausschlaggebend.

Die Zinszahlung an den Anleger wird durch die Token-Emittentin ausgeführt. Die anfallende Kapitalertragsteuer wird ebenso von der Emittentin an die Finanzverwaltung abgeführt.

Fazit

Schon vor dem Investment in einen STO sollte man genauer hinschauen. Optimalerweise erhält man neben den Anrechten auf eine wiederkehrende Dividende auch ein Anrecht auf potentielle Exit-Erlöse.

Ebenso sollte man darauf achten, dass man mit einer Kryptowährung investiert, die zuvor mindestens ein Jahr lang ohne Trading gehalten worden ist, sodass man nicht schon vor Beginn des STOs Steuern entrichten muss. Diese Vorgehensweise hatten man früher ebenso bei Investments in ICOs angewandt.

Auf der sicheren Seite ist man, wenn man in STOs mit einer Fiatwährung wie Euro investiert und das Geld vom eigenen, bereits versteuerten Vermögen stammt. Die Zinszahlungen aus tokenisierten Schuldverschreibungen werden wie Aktien mit der Abgeltungsteuer besteuert.

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