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Ein Protokoll-Exploit setzt BounceBit unter Druck: Die Layer-1-Blockchain wird dauerhaft abgeschaltet, während Millionen BB-Token auf der BNB Chain neu ausgegeben werden sollen. Der Pressespiegel zeigt, wie der Angriff ablief, welche Guthaben der Snapshot erfasst und was die Umstellung für Tokenhalter bedeutet.
Pressespiegel: BounceBit stellt Blockchain nach Exploit ein
Die BounceBit-Blockchain wird nach einem Angriff dauerhaft abgeschaltet. Wie BeInCrypto berichtet, transferierte ein Angreifer 286,5 Millionen BB von neun Konten des Mainnets. Die Token sollen anschließend als BEP-20-Asset auf der BNB Chain neu ausgegeben werden.
Nach Angaben des Teams wurden weder private Schlüssel noch Wallets oder Hardware-Geräte kompromittiert. Ursache des Vorfalls war demnach eine Schwachstelle auf Protokollebene. BounceBit nutzte den Evmos-Stack, über den Smart Contracts auf netzwerkeigene Module zugreifen konnten.
Eine Sicherheitslücke im Umgang mit Vesting- und Lockup-Konten ermöglichte es, die vorgesehene Autorisierung zu umgehen. Eine zweite Berechtigungsprüfung wurde laut dem Bericht für das falsche Konto ausgeführt. Dadurch konnte der Angreifer ein beliebiges Konto als Zahlungsquelle festlegen, ohne dass dessen Halter zugestimmt hatte.
Der Angreifer führte am 19. und 20. August 14 Transaktionen innerhalb von 4 Stunden und 52 Minuten aus. Dafür wurden zwei Konten und 15 Einweg-Verträge genutzt. Die Blockproduktion endete bei Blockhöhe 20.702.857, etwa 42 Minuten nach dem letzten Transfer.
Ein Neustart der Blockchain sei nicht vorgesehen, weil ein Wechsel auf eine Nachfolger-Codebasis einen vollständigen Neuaufbau sowie eine erneute Prüfung und Validierung erfordern würde. Nicht betroffen seien laut BounceBit die CeDeFi Strategy, Promo Vaults, Prime und RWA-Produkte.
„Wichtig ist, dass BounceBit CeDeFi Strategy, Promo Vaults, Prime und RWA-Produkte nicht betroffen sind“, heißt es in dem Beitrag.
Für den Snapshot sollen die Guthaben ab Block 20.697.260 berücksichtigt werden. Die während des Vorfalls verschobenen BB-Token werden nicht auf dem neuen Token ausgegeben. BB-Transfers, die innerhalb eines Zeitraums von 5 Stunden und 34 Minuten vorgenommen wurden, sollen zurückgesetzt werden: Käufer verlieren die erworbenen Token wieder, während Verkäufer ihre gesendeten BB zurückerhalten.
Auch gestakte und sich im Unstaking befindliche Guthaben sollen beim Snapshot berücksichtigt werden. Die neu ausgegebenen Token sollen automatisch den entsprechenden Adressen auf der BNB Chain gutgeschrieben werden. Eine gesonderte Anspruchsseite ist laut dem Team nicht vorgesehen.
Am Samstag wurde BB laut BeInCrypto bei etwa 0,0111 USD gehandelt, was einem Anstieg von 16% innerhalb von 24 Stunden entsprach. Am 20. August erreichte der Token ein Rekordtief von 0,0079 USD, etwa 31% unter dem Stand vor dem Angriff.
Der gestohlene Bestand entspricht etwa 13,6% der maximalen Menge von 2,1 Milliarden BB und war zu den im Bericht genannten aktuellen Kursen fast 3,2 Millionen USD wert.
Zusammenfassung: BounceBit beendet seine Layer-1-Blockchain nach einem Protokoll-Exploit dauerhaft. 286,5 Millionen BB wurden verschoben, der Snapshot liegt bei Block 20.697.260, und die Neuausgabe soll als BEP-20-Token auf der BNB Chain erfolgen.
Was eine Blockchain-Abschaltung für Tokenhalter bedeutet
CryptoTicker ordnet den BounceBit-Fall als Beispiel für eine sogenannte Kettenabschaltung ein. Wird eine Blockchain dauerhaft angehalten, verschwinden die Coins demnach in der Regel nicht automatisch, sondern werden auf einer anderen Blockchain neu ausgegeben.
Entscheidend ist dabei der Snapshot. Er bildet die Kontostände zu einem exakt festgelegten Block ab. Guthaben, die zu diesem Zeitpunkt auf einer Adresse lagen, bestimmen den Anspruch auf die neu ausgegebenen Token. Bewegungen nach dem Snapshot können dagegen unberücksichtigt bleiben.
CryptoTicker beschreibt die BounceBit-Chain als seit dem 20. August 2026 stillstehend. Die Betreiber wollen die Blockchain nicht wieder starten, während BB auf der BNB Chain neu herausgegeben werden soll. Nach Darstellung des Beitrags nutzte ein Angreifer eine Autorisierungslücke im zugrunde liegenden Evmos-Stack.
In vierzehn Transaktionen aus neun Konten gingen laut dem Bericht rund 286,5 Millionen BB verloren. Der Beitrag verweist außerdem darauf, dass keine Nutzerschlüssel und keine einzelnen Wallets kompromittiert worden seien. Der Fehler habe in der Protokollschicht gelegen.
CryptoTicker nennt für eine eigene Abfrage am 23. August 2026 um 00:38 UTC einen BB-Kurs von 0,0102 US-Dollar, eine Marktkapitalisierung von rund 4,18 Millionen US-Dollar, Rang 1722 und eine Umlaufmenge von 409,5 Millionen Stück. Das Allzeittief sei am 20. August 2026, dem Tag des Kettenstillstands, erreicht worden.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Höchster Block | 20.702.857 |
| Snapshot-Block | 20.697.260 |
| Blöcke zwischen Snapshot und Kettenkopf | 5.597 |
| Zeitpunkt der Abfrage | 23. August 2026 um 00:38 UTC |
| BB-Kurs laut eigener Abfrage | 0,0102 US-Dollar |
| Marktkapitalisierung | rund 4,18 Millionen US-Dollar |
| Umlaufmenge | 409,5 Millionen Stück |
Der höchste Block der Kette trug laut CryptoTicker die Nummer 20.702.857 und den Zeitstempel 20. August 2026, 02:36:37 UTC. Der als Stichtag genannte Block 20.697.260 wurde mit dem Zeitstempel 19. August 2026, 21:02:35 UTC angegeben. Zwischen beiden Blöcken lagen 5.597 Blöcke; der unmittelbar folgende Block 20.697.261 enthielt bereits wieder eine Transaktion.
Der Snapshot bei BounceBit liegt dem Bericht zufolge unmittelbar vor der ersten unerlaubten Transaktion. Die 286.543.148 BB des Angreifers sollen deshalb nicht neu ausgegeben werden. Zugleich werden auch reguläre Transaktionen im Zeitraum zwischen dem Snapshot und dem Ende der Blockproduktion verworfen.
Wer in diesem Zeitraum BB gekauft, verkauft, überwiesen oder in einen Vertrag eingezahlt hat, soll demnach auf den Stand vor dem Snapshot zurückgesetzt werden. Eine auf der alten Blockchain bestätigte Transaktion muss im Rahmen der Abschaltung deshalb nicht endgültig wirksam bleiben.
Gestakte und im Unstaking befindliche Bestände sollen ebenfalls in die Neuausgabe einfließen. Anders ist die Situation bei Guthaben auf Börsen: Diese liegen in den internen Büchern des jeweiligen Anbieters und müssen durch die Börse zugeordnet werden.
Als Zielstandard ist ein BEP-20-Token auf der BNB Chain vorgesehen. BounceBit habe eine automatische Verteilung an dieselben Adressen angekündigt, ohne gesondertes Antragsverfahren. Einen Zeitplan für den Start des neuen Vertrags habe das Projekt bislang jedoch nicht genannt.
- Den Snapshot-Block und den eigenen Bestand dokumentieren.
- Transaktionen mit dem betroffenen Token bis zur Klärung des Stichtags vermeiden.
- Vertragsadressen ausschließlich aus offiziellen Projektankündigungen übernehmen.
- Bei Börsen die Mitteilungen zu Einzahlungs-, Handels- und Auszahlungsstopps beachten.
Zusammenfassung: CryptoTicker hebt hervor, dass bei einer Kettenabschaltung der Snapshot über den anerkannten Bestand entscheidet. Für BounceBit werden Block 20.697.260 und eine automatische Neuausgabe auf der BNB Chain genannt; ein Termin für den neuen Vertrag steht noch nicht fest.
Einschätzung der Redaktion
Der Vorfall ist vor allem ein gravierender Vertrauensverlust für BounceBit: Eine Protokolllücke, die die Eigentumszuordnung von Guthaben aushebeln konnte, stellt die technische und sicherheitstechnische Reife der Blockchain grundsätzlich infrage. Die dauerhafte Abschaltung reduziert zwar das Risiko weiterer Ausnutzung, macht die geplante Neuausgabe auf der BNB Chain jedoch zu einem anspruchsvollen Belastungstest für Nachvollziehbarkeit, Verteilung und Governance.
Für Tokenhalter liegt das größte Risiko in der praktischen Umsetzung des Snapshots: Insbesondere Börsenguthaben sowie Transaktionen im betroffenen Zeitraum können zu Zuordnungs- und Abwicklungsproblemen führen. Kurzfristige Kursanstiege ändern nichts daran, dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts nun maßgeblich von transparenter Kommunikation, unabhängigen Sicherheitsprüfungen und der Akzeptanz der neuen Tokenstruktur abhängt.
Kernaussage: Die Abschaltung begrenzt den unmittelbaren Schaden, beseitigt aber nicht das zentrale Problem: BounceBit muss technisches Vertrauen und Marktakzeptanz vollständig neu aufbauen.
Quellen:



















