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Blockchain und künstliche Intelligenz prägen die nächste Entwicklungsphase der Finanzmärkte: Während Riad seine Technologieambitionen ausbaut und Swift Blockchain-Zahlungen mit Großbanken testet, kämpfen tokenisierte Vermögenswerte noch mit Fragmentierung und fehlender Liquidität. Der Pressespiegel zeigt, welche Netzwerke, Unternehmen und digitalen Assets dabei besonders im Fokus stehen.
Blockchain-Infrastruktur und künstliche Intelligenz rücken in Riad ins Zentrum
Riad entwickelt sich laut FinanzNachrichten.de zu einem internationalen Zentrum für Blockchain-Infrastruktur und künstliche Intelligenz. Im Mittelpunkt steht der Global Blockchain Show 2026, der die wachsende Bedeutung der beiden Technologiefelder für die wirtschaftliche Entwicklung der Region unterstreicht.
Die Veranstaltung wird als Ausdruck des Anspruchs Riads dargestellt, eine globale Führungsrolle bei digitalen Technologien einzunehmen. Blockchain-Infrastruktur und KI stehen dabei nicht isoliert nebeneinander, sondern werden als zentrale Bausteine einer technologiegetriebenen Zukunft betrachtet.
Infobox: Riad positioniert sich laut FinanzNachrichten.de als globaler Standort für Blockchain-Infrastruktur und künstliche Intelligenz. Der Global Blockchain Show 2026 bildet den thematischen Schwerpunkt.
Swift startet Blockchain-Pilot für grenzüberschreitende Zahlungen
Tippinpoint berichtet über einen Blockchain-Pilotbetrieb der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, kurz SWIFT. Der Organisation gehören weltweit über 11’000 Finanzinstitute in mehr als 200 Ländern an.
Die Testteilnehmer können auf einem Blockchain-Ledger rund um die Uhr grenzüberschreitende Zahlungen mit tokenisierten Einlagen vornehmen. Zu den 17 globalen Grossbanken, die das blockchainbasierte Hauptbuch testen, gehört auch die UBS. Weitere Teilnehmer sind BNP Paribas, the Bank of New York Mellon, Citi, HSBC und Wells Fargo.
Ziel ist es, Gelder für Kunden über Nacht und am Wochenende zu bewegen, bevor die endgültige Abwicklung über bestehende Zahlungssysteme erfolgt. Die Banken sollen Transaktionen mit Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten über mehrere Blockchains hinweg abwickeln können. Die bestehenden Zahlungsnetze werden dabei nicht ersetzt, sondern ergänzt.
Swift ist bislang kein Transaktionsnetzwerk und überweist oder verwaltet kein echtes Geld. Die Organisation dient als globales, sicheres Kommunikationsnetzwerk der Banken und übermittelt standardisierte Nachrichten für internationale Geldtransfers und Finanztransaktionen zwischen Instituten.
Nach Angaben von Swift erreichen 75 Prozent der Zahlungen im Netzwerk innerhalb von 10 Minuten die Empfängerbanken, häufig sogar in Sekunden. Der neue Blockchain-Ledger soll eine durchgehend verfügbare Plattform für regulierte digitale Gelder schaffen und zugleich an bestehende Systeme für die endgültige Abwicklung angebunden bleiben.
Der Ledger wird auf Linea aufgebaut, einer Ethereum-Layer-2-Blockchain von ConsenSys auf Basis von Hyperledger Besu. Der Zugang bleibt vollständig zugangsbeschränkt, da nur das Bankenkonsortium entscheidet, wer Transaktionen durchführen darf.
„Die relevante Frage ist daher nicht dezentral oder zentral, sondern wessen Governance der Markt vertraut“, sagt Markus Fehn von Chartered Investment laut Tippinpoint.
Die Diskussion berührt auch Ripple. Ripple hatte sich früh als Alternative zu Swift positioniert, sei im Kerngeschäft der Banken untereinander jedoch nie in der Breite angekommen. Laut Markus Fehn konzentriert sich die tatsächliche Nutzung bis heute vor allem auf private Auslandsüberweisungen, etwa von Arbeitsmigranten in ihre Heimatländer.
Nourdine Abderrahmane von Magpie Projects sieht in dem Vorstoß vor allem eine Möglichkeit, internationale Zahlungen schneller und besser nachvollziehbar zu machen. Für Kunden könne sich die Überweisungsgeschwindigkeit von bis zu drei Werktagen auf wenige Minuten reduzieren.
Als mögliche Konkurrenz werden neben bestehenden Kryptowerte insbesondere Stablecoin-Anbieter wie Circle und das neu angekündigte OUSD-Konsortium genannt. Auch Blockchain-Lösungen einzelner Banken oder kleinerer Bankengruppen könnten unter Druck geraten, wenn ein gemeinsames Netzwerk aller Banken ihre Insellösungen überflüssig macht.
Bei den künftig zugelassenen Vermögenswerten dürfte Swift eine zentrale Rolle spielen. Markus Fehn erwartet, dass Swift zunächst auf tokenisierte Einlagen der eigenen Mitgliedsbanken fokussiert und regulierte Assets schrittweise zulässt, statt eine offene Plattform für beliebige Token zu schaffen.
Tokenisierte Einlagen bleiben laut dem Bericht Bankeinlagen. Sie unterliegen damit Einlagensicherung, Verzinsungsmöglichkeit und voller Bankenregulierung. Stablecoins stellen dagegen einen Anspruch auf einen Reservepool dar.
Die Landschaft dürfte dadurch komplexer werden. Neben Stablecoins und tokenisierten Einlagen treten der digitale Euro, Blockchain-Lösungen einzelner Banken und Bankengruppen sowie der Swift-Ledger. Markus Fehn erwartet deshalb keinen einzelnen Gewinner, sondern mehrere dauerhaft nebeneinander bestehende Zahlungsnetzwerke.
Infobox: Swift testet mit 17 globalen Grossbanken einen Blockchain-Ledger für rund um die Uhr verfügbare grenzüberschreitende Zahlungen. Der Ledger basiert auf Linea, bleibt zugangsbeschränkt und soll bestehende Zahlungssysteme ergänzen.
Advanced Blockchain schließt Sanierung ab und setzt auf KI und Robotics
Bei Advanced Blockchain steht laut Börse Global ein strategischer Neustart bevor. Das Unternehmen schließt die Sanierung ab und will sich künftig stärker auf künstliche Intelligenz und Robotics konzentrieren.
Das Geschäftsjahr 2025 war von hohen Belastungen geprägt. Die Muttergesellschaft steigerte den Umsatz leicht auf 0,31 Millionen Euro, gleichzeitig belasteten Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro das Ergebnis.
Unter dem Strich entstand ein Jahresfehlbetrag von 3,48 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Jahresfehlbetrag noch 1,78 Millionen Euro betragen.
Auch die Tochtergesellschaft Incredulous Labs schrieb rote Zahlen. Dort summierte sich der Fehlbetrag auf rund 17 Millionen US-Dollar. Als Ursachen nennt Börse Global Abschreibungen auf Token-Rechte und Portfolio-Investitionen.
Als Fortschritt wertet der Markt den eingeschränkten Bestätigungsvermerk für die Tochtergesellschaft. Dieser wird im Bericht als Schritt zu mehr Transparenz eingeordnet.
Advanced Blockchain will sich künftig vom reinen Beteiligungsmodell entfernen. Die neue Strategie umfasst Consulting, Treasury und Analytics. Zudem soll sich das Portfolio auf wenige Kernpositionen konzentrieren, darunter Panoptic und PEAQ.
Panoptic startete laut Börse Global kürzlich eine neue Version für den On-Chain-Handel mit tokenisierten Vermögenswerten. Für die Finanzierung des weiteren Betriebs steht zunächst ein Gesellschafterdarlehen im sechsstelligen Bereich zur Verfügung.
Die Mittel sollen in die Reaktivierung der Einheit FinPro fließen. Für eine dauerhafte Finanzierung benötigt das Management jedoch weitere Monetarisierungen von Portfoliowerten.
Die Analysten von GBC stufen die Aktie weiterhin als spekulativ ein und bestätigten ihr Kursziel von 2,00 Euro bis Ende 2027. Die Aktie notiert aktuell bei 1,07 Euro und verzeichnete einen Tagesverlust von rund neun Prozent.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Vorstand erneut einen Fehlbetrag. Dieser soll jedoch niedriger ausfallen als im Vorjahr. Weitere Einzelheiten zur strategischen Ausrichtung sollen auf der Hauptversammlung im August 2026 folgen.
Infobox: Advanced Blockchain meldete für 2025 einen Jahresfehlbetrag von 3,48 Millionen Euro. Die neue Strategie fokussiert KI, Robotics, Consulting, Treasury und Analytics; für 2026 wird erneut ein Fehlbetrag erwartet.
RWA-Markt wächst, doch ein großer Teil der Token bleibt inaktiv
Der Markt für tokenisierte reale Vermögenswerte hat laut BeInCrypto einen Wert von mehr als 60 Milliarden USD erreicht. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil dieses Wertes konzentriert, eingeschränkt oder auf der Blockchain inaktiv.
Der Bericht „Real State of Tokenization in 2026“ von BeInCrypto Intelligence wurde mit Marktdaten von RWA.xyz erstellt und verfolgt mehr als 7.000 Produkte aus zwölf Anlageklassen. Dabei halten nur 62 Vermögenswerte 88% des Marktwerts. Fünf Produkte machen etwa die Hälfte des Marktwerts aus.
Besonders deutlich zeigt sich die geringe Aktivität bei Vermögenswerten mit einem Wert von jeweils mehr als 100.000 USD. Von 1.289 tokenisierten Vermögenswerten verzeichneten 910 Assets im Wert von 32,9 Milliarden USD innerhalb einer Woche keinerlei Transfers.
Außerdem sind 97% des Marktes weiterhin für US-Retail-Investoren nicht zugänglich. Die Experten führen die geringe Nutzung auf unterschiedliche strukturelle Probleme zurück.
Graham Rodford, CEO und Mitgründer von Archax, sieht die Fragmentierung der Blockchains als wesentliche Hürde. Institutionen sollten seiner Ansicht nach nicht gezwungen sein, sich für eine einzelne Blockchain zu entscheiden.
„Das Fragmentierungsproblem ist real und es wird nicht verschwinden“, sagt Graham Rodford laut BeInCrypto.
Archax plädiert für eine regulierte Schicht über einzelnen Netzwerken. Diese Infrastruktur soll Ausgabe, Handel, Verwahrung und Abwicklung ermöglichen, ohne Unternehmen an eine bestimmte Blockchain zu binden.
Iggy Ioppe, CIO von Theo, bewertet die 32,9 Milliarden USD an inaktiven Vermögenswerten nicht als Scheitern der Tokenisierung. Vielmehr zeige die Entwicklung, dass große Teile des Marktes bei der digitalen Abbildung eines Vermögenswertes stehen geblieben seien.
„Einen Vermögenswert nur in einen Token zu verpacken, ohne ihn nutzbar zu machen, ist ‘Tokenisierungs-Theater’“, sagt Iggy Ioppe laut BeInCrypto.
Im Bericht wird zwischen Distributed Assets und Represented Assets unterschieden. Distributed Assets können tatsächlich über öffentliche Blockchains transferiert werden, während die Blockchain bei Represented Assets hauptsächlich als digitaler Nachweis dient. Etwa 27 Milliarden USD des inaktiven Werts stammen aus Represented Assets.
Fabian Dori, CIO der Sygnum Bank, warnt vor regionalen Liquiditätsinseln. Unterschiedliche regulatorische Vorgaben und Standards könnten dazu führen, dass sich tokenisierte Märkte in voneinander abgeschottete Liquiditätspools aufteilen.
In der EU regulierte Produkte haben laut Bericht einen Wert von 3,3 Milliarden USD und machen 6% des Kernmarktes aus. Regulierte Plattformen müssten Emittenten und Investoren über verschiedene Blockchains hinweg verbinden und zugleich lokale rechtliche und Compliance-Anforderungen einhalten.
Aleksandr Cryptoved, Gründer von WAODAO, fordert ein Liquiditätsnetzwerk für tokenisierte Vermögenswerte. Diese sollten über viele kleinere Handelspaare miteinander verbunden werden, anstatt sich auf einen einzigen tiefen Markt gegen einen Stablecoin zu konzentrieren.
Die Experten sind sich über die Ursachen der geringen Aktivität nicht vollständig einig. Als Gründe werden Blockchain-Fragmentierung, fehlender praktischer Nutzen, regulatorische Grenzen und unzureichende Liquiditätsverbindungen genannt.
Infobox: Der RWA-Markt ist mehr als 60 Milliarden USD wert, doch 910 von 1.289 betrachteten Vermögenswerten verzeichneten innerhalb einer Woche keinerlei Transfers. Die nächste Entwicklungsphase soll Token mit Liquidität, Regulierung und praktischer Nutzung verbinden.
Solana erreicht 300.130 RWA-Adressen
Solana hat laut Börse Express bei tokenisierten realen Vermögenswerten einen historischen Meilenstein erreicht. Am 16. Juli 2026 überholte die Blockchain Plume, Ethereum und BNB Chain und wurde zur Blockchain mit den meisten Haltern tokenisierter realer Vermögenswerte.
Die Zahl stieg auf 300.130 Adressen. Der verteilte RWA-Wert lag bei rund 3,32 Milliarden Dollar, nachdem er Anfang Juli kurzzeitig bis auf 3,62 Milliarden Dollar gestiegen war.
Nach Daten von RWA.xyz verzeichnete Solana in den vergangenen 30 Tagen Netto-Zuflüsse von mehr als 900 Millionen Dollar in diesem Segment. Das war der größte Zuwachs unter den großen Blockchains.
Im Juni 2026 entfielen laut Crypto Economy mehr als 96 Prozent des gesamten tokenisierten Aktienhandels auf Blockchains auf Solana. Das Spotvolumen belief sich auf 3,47 Milliarden Dollar.
Die Entwicklung erhielt zusätzliche Impulse durch japanische Finanzkonzerne. SBI Global Asset Management brachte gemeinsam mit dem lizenzierten Infrastrukturanbieter DigiFT am 14. Juli 2026 mit dem JX-Token erstmals einen japanischen Aktienfonds auf die Blockchain.
Der JX-Token bildet den SBI Japan High Dividend Equity Fund ab, der seit Dezember 2023 ein Nettovermögen von rund 220 Milliarden Yen verwaltet. Die Abwicklung erfolgt zunächst in USDC, eine spätere Integration des yen-gebundenen Stablecoins JPYSC ist geplant.
Zwei Tage später kündigte die SBI Group eine separate Partnerschaft mit Ondo Finance an. Ondo Global Markets soll künftig tokenisierte japanische Aktien ausgeben, die SBI über das Banken-, Broker- und Vermögensverwaltungsnetzwerk vertreibt.
Auch bei diesem Vorhaben dient JPYSC als Abwicklungswährung. Der Stablecoin läuft seit Ende Juni 2026 mit einem Startkapital von 10 Milliarden Yen unter Aufsicht der japanischen Finanzaufsicht JFSA.
Parallel baut Solana seine Stablecoin-Infrastruktur aus. Circle speiste am 16. Juli 2026 erneut 500 Millionen Dollar USDC in das Netzwerk ein. Das kumulierte Prägevolumen von USDC auf Solana im laufenden Jahr 2026 summiert sich damit auf gut 70 Milliarden Dollar.
Das im Umlauf befindliche Volumen liegt zwischen 7,7 und 8,6 Milliarden Dollar. Mastercard erweiterte zudem seine Abwicklungsunterstützung für regulierte Stablecoins wie USDC, PYUSD und RLUSD auf mehrere Netzwerke, darunter Solana. Dadurch werden Abrechnungen an Wochenenden und Feiertagen ermöglicht.
Der SOL-Kurs bleibt trotz der fundamentalen Entwicklungen unter Druck. Der Coin notiert aktuell bei 74,86 US-Dollar und gab zuletzt um 1,20 Prozent nach. Der Kurs liegt 17,56 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt und 70,39 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 21. September 2025.
Spot-Solana-ETFs verzeichneten am 15. Juli 2026 einen Abfluss von 707.100 Dollar. Analysten von Bitget News sehen 75 Dollar als entscheidenden Support. Ein Ausbruch nach oben könnte Ziele zwischen 98 und 120 Dollar eröffnen, während ein Bruch nach unten Abwärtsbewegungen bis 70, 60 bis 65 oder sogar 32 Dollar auslösen könnte.
Ali Charts sieht laut CoinEdition ein erstes SuperTrend-Kaufsignal seit Oktober. Als Kursziele werden 96 und 121 Dollar genannt, sofern die Marke von 60 Dollar nicht unterschritten wird. Ein Prognosemarkt räumte SOL zuletzt nur eine Wahrscheinlichkeit von 11 Prozent ein, bis Ende Juli 2026 wieder die 90-Dollar-Marke zu erreichen.
Zusätzlichen Gegenwind erhielt das Ökosystem durch die Aktie von SOL Strategies. Der Betreiber von Validatoren und Staking-Diensten auf Solana verlor laut Kalkine am 15. Juli 2026 5,92 Prozent.
Infobox: Solana erreichte 300.130 RWA-Adressen und einen verteilten RWA-Wert von rund 3,32 Milliarden Dollar. Gleichzeitig notiert SOL bei 74,86 US-Dollar und bleibt charttechnisch angeschlagen.
Canton verbindet institutionelle Finanzmärkte auf einer Blockchain
Phemex berichtet über einen Tokenisierungs-Pilot der Depository Trust and Clearing Corporation, kurz DTCC. Am 14. Juli 2026 startete das Projekt mit etwa 40 großen Finanzinstituten auf der Canton-Blockchain.
Zu den Teilnehmern zählen unter anderem JPMorgan, Goldman Sachs, BlackRock, Vanguard und die New York Stock Exchange. Im Pilotprojekt wurden US-Staatsanleihen und Aktien tokenisiert.
Canton wurde von Yuval Rooz konzipiert. Rooz ist Mitgründer und CEO von Digital Asset, dem Unternehmen hinter dem Canton-Netzwerk. Digital Asset wurde 2014 gegründet, Rooz ist seitdem CEO.
Canton ist eine institutionelle Layer-1-Blockchain mit konfigurierbarer Privatsphäre. Die Architektur soll es Institutionen ermöglichen, Geschäfte im selben Netzwerk abzuwickeln, ohne dass ihre Aktivitäten für andere Teilnehmer sichtbar werden.
Diese Funktion ist für Banken und Vermögensverwalter von Bedeutung, da Positionen, Handelspartner und Auftragsflüsse vertraulich bleiben müssen. Canton verbindet nach Darstellung von Phemex gemeinsame Infrastruktur mit vertraulicher Abwicklung.
Der DTCC-Pilot lief am 14. und 15. Juli 2026. Der vollständige Produktivbetrieb ist für Oktober 2026 geplant. Die Abwicklung der Settlement-Logik erfolgte über Canton.
Yuval Rooz hatte vor Canton Erfahrungen in Trading-Technologie und Finanzinfrastrukturen gesammelt. Das erste weit verbreitete Produkt von Digital Asset war DAML, eine Smart-Contract-Sprache für regulierte Finanzanwendungen.
Rooz ist außerdem Vorstandsmitglied und Schatzmeister der Global Synchronizer Foundation, sitzt im Global Markets Advisory Committee der CFTC, ist Vorstandsmitglied des Global Blockchain Business Council und sagte 2023 vor dem US-Repräsentantenhaus aus.
Der Ansatz von Canton unterscheidet sich deutlich von offenen Blockchains. Teilnehmer werden geprüft und die Privatsphäre wird konfiguriert. Kritiker sehen Canton deshalb eher als geteilte Datenbank mit Token denn als offene Blockchain.
Der CC-Token notiert laut Phemex aktuell wieder bei etwa 0,135 $. Die Marktkapitalisierung liegt nahe 5 Milliarden $. Der DTCC-Pilot erfordert jedoch keinen CC-Kauf und beeinflusst den Preis des Tokens nicht direkt.
Der Pilot stärkt die Glaubwürdigkeit des Netzwerks, erzeugt aber keine automatische Nachfrage nach dem Token. Der Bericht betont deshalb, dass der Netzwerkerfolg und der Tokenpreis getrennt betrachtet werden müssen.
Der Produktivstart im Oktober 2026 wird als entscheidender Härtetest beschrieben. Er soll zeigen, ob die institutionelle Tokenisierung über die Pilotphase hinaus in den Abwicklungsalltag übergeht.
Infobox: Rund 40 Finanzinstitute nahmen am DTCC-Pilot auf Canton teil. Der vollständige Produktivbetrieb ist für Oktober 2026 geplant; der CC-Token notiert aktuell wieder bei etwa 0,135 $.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Entwicklung ist die Verschiebung von Blockchain-Projekten aus der Experimentierphase in regulierte Finanzinfrastrukturen. Besonders relevant sind interoperable, zugangsbeschränkte Netzwerke, die bestehende Systeme ergänzen, statt sie kurzfristig zu ersetzen.
Der technologische Fortschritt allein garantiert jedoch weder Liquidität noch wirtschaftlichen Erfolg. Inaktive tokenisierte Vermögenswerte, regulatorische Fragmentierung und die fehlende Verbindung zwischen Netzwerknutzung und Tokenwert zeigen, dass Standards, Zugang und praktischer Nutzen wichtiger werden als reine Ausgabemengen.
Für Unternehmen und Anleger steigt damit die Bedeutung belastbarer Geschäftsmodelle. Infrastrukturbetreiber mit institutioneller Einbindung dürften langfristig bessere Chancen haben als Projekte, die vor allem auf Aufmerksamkeit, Tokenemissionen oder kurzfristige Kursimpulse angewiesen sind.
Infobox: Der Markt bewegt sich in Richtung regulierter und institutioneller Blockchain-Infrastruktur. Nachhaltiger Erfolg hängt künftig vor allem von Interoperabilität, realer Nutzung, Liquidität und tragfähiger Finanzierung ab.
Quellen:
- Riyadh Emerges as a Global Powerhouse as Blockchain Infrastructure & AI Take Center Stage at Global Blockchain Show 2026
- Swift: Ein mächtiger Player betritt den Kryptomarkt
- Advanced Blockchain Aktie: 3,48 Millionen Jahresfehlbetrag 2025
- Ist der RWA-Boom eine Illusion? Experten reagieren auf die Liquiditätslücke bei der Tokenisierung
- Solana: 300.130 RWA-Adressen erreicht
- Wer ist Yuval Rooz? Wie Canton die Wall Street verbindet | 2026



















