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Bitcoin steht zwischen Kursstärke, politischer Unsicherheit und überraschenden Messproblemen: Während der gescheiterte Clarity Act den Markt kaum bremst, rücken Milliardenbestände aus dem movie2k.to-Verfahren und die Aussagekraft zentraler Onchain-Daten in den Fokus. Zudem zeigt die Debatte um kreditfinanzierte Käufe, wie nah Chancen und Risiken im Kryptomarkt beieinanderliegen.
Bitcoin zwischen Kursstärke, Regulierung und Messproblemen
Clarity Act scheitert vorerst – Bitcoin zeigt sich widerstandsfähig
Der Antrag zur weiteren Beratung des Clarity Act scheiterte am 15. September. Das Gesetz ist damit nicht endgültig vom Tisch, doch eine Verabschiedung in diesem Jahr wird angesichts des engen Zeitplans und der bevorstehenden Zwischenwahlen schwieriger, berichtet T-Online.
Der Clarity Act soll klare Zuständigkeiten für digitale Vermögenswerte schaffen und die Abgrenzung zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) regeln. Die bislang ungeklärten Zuständigkeiten sorgen laut T-Online wiederholt für Unsicherheit bei Unternehmen und Investoren. Der gescheiterte Vorstoß verlängert diese regulatorische Unklarheit.
Donald Trump hatte zuvor einem großen Teil eines parteiübergreifenden Vorschlags für strengere Ethikregeln zugestimmt. Hochrangige Regierungsvertreter sollten während ihrer Amtszeit unter anderem keine digitalen Vermögenswerte herausgeben oder unterstützen dürfen. Außerdem war eine Durchsetzung der Regeln durch die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten vorgesehen.
Nach der Abstimmung gab der Bitcoin zunächst nach. T-Online bewertet den negativen Einfluss des gescheiterten Gesetzes auf die Kryptowährung jedoch als geringer, als es die Schlagzeilen vermuten ließen. Das Bitcoin-Netzwerk funktioniert unabhängig von der US-Gesetzgebung; für den Kurs seien vor allem Liquidität, Zinsen, ETF-Zuflüsse und die allgemeine Risikobereitschaft an den Finanzmärkten entscheidend.
Eine dauerhafte gesetzliche Regelung würde Unternehmen und Investoren mehr Planungssicherheit geben. Gleichzeitig arbeiten SEC und CFTC innerhalb ihrer bestehenden Kompetenzen bereits an Vorgaben für digitale Vermögenswerte. Diese Maßnahmen können die Lücke teilweise schließen, ersetzen aber keinen umfassenden gesetzlichen Rahmen.
„Die Unsicherheit verführte einige Anleger dazu, Short-Positionen neu einzugehen“, zitiert T-Online Andreas Lipkow von CMC Markets.
In den vergangenen Wochen hatte sich der Bitcoin dennoch erholt. Mitte August stieg er innerhalb weniger Tage um mehr als 20 Prozent und überschritt zeitweise die Marke von 80.000 Dollar. Am 21. September überwand Bitcoin sogar die Marke von 85.000 US-Dollar, was laut T-Online einem 9-Monats-Hoch entsprach.
Bei 85.000 US-Dollar liegt nach Angaben des Analysehauses IndexRadar eine Widerstandszone, in der seit Ende 2025 große Bestände aufgebaut wurden. Auf der Unterseite bleibt der Bereich um 60.000 bis 65.000 Dollar relevant. Zudem verweist T-Online auf das Halving-Muster: Ausgangspunkt der aktuellen Zählung ist das vierte Halving im April 2024, während das nächste Halving voraussichtlich im April 2028 stattfindet.
Zusammenfassung: Der gescheiterte Clarity Act verlängert die regulatorische Unsicherheit, konnte den Bitcoin-Kurs laut T-Online aber nicht dauerhaft stoppen. Für die weitere Entwicklung gelten Liquidität, Zinsen, ETF-Zuflüsse, technische Marken, das Halving-Muster und die Risikobereitschaft als wichtige Faktoren.
Bitcoin-Milliarden im movie2k.to-Prozess: Noch keine Verständigung
Im Prozess um den illegalen Streamingdienst „movie2k.to“ und Bitcoin-Milliarden gibt es weiterhin keine Einigung. Nach Angaben des Landgerichts Leipzig sind noch acht Verhandlungstermine bis 7. Januar angesetzt, berichtet WELT.
Parallel laufen nicht öffentliche Verständigungsgespräche zwischen der Kammer, der Generalstaatsanwaltschaft und der Verteidigung der beiden Angeklagten. Der Vorsitzende der Wirtschaftsstrafkammer hatte diese Gespräche angeregt. Nach seinen Vorüberlegungen wäre nach einem umfassenden Geständnis für den Hauptangeklagten eine Freiheitsstrafe zwischen einem und eineinhalb Jahren denkbar.
Der mutmaßliche Kopf des Portals ist unter anderem wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche in mehr als 100 Fällen angeklagt. Ursprünglich warf die Generalstaatsanwaltschaft ihm außerdem vor, in rund 220.000 Fällen urheberrechtlich geschützte Werke unerlaubt verwertet zu haben. Diese Vorwürfe sind nach Ansicht des Landgerichts verjährt und daher nicht mehr Gegenstand des Strafverfahrens.
Ein weiterer Angeklagter muss sich wegen Geldwäsche in Dutzenden Fällen und Steuerhinterziehung verantworten. Laut Anklage bot das Duo gemeinsam mit einem bereits rechtskräftig verurteilten Mann über „movie2k.to“ jahrelang hunderttausende Raubkopien von Filmen und Serien an. Die Betreiber erzielten demnach Millioneneinnahmen aus Werbeverträgen und erwarben damit Bitcoins.
Das Portal wurde 2013 abgeschaltet. Der Hauptangeklagte konnte erst 2023 im Ausland festgenommen werden. Nach seiner Festnahme übergab er den Ermittlern knapp 50.000 Bitcoins.
Der Verkauf dieser Bitcoins brachte nach einem Kurssprung der Kryptowährung etwa 2,64 Milliarden Euro ein. Das Geld wird derzeit bei der Landesjustizkasse verwahrt, gehört nach Angaben des Gerichts bis zu einem rechtskräftigen Urteil aber weiterhin dem Angeklagten.
Die Generalstaatsanwaltschaft geht außerdem davon aus, dass der Angeklagte noch weitere rund 57.000 Bitcoins besitzt. Beim aktuellen Kurs wären diese gut vier Milliarden Euro wert. Die Wirtschaftsstrafkammer muss im Prozess auch über die mögliche Einziehung des Vermögens entscheiden.
| Angesetzte weitere Verhandlungstermine | acht |
| Übergabene Bitcoins | knapp 50.000 |
| Erlös aus dem Verkauf | etwa 2,64 Milliarden Euro |
| Weitere vermutete Bitcoins | rund 57.000 |
| Wert der weiteren Bitcoins beim aktuellen Kurs | gut vier Milliarden Euro |
Zusammenfassung: Im movie2k.to-Verfahren laufen weiterhin Verständigungsgespräche. Im Mittelpunkt stehen neben den Geldwäsche- und Steuerhinterziehungsvorwürfen insbesondere knapp 50.000 verkaufte Bitcoins sowie weitere rund 57.000 Bitcoins und deren mögliche Einziehung.
BIS-Studie stellt Aussagekraft von Onchain-Daten infrage
Eine Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich stellt gängige Bitcoin-Kennzahlen infrage. Je nach Berechnungsmethode können Schätzungen zum Onchain-Transfervolumen und zur Marktkapitalisierung erheblich voneinander abweichen, berichtet finanzen.net.
Die Autoren Timothy Aerts, Ronald Heijmans, Jan Paulick und Violeta Vuletic veröffentlichten das Working Paper Nr. 1377 mit dem Titel „Hidden by complexity? Measuring stablecoin, crypto and decentralised finance ecosystems“. Für die Untersuchung wurden Blockchain-Daten von Bitcoin, Ethereum und Tron über die Analyseplattform Mercurius ausgewertet.
Die Plattform wurde von der niederländischen Zentralbank gemeinsam mit dem BIS Innovation Hub und der Deutschen Bundesbank entwickelt und umfasst rund 100 Milliarden Datensätze. In die Bitcoin-Analyse flossen Daten aus den Jahren 2009 bis 2026 ein, darunter rund 1,3 Milliarden Transaktionen und 3,6 Milliarden Transaktions-Outputs.
Das zentrale Ergebnis: Je nach Berechnungsmethode können Schätzungen des Bitcoin-Onchain-Transfervolumens um bis zu das Sechsfache voneinander abweichen. Als Ursache nennt die Studie die UTXO-Struktur von Bitcoin. Wenn Bitcoin ausgegeben wird, wird häufig nicht der vollständige Betrag eines zuvor erhaltenen Outputs übertragen; der Rest fließt als Wechselgeld an den Absender zurück.
Dieser Rückfluss kann je nach Berechnungsmethode dennoch als zusätzlicher Output in das Transfervolumen einfließen, obwohl kein Geld an eine andere Partei übertragen wurde. Dadurch entsteht der Eindruck eines größeren Transfervolumens.
Auch bei der Marktkapitalisierung stellte die Studie erhebliche Unterschiede fest. Die konventionelle Berechnung lag zeitweise bis zu viermal höher als die sogenannte „Realized Capitalization“, bei der jeder Bitcoin mit dem Kurs bewertet wird, zu dem er bei seiner letzten Bewegung bewertet wurde.
Zusätzlich beeinflussen sogenannte „Lost Coins“ die Berechnung. Rund 1,8 Millionen Bitcoin wurden seit mehr als 15 Jahren nicht bewegt. Allein über eine Million davon werden dem Bitcoin-Erfinder SatoshiNakamoto zugeschrieben. Die Autoren werten diese Coins als wahrscheinlich verloren und zeigen, wie stark die Marktkapitalisierung sinkt, wenn sie herausgerechnet werden.
Die BIS-Forscher bezeichnen Onchain-Indikatoren generell als unpräzise. Transaktionsvolumen, Marktkapitalisierung und Total Value Locked vermittelten häufig einen Grad an Genauigkeit, den die zugrunde liegenden Daten nicht hergäben. Die Kennzahlen seien unpräzise Näherungswerte und keine direkten Messgrößen wirtschaftlicher Aktivität.
Die Messprobleme betreffen laut Studie auch Ethereum und Tron. Bei Ethereum erschwert insbesondere die große Zahl unterschiedlicher Smart Contracts die Auswertung. Von rund 67,5 Millionen untersuchten aktiven Smart Contracts konnten die Forscher etwa 54 Millionen anhand der verwendeten Kategorien nicht klassifizieren.
Auch Stablecoin-Daten lassen sich demnach nicht ohne Weiteres über verschiedene Blockchains hinweg vergleichen. Im Jahr 2022 lagen mehr als 20 Prozent der USDT auf Ethereum in Smart Contracts, während es bei Tron rund ein Prozent waren. USDT war auf Ethereum stärker mit DeFi-Aktivitäten verbunden, auf Tron dagegen eher mit zahlungsähnlichen Anwendungen und der Nutzung als Wertspeicher.
| Abweichung beim Bitcoin-Onchain-Transfervolumen | bis zu das Sechsfache |
| Abweichung der konventionellen Marktkapitalisierung gegenüber der Realized Capitalization | bis zu viermal |
| Seit mehr als 15 Jahren nicht bewegte Bitcoin | rund 1,8 Millionen |
| Untersuchte aktive Smart Contracts auf Ethereum | rund 67,5 Millionen |
| Nicht klassifizierbare aktive Smart Contracts | etwa 54 Millionen |
| USDT in Smart Contracts auf Ethereum im Jahr 2022 | mehr als 20 Prozent |
| USDT in Smart Contracts auf Tron im Jahr 2022 | rund ein Prozent |
Für Anleger bedeutet die Studie laut finanzen.net, dass Onchain-Kennzahlen eher als Orientierungshilfen und nicht als exakte Messwerte verstanden werden sollten. Werte wie das Transfervolumen oder das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu Realized Cap hängen stark von der Berechnungsmethode des jeweiligen Datenanbieters ab.
Die Autoren empfehlen statt einzelner Punktwerte Bandbreiten mit offengelegten Annahmen sowie eine technische Klassifikation von Smart Contracts und Transaktionen. Für Anleger sei es sinnvoll, Trends zu betrachten und mehrere Quellen miteinander zu vergleichen.
Zusammenfassung: Die BIS-Studie zeigt erhebliche Abweichungen bei zentralen Onchain-Kennzahlen. Wechselgeld-Effekte, verlorene Coins und die unterschiedliche Nutzung von Blockchains können die Bewertung von Bitcoin, Ethereum und Tron deutlich beeinflussen.
Bitcoin auf Kredit: BTC-ECHO beleuchtet Chancen und Risiken
Ein Bitcoin-Kauf mit geliehenem Geld gilt vielen Anlegern als Tabu. BTC-ECHO berichtet über Nicole Nowak, die erklärt, wann Fremdkapital aus ihrer Sicht rational sein kann und wo die Grenze überschritten wird.
Bitcoin wird bereits ohne Fremdkapital als riskantes Investment betrachtet. Wer zusätzlich einen Kredit aufnimmt, erhöht den Einsatz nochmals deutlich. Nicole Nowak, eine frühere Data Analystin, verließ ihren Konzernjob und machte sich mit Bitcoin selbstständig.
In der Bitcoin-Community wurde sie laut BTC-ECHO insbesondere durch ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Kreditthema bekannt. Im Gespräch erklärt sie, warum sie ihren eigenen Bitcoin-Kauf per Kredit vorgezogen hat.
Außerdem geht es um die Unterschiede zwischen klassischen Konsumentenkrediten und Bitcoin-besicherten Darlehen. Nowak spricht zudem darüber, wo ein besonders attraktiver Einstiegszeitpunkt liegen könnte.
BTC-ECHO stellt dabei heraus, dass ein kreditfinanzierter Bitcoin-Kauf mit einem erhöhten Risiko verbunden ist. Der Einsatz von Fremdkapital verändert die Ausgangslage gegenüber einem Kauf aus eigenen Mitteln und macht die Finanzierung zu einem zentralen Bestandteil der Entscheidung.
- Bitcoin gilt bereits ohne Fremdkapital als riskantes Investment.
- Ein Kredit erhöht den finanziellen Einsatz zusätzlich.
- Nicole Nowak unterscheidet zwischen klassischen Konsumentenkrediten und Bitcoin-besicherten Darlehen.
- BTC-ECHO weist auf das Risiko bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals hin.
Zusammenfassung: BTC-ECHO stellt die Kreditfinanzierung von Bitcoin anhand der Einschätzungen von Nicole Nowak zur Diskussion. Im Mittelpunkt stehen die höhere Risikostruktur, die Unterschiede zwischen Kreditarten und die Frage nach einem geeigneten Einstiegszeitpunkt.
n-tv: Krypto-Euphorie hält an, Risiken bleiben bestehen
n-tv berichtet in einem Beitrag mit dem Titel „Dreiklang schiebt Bitcoin hoch“ über die aktuelle Krypto-Euphorie. Zugleich wird betont, dass die Situation trotz der positiven Kursstimmung noch nicht vollständig geklärt ist.
Der Beitrag ordnet den Anstieg des Bitcoin im Zusammenhang mit mehreren Faktoren ein. Die positive Entwicklung wird dabei nicht als endgültige Entwarnung bewertet, sondern als Phase, in der die bestehenden Risiken weiterhin berücksichtigt werden müssen.
Damit ergänzt n-tv die Einschätzung von T-Online, wonach die allgemeine Risikobereitschaft an den Finanzmärkten, Liquidität, Zinsen und ETF-Zuflüsse für den Bitcoin-Kurs entscheidend bleiben. Die Krypto-Euphorie allein liefert demnach keine abschließende Aussage über die weitere Entwicklung.
Zusammenfassung: n-tv beschreibt einen von mehreren Faktoren getragenen Bitcoin-Anstieg, warnt jedoch davor, die bestehenden Unsicherheiten als beseitigt anzusehen.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Bedeutung der Nachricht liegt weniger in einem einzelnen Kursimpuls als in der wachsenden Notwendigkeit, Bitcoin differenziert zu bewerten. Regulatorische Verzögerungen erhöhen die Unsicherheit für Unternehmen, gefährden aber nicht die technische Funktionsfähigkeit des Netzwerks. Zugleich zeigen die Onchain-Messprobleme, dass scheinbar präzise Kennzahlen keine verlässliche Grundlage für weitreichende Anlageentscheidungen sind.
Besonders kritisch ist die Verbindung aus hoher Markteuphorie, unvollständiger Regulierung und kreditfinanzierten Käufen. Dadurch steigt das Risiko, dass Anleger kurzfristige Kursstärke mit struktureller Sicherheit verwechseln. Die Entwicklung bleibt daher stark von Liquidität, Marktstimmung und der Qualität der verwendeten Daten abhängig.
Infobox: Bitcoin wirkt widerstandsfähig, bleibt aber ein hochsensitives Risikoasset. Entscheidend sind belastbare Daten, ausreichende Liquidität und der Verzicht auf übermäßige Fremdfinanzierung.
Quellen:
- Clarity Act gescheitert: Warum Trump den Bitcoin-Kurs trotzdem nicht stoppen kann
- Prozess um Bitcoin-Milliarden: Noch keine Verständigung
- Studie deckt Messfehler bei Onchain-Daten auf: Was das für die Bewertung von Bitcoin bedeutet
- Bitcoin auf Kredit kaufen: Genial oder wahnsinnig?
- "Dreiklang" schiebt Bitcoin hoch: Trotz Krypto-Euphorie: "Kuh ist nicht vom Eis"
- Bitcoin: Jetzt gilt es!



















