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Die Bitcoin-Haltefrist steht politisch weiter unter Druck – doch Widerstand aus Parlament, Branche und Bevölkerung bremst die Reform. Zugleich zeigen neue Marktanalysen, wie Steuerpläne, steigende US-Renditen und ein möglicher KI-Crash Bitcoin und andere Anlageklassen beeinflussen könnten.
Bitcoin-Haltefrist: Kabinettstermin vorerst gestoppt
Die geplante Abschaffung der einjährigen Haltefrist für Bitcoin und andere Kryptowährungen verzögert sich offenbar weiter. Nach Angaben von BTC-ECHO befindet sich das Vorhaben weiterhin in der Ressortabstimmung und soll am Mittwoch nicht wie geplant im Bundeskabinett behandelt werden.
Der politische Widerstand gegen die Reform wächst. Mehr als 44.000 Menschen unterstützten eine Petition zum Erhalt der Haltefrist, während sich mindestens zwölf Bundestagsabgeordnete kritisch zur Abschaffung äußerten. Frank Schäffler wertete die Verzögerung als Hinweis darauf, dass der Widerstand Wirkung zeige, und rief dazu auf, weiterhin CDU- und CSU-Abgeordnete zu kontaktieren.
Bislang können Privatanleger Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowährungen nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei realisieren. Das Bundesfinanzministerium möchte diese Regelung abschaffen und Gewinne unabhängig von der Haltedauer besteuern. Für vor 2027 erworbene Bestände sieht der bisherige Entwurf einen Bestandsschutz vor.
Eine Umfrage von BTC-ECHO und der IU Internationalen Hochschule verdeutlicht die Unsicherheit über den weiteren Verlauf. 41 Branchenexperten schätzten die Wahrscheinlichkeit einer gesetzlichen Abschaffung innerhalb der kommenden sechs Monate im Durchschnitt auf 65 Prozent. Unter 254 Teilnehmern aus der BTC-ECHO-Community lag dieser Wert bei 69 Prozent.
Zusammenfassung: Die Abschaffung der Bitcoin-Haltefrist ist vorerst nicht im Bundeskabinett behandelt worden. Petition, Kritik aus der Union und Umfragewerte zeigen, dass die Reform politisch umstritten bleibt.
Petition bringt Bitcoin und Gold gemeinsam auf die steuerpolitische Agenda
Die Anhörung zur geplanten Abschaffung der Bitcoin-Haltefrist entwickelte sich laut Business Punk zu einer grundsätzlichen Debatte über die steuerliche Behandlung digitaler Vermögenswerte. Nicole Nowak, in der Bitcoin-Szene als „Heart Money“ bekannt, und Steuerexperte Dr. Ingo Heuel stellten sich am 12. Oktober den Fragen der Abgeordneten und des Bundesfinanzministeriums.
Nowak hatte die Petition ProHaltefrist initiiert, die von 44.439 Unterstützern getragen wurde. Ihr Anliegen ist, die steuerfreie Haltefrist für Bitcoin beizubehalten. Während der Anhörung rückte jedoch zusätzlich die Steuerfreiheit von Gold in den Mittelpunkt.
Auslöser war eine Frage des CSU-Abgeordneten Heiko Hain zu möglichen Ausweichbewegungen in andere Anlageklassen. Das Bundesfinanzministerium erklärte, im Rahmen der Verbände- und Länderbeteiligung seien auch Vorschläge eingegangen, die steuerlichen Änderungen „eher noch Richtung Gold auszuweiten“. Ein konkretes Gesetzesvorhaben sei daraus bislang nicht entstanden.
Nach der bisherigen Regelung können Privatanleger Bitcoin und physisches Gold nach mehr als einem Jahr grundsätzlich steuerfrei verkaufen. Für Bitcoin soll dies bei Neuanschaffungen ab 2027 enden. Gewinne würden künftig unabhängig von der Haltedauer mit 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag belastet, während Gold zunächst steuerfrei bliebe.
In der Anhörung wurde außerdem die unterschiedliche regulatorische Einordnung von Bitcoin und Aktien thematisiert. Bitcoin habe keinen Emittenten, keinen Vorstand, keine Unternehmensbilanz und keinen Schuldner; das Netzwerk funktioniere dezentral und das Angebot sei auf rund 21 Millionen Bitcoin begrenzt. In den USA werde Bitcoin als Digital Commodity eingeordnet, während Deutschland Bitcoin bislang grundsätzlich als anderes Wirtschaftsgut nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz behandelt und künftig in die Systematik der Kapitaleinkünfte nach Paragraf 20 wechseln wolle.
Business Punk berichtet zudem über mögliche Verteilungswirkungen der Reform. Kurzfristige Händler mit hohen Einkommen könnten vom pauschalen Kapitalertragsteuersatz profitieren, während langfristige Sparer bei ab 2027 erworbenen Coins die bisherige Steuerfreiheit verlieren würden. Das Bundesfinanzministerium rechne für 2031 mit zusätzlichen Einnahmen von rund 350 Millionen Euro.
Für entsprechend verpflichtete inländische Anbieter soll ab 2028 ein direkter Einbehalt der Kapitalertragsteuer gelten. Fehlen nachweisbare Anschaffungskosten, könne eine pauschale Ersatzbemessungsgrundlage von 50 Prozent des Verkaufserlöses greifen. Laut Business Punk könnten dadurch zunächst hohe Steuerabzüge entstehen, die später korrigiert werden müssten.
„Und das ist ja nicht gerecht.“
Mit diesem Satz beendete Nicole Nowak laut Business Punk ihre Antwort auf die Frage nach der steuerlichen Behandlung von Bitcoin-Gewinnen. Sie verwies dabei auf die gesetzliche Rente und die wachsende Bedeutung privater Altersvorsorge.
Zusammenfassung: Die Petition zur Bitcoin-Haltefrist hat eine weitergehende Debatte über Gold, private Vermögensbildung und die regulatorische Behandlung digitaler Assets ausgelöst. Eine Entscheidung fiel bei der Anhörung nicht.
WELT warnt vor möglichen Folgen über Bitcoin hinaus
WELT stellt die geplante Neuregelung der Besteuerung von Kryptogewinnen in einen größeren Zusammenhang. Bitcoin könne dabei nur der Anfang sein, während die Verlässlichkeit staatlicher Regeln und der Schutz privaten Wohlstands grundsätzlich zur Debatte stünden.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob eine Änderung der steuerlichen Behandlung von Bitcoin später auch andere private Vermögenswerte erfassen könnte. Der Titel der Analyse verbindet die geplanten Änderungen mit der Forderung, an Paragraf 23 festzuhalten.
WELT beschreibt Bitcoin als Ausgangspunkt einer Debatte, die über Kryptowährungen hinausreicht. Sollte die Steuerfreiheit einer Anlageklasse infrage gestellt werden, müsse die Politik erklären, warum andere Vermögenswerte dauerhaft anders behandelt werden.
Zusammenfassung: WELT bewertet die Debatte als Grundsatzfrage zur Verlässlichkeit staatlicher Regeln. Im Fokus steht die mögliche Signalwirkung der Bitcoin-Reform für weitere private Vermögenswerte.
US-Anleiherenditen könnten Druck auf Aktien und Bitcoin erhöhen
Eine Warnung aus dem US-Anleihemarkt könnte nach Angaben von Yahoo Finanzen Deutschland auch Aktien und Bitcoin betreffen. Der Stratege Harley Bassman warnt, dass eine Rendite von 6% für 20-jährige US-Staatsanleihen Handelsregeln auslösen könnte, die einem Verkaufsdruck von 110 Milliarden USD an Anleihen entsprechen.
Die Rendite der 20-jährigen Anleihe lag am 13. Oktober bei etwa 5,68% und damit 0,32 Prozentpunkte unter der von Bassman genannten Warnmarke. Das Problem betreffe etwa 200 Milliarden USD an Treasury-Futures. Bei steigenden Renditen könnten länger laufende Anleihen zur günstigsten Lieferoption werden und dadurch zusätzlichen Verkaufs- oder Absicherungsdruck auslösen.
Bassman schätzt, ein solcher Lieferwechsel käme einer Auktion von 110 Milliarden USD an 20-jährigen Anleihen durch das Schatzamt innerhalb von vier Monaten gleich. Yahoo Finanzen Deutschland weist darauf hin, dass diese Summe den möglichen Marktdruck beschreibt und keine bestätigten Verkäufe darstellt.
Auch der Aktienmarkt könnte betroffen sein, weil steigende Staatsanleiherenditen höhere Erträge für Investoren bieten und die Finanzierungskosten von Unternehmen erhöhen. Laut einer Umfrage der Bank of America liegt eine weitere Schwelle bei 5,9% für zehnjährige Staatsanleihen. Bei diesem Niveau würden Manager Anleihen gegenüber Aktien bevorzugen. Am Dienstag lag die Rendite bei 5,22%.
Bitcoin wurde am Dienstag bei etwa 83.014 USD gehandelt. Steigende Renditen könnten Investoren aus risikoreicheren Anlagen abziehen und dadurch den Druck auf Kryptowährungen erhöhen. Yahoo Finanzen Deutschland berichtet außerdem, dass Bitunix die jüngste Krypto-Schwäche mit den steigenden US-Finanzierungskosten verbunden habe.
Bassman sieht das tiefer liegende Problem im Haushaltsdefizit Washingtons von 6,2% und erklärt: „Wir haben eher ein Vertrauensproblem als ein Inflationsproblem.“ Keine der genannten Schwellen garantiere einen Crash; ein schneller Renditeanstieg könne jedoch beide Märkte bereits vor dem Erreichen dieser Werte belasten.
Zusammenfassung: Die Rendite der 20-jährigen US-Staatsanleihe lag am 13. Oktober bei etwa 5,68% und damit nahe an der Warnmarke von 6%. Steigende Renditen könnten laut der Quelle Anleihen, Aktien und Bitcoin gleichzeitig unter Druck setzen.
Arthur Hayes sieht nach möglichem KI-Crash Chancen für Bitcoin
Arthur Hayes, ehemaliger BitMEX-CEO, erwartet nach einem möglichen Crash des KI-Booms eine staatliche Rettungsaktion, von der Bitcoin und andere Kryptowährungen profitieren könnten. Finanzen.net berichtet, Hayes habe diese Einschätzung auf der Gamma Prime Investing Conference in Singapur geäußert.
Hayes geht davon aus, dass die Menschheit für den Bau von KI-Rechenzentren „Billionen“ verschwende. Nach seiner These werde jede große technologische Neuerung zunächst überbaut, bevor ein Crash und anschließend eine Rettungsaktion folgten. Regierungen und Notenbanken könnten eingreifen, wenn der Ausbau der KI-Infrastruktur in eine Krise münde.
Den Härtetest erwartet Hayes Ende 2027 oder 2028, wenn ein großer Teil der neuen Rechenzentren fertiggestellt sei und Betreiber zugesagte Zahlungen für Rechenleistung einforderten. Als Nachfragetreiber nennt er SpaceX, OpenAI und Anthropic, die jedoch keine Gewinne erzielten. Der Ausbau könne Rechenleistung „extrem günstig und reichlich“ machen.
Hayes hält auch ein positives Gegenszenario für möglich. Wenn KI innerhalb von zwölf Monaten so nützlich werde, dass die Nachfrage stark wachse, könnten die Unternehmen profitabel werden. NVIDIA und Speicherchiphersteller verdienten bereits Geld; offen sei jedoch, ob Anleger den richtigen Multiplikator auf künftige Gewinne zahlten.
Finanzen.net weist auf einen möglichen zeitlichen Ablauf hin, bei dem Bitcoin zunächst unter Druck geraten könnte. Platze die KI-Blase, könnten riskante Anlagen einschließlich Bitcoin fallen. Erst in einer anschließenden Kreditkrise könnten Regierungen und Notenbanken neue Liquidität bereitstellen.
Hayes ist Mitgründer und Investmentchef des Krypto-Investmenthauses Maelstrom. Sein Projekt Flop soll einen Spotmarkt für Rechenleistung und ein Zahlungsnetzwerk für KI-Agenten schaffen; der Start ist für das erste Quartal 2027 geplant. Finanzen.net weist deshalb darauf hin, dass Hayes’ Aussagen von einem Akteur mit eigenem Interesse am Krypto-Markt stammen.
Zusammenfassung: Arthur Hayes erwartet den möglichen Härtetest des KI-Ausbaus Ende 2027 oder 2028 und sieht Bitcoin nach einer möglichen Rettungsaktion als möglichen Nutznießer zusätzlicher Liquidität. Zugleich wird betont, dass Bitcoin zunächst selbst unter Druck geraten könnte und Hayes ein eigenes KI-Krypto-Projekt plant.
Weitere Marktanalyse zu Bitcoin, Gold und Aktien
Der Aktionär kündigt eine Analyse zur möglichen großen Rotation zwischen verschiedenen Anlageklassen und Einzelwerten an. Im Mittelpunkt stehen Meta, Shopify, Lumentum, Gold und Bitcoin.
Der vorliegende Quelltext enthält zu dieser Meldung keine weiteren auswertbaren Angaben zu Kursen, Daten oder konkreten Einschätzungen. Daher lassen sich aus der Quelle keine zusätzlichen Fakten zur Marktanalyse ableiten.
Zusammenfassung: Der Aktionär behandelt eine mögliche Rotation und analysiert dabei Meta, Shopify, Lumentum, Gold und Bitcoin. Weitere konkrete Angaben sind im vorliegenden Inhalt nicht enthalten.
Einschätzung der Redaktion
Die politische Verzögerung ist vor allem ein Warnsignal für die Planbarkeit des deutschen Krypto-Standorts. Eine rückwirkende Belastung wird zwar durch den Bestandsschutz begrenzt, doch die mögliche Neuregelung ab 2027 würde langfristige private Vermögensbildung unattraktiver machen und könnte Kapital sowie Innovation ins Ausland verlagern.
Gleichzeitig zeigt die Gold-Debatte, dass es nicht nur um Bitcoin geht, sondern um die grundsätzliche steuerliche Gleichbehandlung privater Anlageformen. Die Reform dürfte deshalb politisch deutlich konfliktträchtiger werden als eine reine Anpassung des Kryptorechts.
Zusammenfassung: Die Verzögerung erhöht die Unsicherheit und verschärft eine grundsätzliche Debatte über Vertrauen, Altersvorsorge und die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzstandorts.
Quellen:
- Wiederstand zeigt Wirkung: Ist die Bitcoin-Haltefrist jetzt gerettet?
- Erst Bitcoin, dann Gold? Wie eine Influencerin Berlins Steuerpläne herausfordert
- Besteuerungs-Pläne: Heute Bitcoin, morgen Gold? Finger weg von Paragraf 23!
- Wall Streets 110-Milliarden-USD-Anleihenwarnung: Was das für Aktien und Bitcoin bedeutet
- Bitcoin könnte laut Ex-BitMEX-Chef Hayes vom möglichen KI-Crash profitieren - Chance für Krypto-Anleger?
- Kommt die große Rotation? Meta, Shopify, Lumentum, Gold, Bitcoin in der Analyse



















