10 Fakten & Prognose zur Blockchain & digitalen Ökonomie

Blockchain – Ist die Blockchain die Zukunft der digitalen Ökonomie?

Blockchain

Mehr als 80 % der Führungskräfte beschäftigen sich weltweit bereits mit der Blockchain und jedes siebte Unternehmen hat bereits das eine oder andere Pilotprojekt umgesetzt. Das, was der PwC Global Blockchain Survey 2018 zutage fördert, ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Über $ 13 Milliarden US-Dollar sind 2018 in sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) investiert worden mit dem einzigen Ziel, im Rennen um die Spitzenplätze der neuen globalen Wirtschaft nicht abgehängt zu werden.

Solltest du vor der Entscheidung stehen, das eine oder andere Asset rund um die Blockchain kaufen zu wollen, bist du auf jeden Fall in guter Gesellschaft: Angefangen bei den großen Technologieunternehmen, wie Microsoft und Samsung, bis hin zu den führenden Investment-Firmen, wie BlackRock, sind aktuell nahezu alle global Player dabei, sich ein Stück vom Krypto Markt zu sichern.

Was aber steckt dahinter und ist die Sache den ganzen Rummel wert? Wir gehen der Sache auf den Grund und zeigen dir, was es mit Blockchain’s auf sich hat:

  • Woher kommt sie und seit wann gibt es sie?
  • Wer steht hinter den Blockchains?
  • Wer profitiert davon?
  • Was ist eine Blockchain?

Die langersehnte Technik, auf die die digitale Ökonomie schon seit langem wartet, sagen die einen. Ein gigantischer Flop, der derzeit unreguliert und ungezähmt naive Investoren in die Pleite führen wird, meinen die anderen. Während die einen (zum Großteil Technologieunternehmen und Softwareentwickler) im Kursrückgang der letzten Monate die notwendige Konsolidierung sehen, meinen die anderen (meist traditionelle Bank-Manager und Wirtschaftspolitiker) darin bereits den Anfang vom Ende zu erkennen.

Für eine fundierte Blockchain Info lohnt sich der Blick zu den Anfängen und zwei zentrale Fragen zu beleuchten:

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  • Wann wurde die Blockchain erfunden?
  • Wie funktioniert sie?
  • Warum wurde die Blockchain entwickelt?

Es ist das Jahr 2008 und die Finanzwirtschaft steckt mitten in ihrer größten Vertrauenskrise, die sie selbst geschaffen hat. Der überhitzte Immobilienmarkt der USA droht das globale Währungssystem mit in den Abgrund zu reißen. Viele Billiarden Euro Steuergeld werden weltweit in die Hand genommen, um die Krise abzuwenden. Dennoch schlittert die Weltwirtschaft in die größte Rezession seit 80 Jahren.

In dieser Situation veröffentlicht Satoshi Nakamoto sein Whitepaper zum Bitcoin, das mittlerweile unbestritten als Gründungsdokument der Kryptowirtschaft gilt.

Die Grundidee, die darin formuliert ist, ist genauso brillant wie einfach: Ein dezentrales Buchungssystem (Distributed Ledger) soll die traditionellen Währungen ablösen und die fälschungssichere Verschlüsselungstechnologie wird von den Nutzern selbst verwaltet. Notenbanken und Wirtschafts Manipulationen werden dadurch überflüssig und Spekulationsblasen können die neue digitale Währung nicht mehr gefährden.

Nur Wenige lassen sich zunächst vom Gedanken einer technischen Währung, die nicht manipuliert werden kann, begeistern. Schon bald wird aber klar, dass die neu entwickelte Technologie nicht nur Währungen ersetzen, sondern den Informationsaustausch grundlegend revolutionieren kann. Zehn Jahre nachdem die erste Blockchain online ging (Januar 2009) ist bereits von der zweiten bzw. dritten Generation die Rede. Bevor wir aber die neuesten Entwicklungen betrachten, wollen wir noch einmal die Basics anschauen.

Wie ist ein Block aufgebaut?

Ein Block ist im Grunde die Aneinanderreihung verschlüsselter Daten über vergangene und gegenwärtige Transaktionen. Jeder einzelne enthält zwei unterschiedliche Arten von Informationen:
Im Header sind Metadaten zusammengefasst. Dazu zählt neben einem Zeitstempel, HashCode des Vorgängers und Basisinformationen auch die Nonce. Sie ist einer der variablen Teile, die verändert werden, damit der neu errechnete Code den Anforderungen des Proof-of-Work gerecht werden.

Im Transaktionsteil sind die neu hinzugekommenen Überweisungen zusammengefasst, die noch bestätigt und damit gesichert werden müssen. Der Transaktionsteil wird nach einem eigenem Verschlüsselungsmechanismus, dem sogenannten Hash-Tree, aufbereitet.

Beide Teile zusammengenommen bilden den Block, der die Ausgangsbasis für die Verschlüsselung ist. Dabei wird ein sogenannter SHA-256 Algorithmus verwendet, der eine einzigartige Binärzahl mit 256 Stellen erzeugt – der sogenannte Hashwert. Das Ergebnis ist praktisch fälschungssicher und die User selbst erledigen die Arbeit – das Mining.

Was ist Blockchain Mining?

“One Computer, one vote” ist einer der Leitgedanken des Bitcoin. Die Idee dahinter ist, dass ein Netzwerk von dezentralen Rechnern die gesamte kryptographische Arbeit erledigt: Sie verschlüsseln die Informationsblöcke, indem sie einen neuen Schlüssel, den HashCode, berechnen. Für ihre Leistung bekommen die erfolgreichen Miner einerseits neu erzeugte Coins und andererseits die Transaktionsgebühren der User.

Welcher HashCode am Ende das Rennen macht, wird durch ein automatisiertes Konsensverfahren bestimmt – der Proof-of-Work (PoW) ist das derzeit am meisten verwendete Verfahren.
Der PoW sorgt dafür, dass niemand das Netzwerk manipulieren kann: Neue Blöcke der Blockchain werden durch den Hashing-Algorithmus und den Schwierigkeitsgrad des PoW bestimmt.

Je nachdem, wie viele Rechner im Netzwerk aktiv sind, wird der Schwierigkeitsgrad auch regelmäßig angepasst. Dieser Mechanismus des gewissermaßen der Herzschlag des gesamten Systems.
Die enorme Popularität der Kryptowährungen hat dazu geführt, dass mittlerweile eine richtige Mining-Industrie entstanden ist.

Private haben heute nur mehr in Kooperation in sogenannten Mining-Pools eine Chance, für ihren Aufwand auch belohnt zu werden. Neben den Minern sind auch die Betreiber von Nodes ausschlaggebend für den reibungslosen Ablauf.

Wozu werden Nodes und Masternodes bei der Blockchain gebraucht?

Eine Kryptowährung funktioniert auf dem Grundgedanken der Distributed Ledger – alle Informationen sind gleichzeitig auf vielen verschiedenen Rechnern gespeichert. Jeder, der möchte, kann sich dem Netzwerk anschließen indem er einen sogenannten Node, d.h. die gesamte Blockchain eines CryptoCoins, installiert.

Nodes funktionieren daher ähnlich wie Zellen in einem lebendigen Körper: Auch wenn andere ausfallen, hat jede Zelle alle Informationen, um das System am Laufen zu halten und wiederherzustellen.

Eine derartige Basisinstallation muss mittlerweile aber auch einige Anforderungen erfüllen. Im BTC-Netzwerk sind alle Blöcke seit dem Jänner 2009 gespeichert und auch wenn ein Block nicht besonders groß ist, so zählt hier die Summe: Wer einen Bitcoin-Node installieren möchte, muss mittlerweile rund 200 GB Speicherplatz zur Verfügung haben, und alle 10 Minuten (die Blocktime des BTC) kommt ein neuer Block dazu.

Die Nodes erfüllen damit eine zentrale Rolle für eine Blockchain, und damit die Funktion des Netzwerkes gesichert ist, kommen sogenannte Masternodes zum Einsatz: Sie müssen höhere Anforderungen als normale Nodes erfüllen, wie etwa den 24/7 Dauerbetrieb. Im Ripple-Netz haben sie zum Beispiel darüber hinaus noch die Aufgabe, die Validierung neuer Transaktionen zu überwachen.

Die Konzepte, die in Blockchains vereint sind, wurden nicht von Satoshi Nakamoto erfunden: Kryptographie gibt es, seit Menschen Geheimnisse haben und alternative Währungen sind bei jeder Währungskrise entwickelt worden. Das neue ist allerdings die einzigartige Verbindung der unterschiedlichen Techniken zu einem besonderen Netzwerk und die Geschwindigkeit mit der sich die Technologie verbreitet hat, das bringt uns auch zur nächsten zentralen Frage.

Wer steht hinter Blockchains?

In der zehnjährigen Geschichte der Blockchains ist eine riesige Community entstanden und jedes Netzwerk hat im Grunde sein eigenes Ökosystem. Neben den Usern und Investoren, sind es mittlerweile aber vor allem Unternehmen und Händler, die die Mittel zur Verfügung stellen, damit neue Lösungen und Infrastrukturen geschaffen werden. Wenn es um die Zukunft und das Überleben der Blockchain’s geht, übernehmen Sie auch die wichtigsten Rollen, hier einige Beispiele:

Das Bitcoin-Universum besteht aus vielen unterschiedlichen Interessensgruppen. Neben den Core-Entwicklern, die die technische Entwicklung vorantreiben, sind es vor allem die Miner und die Händler bzw. Plattform-Betreiber.

Hinter der Ethereum-Plattform steht zum einen die gemeinnützige Foundation mit Sitz in der Schweiz und zum anderen die Enterprise Ethereum Alliance – gemeinsam entscheiden sie über die zukünftigen Schritte. Die wichtigste Rolle haben aber die zahlreichen freien Entwickler, die mit eigenen Tokens und ICOs das Netzwerk beleben und spannende neue Lösungen entwickeln.

Die Geschicke von Ripple werden dagegen von einem Unternehmen gelenkt. Die zentrale Struktur hat einige Vorteile aber auch den Nachteil, dass sie nicht über das enorme Innovationspotenzial einer Community verfügt. Daher haben die XRP-Schöpfer in den letzten Jahren auch stark daran gearbeitet, Finanzdienstleister als Partner an sich zu binden und Anreize für freie Entwickler zu schaffen.

Die wichtigste Gruppe hinter jeder Distributed Ledger sind aber die Entwickler, die die Basistechnologie und die Infrastruktur schaffen.

Wie und wer kann eine Blockchain programmieren?

Der Hype um das neue digitale Geld hat auch zu einer Mystifizierung der neuen Technologie geführt. Ein Blick auf die Basics zeigt allerdings, dass jeder Entwickler mit ausreichend Kenntnis in einer Programmiersprache mitmachen kann. Entscheidend ist allerdings die Frage auf welcher Ebene der Einstieg stattfindet.

Wenn du daran interessiert bist, eine Anwendung oder ein eigenes Blockchain Wallet beizusteuern, dann kannst du mit jeder gängigen Programmiersprache dabei sein. Die Infrastruktur ist oft in Java, Kotlin oder auch Swift programmiert. Eine Ausnahme macht hier Ethereum, die mit Solidity eine eigene Sprache für ihre Plattform zur Verfügung stellt. Diese ist aber der gängigen JavaScript-Syntax sehr ähnlich und sollte keine allzu große Herausforderung darstellen.

Wer am Kern mitarbeiten möchte, muss allerdings etwas mehr können. Der Basiscode ist meist in C oder C++ geschrieben, die traditionell höhere Anforderungen stellen. Für IOTA kommt mit Abra zudem noch eine neue Sprache dazu, die nicht mit Bits sondern Trits arbeitet: An Stelle von 0 und 1 kommt ein Ternärsystem (-1,0 und 1) zum Einsatz. Die Herausforderung liegt allerdings nicht an den Programmierkenntnissen sondern am Verständnis des gesamten Konzepts.

Wer als Core-Entwickler einen Einstieg sucht, muss neben Informatik vor allem auch Mathematik beherrschen. Die wichtigste Schlüsselqualifikation ist aber der Enthusiasmus für die neue Technologie, er ist es, der hinter der rasanten Entwicklung der letzten Jahre steht.

Blockchain´s

                                                                                                                                                Bildquelle: © geralt / Pixabay

Welche Arten von Blockchains gibt es?

Die Geschichte der digitalen Technik ist grundsätzlich rasant und beschleunigt sich auch ständig. Die Entwicklung der Distributed Ledger hat aber noch einmal eine neue Dynamik gezeigt und heute ist bereits die Frage “Blockchain 1.0 vs 2.0 vs 3.0?” zentral, um das Thema erschöpfend darzustellen.

Der wichtigste Wachstumstreiber ist die Einsicht, dass die dezentrale Verschlüsselung nicht nur als Währung, sondern für die sichere Informationsverarbeitung grundsätzlich eingesetzt werden kann. Mit jeder neuen technischen Lösung sind in den letzten Jahren daher auch die Anwendungsfelder gewachsen. Hier ein kurzer Überblick:

  • Anwendung Technologie wichtigste Vertreter
  • Währung Blockchain Bitcoin
  • Smart Contracts, DApps Blockchains auf Basis Virtual Machines Ethereum, Rootstock
  • Industrie 4.0 und Internet of Things Tangle Ethereum, IOTA

Mit dem letzten Schritt ist es den neuen digitalen Lösungen endgültig gelungen, ihren realwirtschaftlichen Nutzen aufzuzeigen. Mittlerweile kann die Verschlüsselungstechnik in nahezu jedem Business-Prozess für einen Performance-Zuwachs sorgen. Die Frage, “Welche bekannten Unternehmen nutzen heute schon das Blockchain-Prinzip?“, ist daher immer stärker auch damit verbunden, welche Unternehmen sich in Zukunft behaupten werden können.

Wer profitiert von Kryptowährungen und was ist ein Blockchain ETF?

Die Kursentwicklung der letzten Zeit hat einige Kritiker in der Meinung bestärkt, dass das Ende der neuen Technik nun endgültig besiegelt sei. Zugegeben, die fantastischen Gewinne aus dem Jahr 2017 sind mittlerweile wieder auf ein Normalmaß zurückgegangen. Andererseits sind jedoch immer mehr Finanzprodukte am Markt erschienen.

Obwohl die notwendigen Regulierungen und Entscheidungen lange hinausgezögert wurden, sind immer mehr Exchange Traded Funds – ETFs aufgelegt worden. Dabei handelt es sich um börsennahe Fonds, die ähnlich wie Aktien gehandelt werden. Im Grunde lassen sich zwei Arten unterscheiden:

  • ETFs, die am Kurs eines Blockchain Coin orientiert sind.
  • ETFs, die sich auf Unternehmen, die die neue Technologie einsetzen, beziehen.

Während die erste Art aufgrund der fehlenden behördlichen Entscheidungen nur auf Umwegen möglich ist, ist die zweite Art in letzter Zeit immer stärker am Markt präsent. Der Grund liegt, entgegen der Wünschen der Kritiker, in der überragenden Problemlösungskompetenz.

Welche Probleme löst die Blockchain?

Der Blockchain Handel war lange Zeit eine Domäne der Finanzwirtschaft. Investoren haben das Bild, das wir von Kryptowährungen haben, geprägt. Dabei ist teilweise zu kurz gekommen, dass das ursprüngliche Interesse durch die technische Performance geweckt wurde. Wer sich zu sehr auf die Kurse konzentriert hat, hat übersehen, dass die Blockchain Zukunft durch die Realwirtschaft bestimmt wird.

Der Krypto Markt ist schon längst kein reiner Währungsmarkt mehr. Es geht vielmehr um eine digitale Ökonomie, die unter neuen Rahmenbedingungen stattfinden wird. Nahezu jeder Wirtschaftssektor wird davon betroffen sein und die innovativsten Sparten zeigen jetzt schon, wohin der Weg gehen wird.

Was hat die Blockchain mit der Energiewirtschaft zu tun?

Die Energiewende hin zu erneuerbaren Ressourcen ist mittlerweile unbestreitbar eine unserer wichtigsten Überlebensfragen. Ein zentrales Problem dabei ist jedoch, dass Wind-, Sonnen- und Wasserkraft einerseits unberechenbarer und andererseits auch kleinteiliger sind, als Kohle- und Atomenergie: kaum Großanlagen und Energieproduktion entsprechend der Wetterlage.

Die Lösung ist, wie schon seit einigen Jahrzehnten bekannt, das sogenannte Smart Grid. Anstelle der großen zentralen Anlagen und Stromnetze arbeiten unzählige kleinteilig organisierte Systeme im Verbund zusammen.

Ein energieautarkes Haus produziert Strom während der Sonnenstunden und liefert es in ein Netz, in dem zahlreiche Akkus (zum Beispiel in Elektroautos) die Energie für Spitzenzeiten zwischenspeichern. Ein Buchhaltungssystem der alten Ordnung ist mit dieser Fülle an Verrechnungen im Mikrobereich hoffnungslos überfordert – anders ein Distributed Ledger.

Eine voll entwickelte Blockchain Energiewirtschaft kann sowohl mit der Fülle an Transaktionen umgehen als auch eine kostengünstige Form für Micropayments zur Verfügung stellen. Vor allem die Blockchain 3.0 ist mittlerweile in der Lage, sowohl die hohen Nutzerzahlen als auch die geringen Kosten zu gewährleisten. Derzeit sind die Lösungen noch in der Pilotphase, werden aber in den kommenden Jahren zum Mainstream werden.

Blockchain / Blockchains

                                                                                                                                 Bildquelle: © geralt / Pixabay

Warum wird die Blockchain auch die Logistik revolutionieren?

Produkte zeitnahe dort abzuliefern, wo sie benötigt werden, ist eine die zentrale betriebswirtschaftliche Frage der letzten 60 Jahre. Das gilt nicht nur für Konsum- sondern vor allem auch für Produktionsgüter. “Was ist Supply Chain Management?” ist daher eine der Schlüsselfragen in der modernen Unternehmensführung und hat vor allem zwei Dimensionen:

  • Sicherheit: Wie kann gewährleistet werden, dass alle Zwischenstationen einer Lieferkette die Qualitäts- und Umweltauflagen einhalten?
  • Kosten: Wie können Lieferverluste, Lagerhaltungskosten und Terminüberschreitungen in einem Produktionsprozess reduziert werden, an dem dutzende (tw. hunderte) Zulieferer beteiligt sind?

Der lückenlose Einsatz der dezentralen Verschlüsselung liefert auf beiden Dimensionen einen enormen Vorteil. Zum einen kann die Integrität der Lieferkette vollständig nachvollzogen und überprüft werden. Zum anderen kann die Koordination in der Logistik dadurch mittels autonomer Systeme und erheblich schneller umgesetzt werden.

Wer darin eine bloße Verwaltungsfrage sieht, sollte aus der Geschichte lernen: Der Aufstieg der japanischen Automobilindustrie Mitte des 20. Jahrhunderts ist eng mit den Vorteilen der Logistik von Lean Management und Just-in-time verbunden; Amazon ist mittlerweile das größte Handelsunternehmen, im Kern aber ein reiner Logistiker im Zeitalter des Internets.

Wer als erster die Vorteile von Blockchains umsetzen wird können, ist aber nicht nur eine betriebswirtschaftliche Überlebensfrage – auch die Entwicklung großer Wirtschaftsräume ist damit verbunden. China hat in den letzten 20 Jahren das derzeit größte globale Logistik-Netz geschaffen. Es verwundert daher auch nicht, dass entsprechend der Prognosen dieses Land in den nächsten 5-10 Jahren die größten Entwicklungsbudgets für Blockchain Logistik zur Verfügung stellen wird.

Fazit: Ist eine Zukunft ohne Blockchain vorstellbar?

Das dezentrale Kontobuch, verwaltet von den Usern selbst, ist im Januar 2009 online gegangen und hat seither nicht nur die Finanzwirtschaft umgekrempelt. Es gibt keinen Business-Prozess, der von diesem Umbau nicht betroffen sein wird. Einer der größten Hersteller für Business-Software mit Sitz in Baden-Württemberg ist ein markantes Beispiel dafür: Blockchain SAP ist eine der ersten kommerziellen Cloud-Lösungen, die Blockchain-as-a-Service (BaaS) anbieten.

Nahezu alle Kritiker sehen die meiste Zeit über immer nur die Konkurrenz, die aus der neuen Technik entsteht. Eines der spannendsten und aufregendsten Merkmale der Blockchain’s ist aber ihre Anpassungs- bzw. Kooperationsfähigkeit. Blockchain vs A.I.? ist beispielsweise eine häufige und irregeleitete Zuspitzung; Blockchain boosts A.I.! ist demgegenüber eine wesentlich realistischere Perspektive.

Es ist richtig, Artificial Intelligence und Distributed Ledger teilen sich eine Fähigkeit miteinander: Beide können unvorstellbar große Mengen an Daten schnell und zuverlässig verarbeiten. Während die Eine (die Künstliche Intelligenz) ihre Fähigkeit aber dafür nutzt, Muster zu erkennen und rasch zu verarbeiten, ist es die Stärke der Zweiten (das dezentrale Kontobuch), die Sicherheit und Verrechnung der Informationsverarbeitung zu gewährleisten.

Die Blockchain Technologie hat in ihrer zehnjährigen Geschichte einen bisher nicht gesehenen Aufstieg hinter sich: von der Außenseiter-Vision, der bestenfalls utopische Qualitäten zugestanden wurden, zur wichtigsten Wachstums-Technik der Gegenwart. Die Technik hat sich nicht nur als außergewöhnlich robust sondern vor allem auch als anpassungsfähig entpuppt.

Auch wenn nicht jeder CryptoCoin die nächsten fünf Jahre überleben wird, die Technologie dahinter wird es auf jeden Fall. Die spannende Frage ist heute daher, ob Google, Amazon und Facebook den Übergang von der Internet- zur Blockchain-Ökonomie schaffen werden, oder die neue Generation an Top-Unternehmen eben jetzt das entscheidende ICO vorbereitet. Wie auch immer dieses Match ausgehen wird, sicher ist, dass wir es mit großer Aufmerksamkeit weiter verfolgen werden.

 

Bildquelle: © geralt / Pixabay

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