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Bitcoin steht zwischen milliardenschweren ETF-Abflüssen und wachsendem institutionellem Interesse: Während Citi den Zugang über Krypto-ETFs empfiehlt und Sparkassen den Handel öffnen, wirken Ölpreis, Liquidität und Geldpolitik als zusätzliche Kurstreiber. Der Pressespiegel zeigt, wie eng sich die digitale Anlageklasse inzwischen mit Banken, Weltmärkten und der großen Debatte über die Zukunft des Geldes verbindet.
Bitcoin zwischen ETF-Abflüssen, institutionellem Interesse und wachsendem Bankangebot
Der Kryptomarkt steht laut den vorliegenden Berichten zwischen kurzfristigem Verkaufsdruck und einer weiteren institutionellen Öffnung. Während US-Bitcoin-ETFs zuletzt erhebliche Mittelabflüsse verzeichneten, empfiehlt Citi seinen wohlhabenden Kunden weiterhin Spot-Bitcoin- und Ethereum-ETFs.
Citi empfiehlt Bitcoin- und Ethereum-ETFs trotz Milliardenabflüssen
Wie Yahoo Finanzen Deutschland berichtet, stellt Citi seinen wohlhabenden Kunden Spot-Bitcoin- und Ethereum-ETFs vor. Gleichzeitig zogen Investoren in den vergangenen zwei Handelstagen etwa 1 Milliarde USD aus US-Bitcoin-ETFs ab.
Am Montag verloren US-Bitcoin- und Ethereum-ETFs zusammen 538 Millionen USD. Die Fonds hielten an diesem Tag 111,3 Milliarden USD, wie aus Daten von SoSoValue hervorgeht.
Grundlage der Empfehlung ist ein im Oktober veröffentlichter Bericht von Citi Wealth mit dem Titel „Expanding the Investable Universe: Introduction to Crypto ETFs“. Darin werden eine klare Regulierung, institutionelle Akzeptanz und eine geringe langfristige Korrelation zu anderen Vermögenswerten als Argumente für eine mögliche Aufnahme in Portfolios genannt. Zugleich verweist der Bericht auf Risiken und Einschränkungen bei der Eignung.
US-Spot-Bitcoin-ETFs am 2. November | Abfluss von 398,62 Millionen USD |
US-Bitcoin-ETFs am 30. Oktober | Abfluss von 643 Millionen USD |
Ethereum-ETFs am 2. November | Abfluss von 139,80 Millionen USD |
Vermögen der Bitcoin-Fonds | 98,12 Milliarden USD |
Anteil des aktuellen Bitcoin-Abflusses | rund 0,4 % |
Allein BlackRocks IBIT verlor an einem Tag 405,3 Millionen USD. Wenn Anleger ETF-Anteile einlösen, verkaufen die Emittenten die hinterlegten Bitcoin oder geben sie aus dem Bestand ab, wodurch das Angebot an Coins auf dem Markt steigt.
Auch bei der geplanten Verwahrung von Bitcoin bleibt der Zeitplan von Citi offen. Die Bank hatte im August angekündigt, dass ihre Custody+-Plattform später in diesem Jahr institutionelle Bitcoin-Verwahrung anbieten soll. Laut der im Bericht wiedergegebenen Einschätzung von Sigel wäre Citi damit die sechste von 29 global systemrelevanten Banken, die Bitcoin-Verwahrung bereits live hat oder angekündigt hat.
„Der Binance-Hack in der vergangenen Woche könnte ein Grund sein, warum Citi beim Timing schweigt. Ich hörte zudem, dass der Service bereits in der letzten Woche startbereit war“, sagte Sigel.
Citi bestätigte diese Darstellung nicht. Öffentlich bleibt es bei der Angabe „später in diesem Jahr“.
Zusammenfassung: Citi empfiehlt ausgewählten Kunden Bitcoin- und Ethereum-ETFs, obwohl US-Fonds zuletzt Abflüsse in Milliardenhöhe verzeichneten. Der Start der institutionellen Bitcoin-Verwahrung bei Citi bleibt zeitlich offen.
Bitcoin, Gold und Rohöl im Fokus vor uneinheitlichem Wall-Street-Start
Der Aktionär berichtet von einer uneinheitlichen Tendenz an den US-Aktienmärkten vor den wichtigen Zwischenwahlen. Während sich Tech-Aktien von ihren Verlusten der Vortage erholten und leicht zulegten, gab der Dow Jones Index nach.
Belastet wurde der Weltleitindex insbesondere durch Apple. Die Aktie des Technologiekonzerns verlor nach einem schwachen Margenausblick für das Weihnachtsquartal 4,1 Prozent.
Im Marktüberblick wurden unter anderem Bitcoin, Gold und Rohöl neben zahlreichen Einzelaktien beobachtet. Bei den aufgeführten US-Tech-Werten stiegen AMD um 6,52 Prozent, Microchip Technology um 2,09 Prozent, Lumentum Holdings um 1,68 Prozent, Arm Holdings um 1,55 Prozent und Monolithic Power Systems um 1,43 Prozent.
Gleichzeitig standen mehrere Technologiewerte unter Druck. Palantir Technologies verloren 2,45 Prozent, Adobe 4,09 Prozent, CoreWeave 4,57 Prozent, SpaceX 4,65 Prozent und Tesla 5,17 Prozent. Microsoft gab 0,99 Prozent nach.
Apple | -4,1 Prozent |
AMD | +6,52 Prozent |
Palantir Technologies | -2,45 Prozent |
Adobe | -4,09 Prozent |
CoreWeave Inc. | -4,57 Prozent |
Tesla | -5,17 Prozent |
Auch der deutsche Aktienmarkt zeigte im aufgeführten Überblick unterschiedliche Bewegungen. Siltronic stieg um 8,09 Prozent, SMA Solar um 6,45 Prozent, Heidelberg Materials um 3,66 Prozent und Nordex um 2,99 Prozent. Auf der Verliererseite standen unter anderem Auto1 mit minus 5,45 Prozent, CEWE mit minus 3,59 Prozent und Atoss Software mit minus 2,68 Prozent.
Zusammenfassung: Der Aktionär beschreibt einen uneinheitlichen Wall-Street-Start mit Erholungen bei Teilen des Technologiesektors und deutlichen Verlusten bei Apple. Bitcoin, Gold und Rohöl werden neben US-Technologie- und deutschen Aktien als zentrale Marktbeobachtung genannt.
Ex-Goldman-Stratege hält Brent-Preis für zu hoch
Wallstreet Online berichtet über die Einschätzung des früheren Goldman-Sachs-Strategen Robin Brooks, wonach der Ölpreis deutlich überhöht sei. Der heute als Senior Fellow bei der Brookings Institution tätige Ökonom hält 87 US-Dollar je Barrel Brent für angemessen.
Gegenüber dem jüngsten Niveau von rund 103 US-Dollar entspräche dies einem Rückgang von gut 15 Prozent. Brooks führt die hohen Notierungen vor allem auf eine überzogene Kriegsprämie zurück und verweist darauf, dass sich die Öllieferungen durch die Straße von Hormus weitgehend normalisiert hätten.
Brent war in diesem Jahr um rund 65 Prozent gestiegen. Anschließend fiel der Preis am Montag zeitweise von rund 114 US-Dollar in der Vorwoche auf etwa 104 US-Dollar. Bereinigt um den Wechsel auf den neuen Januar-Terminkontrakt betrug der Tagesverlust nach Berechnungen der Deutschen Bank 7,63 Prozent.
Spekulationen über neue Gespräche zwischen Washington und Teheran hatten zunächst Hoffnungen auf eine Entspannung ausgelöst. Am Dienstag erholte sich der Ölpreis nach Berichten über weitere US-Angriffe auf iranische Ziele wieder.
Auch Jeff Currie, der frühere Rohstoffstratege von Goldman Sachs und Carlyle, rät laut Wallstreet Online dazu, nach der Rallye Gewinne bei kurzfristigen Ölpositionen und Raffinerieprodukten mitzunehmen. Einen neuen militärischen Schlagabtausch am Persischen Golf hält er für geeignet, Lebensmittelversorgung und Lieferketten massiv zu beschädigen. Einen dauerhaften Frieden hält Currie zugleich für schwer erreichbar.
Seinen langfristig positiven Energieausblick gibt Currie dem Bericht zufolge nicht auf. Er erwartet, dass die Straße von Hormus zwar offiziell offen bleiben könnte, praktisch aber weiterhin eingeschränkt sein dürfte. Statt auf einen weiteren Preissprung beim Rohöl zu setzen, bevorzugt er Unternehmen aus den Bereichen Ölservice, Bohrtechnik, Lagerung und Logistik.
Mike McGlone von Bloomberg Intelligence geht noch weiter und sieht die Möglichkeit, dass Rohöl den jüngsten Abwärtsbewegungen bei Bitcoin und Gold folgen könnte. Makroinvestor Raoul Pal stellt laut dem Bericht einen Zusammenhang zwischen hohen Energiepreisen, einem stärkeren US-Dollar und steigenden kurzfristigen Zinsen her. Diese Kombination bremse das Liquiditätswachstum und belaste auch Kryptowährungen und KI-Aktien.
Ein nachlassender Kriegsaufschlag könnte kurzfristige Ölpositionen belasten.
Ein anhaltender Konflikt könnte den kostspieligen Umbau der weltweiten Energieversorgung weiter antreiben.
Hohe Energiepreise, ein stärkerer US-Dollar und steigende kurzfristige Zinsen könnten das Liquiditätswachstum bremsen.
Zusammenfassung: Robin Brooks hält 87 US-Dollar je Barrel Brent für angemessen und sieht gegenüber rund 103 US-Dollar erhebliches Abwärtspotenzial. Der Bericht stellt zugleich mögliche Verbindungen zwischen Ölpreis, Liquidität, Bitcoin, Gold und KI-Aktien heraus.
Sparkassen starten schrittweise mit dem Kryptohandel
Mehrere Sparkassen ermöglichen laut inFranken.de erstmals den Kauf, Verkauf und die Verwahrung von Kryptowerten über ihre App. Der Start erfolgte am 19. Oktober 2026 zunächst bei fünf Sparkassen und wird schrittweise ausgeweitet.
In Bayern waren laut dem Bericht am 3. November drei Geldinstitute an Bord. Als erstes bayerisches Institut startete die Sparkasse Rottal-Inn in der Nähe von Passau in Niederbayern. Im ersten Halbjahr 2027 soll bereits ein großer Teil der interessierten Institute das Angebot bereitstellen können.
Nach Angaben von Eva Mang, Pressesprecherin des Sparkassenverbands Bayern, haben sich Stand Oktober 2026 rund 70 Prozent der 38 bayerischen Sparkassen für das Krypto-Angebot für digitale Selbstentscheider entschieden. Die geplanten Freischaltungstermine reichen demnach bis ins Jahr 2027.
Das Angebot „Krypto – powered by Deka“ richtet sich ausschließlich an volljährige Kunden, die ihre Anlageentscheidungen eigenständig treffen möchten. Eine Anlageberatung zu Kryptowährungen wird nicht angeboten; technische Unterstützung beim Zugang und bei der Nutzung ist jedoch möglich.
Die Einführung erfolgt aufgrund der dezentralen Struktur der Sparkassen nicht bundesweit gleichzeitig. Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, erklärte gegenüber der dpa, dass jede Sparkasse selbst über ihren Start entscheide. Pro Monat sollen 30 bis 40 weitere Häuser dazukommen.
In der App können Kunden ohne separate Anwendung Bitcoin, Ether, XRP, Solana und Polygon kaufen und verkaufen. Voraussetzung sind ein Girokonto bei einer teilnehmenden Sparkasse, die Teilnahme am Mobile Banking einschließlich der App Sparkasse sowie ein funktionierendes TAN-Verfahren wie S-PushTAN.
Start des Angebots | 19. Oktober 2026 |
Teilnehmende Sparkassen zum Start | fünf Sparkassen |
Bayerische Sparkassen | 38 |
Anteil interessierter bayerischer Sparkassen | rund 70 Prozent |
Geplante zusätzliche Institute pro Monat | 30 bis 40 |
Ordergebühr | 0,99 Euro pro Transaktion |
Vor dem Abschluss einer Transaktion wird ein verbindlicher Kauf- beziehungsweise Verkaufspreis angezeigt, der für einen begrenzten Zeitraum gesichert ist. Die Ordergebühr beträgt 0,99 Euro pro Transaktion.
Die Sparkassen verweisen zugleich auf hohe Risiken wie starke Schwankungen, Totalverluste und Betrug. Das Polizeipräsidium Oberfranken hatte dem Bericht zufolge vor einer Häufung von Betrugsfällen mit Kryptowährungen gewarnt; der Schaden belief sich bis Anfang Oktober 2026 bereits auf einen Millionenbetrag.
Nach Angaben der Deutschen Börse besaßen Anfang August 2026 knapp neun Millionen Menschen in Deutschland ab 18 Jahren Kryptowährungen. Das entsprach 12,8 Prozent der volljährigen Bevölkerung. 67,4 Prozent besaßen keine Kryptowährungen und schlossen dies auch für die Zukunft kategorisch aus.
Besonders hoch war der Anteil unter den 25- bis 34-Jährigen: In dieser Altersgruppe besaß gut ein Viertel beziehungsweise 28,4 Prozent Kryptowährungen. Bei der Generation ab 55 Jahren spielte die Anlageklasse laut dem Bericht kaum eine Rolle.
Zusammenfassung: Die Sparkassen führen den Kryptohandel seit dem 19. Oktober 2026 schrittweise über ihre App ein. Das Angebot umfasst Bitcoin, Ether, XRP, Solana und Polygon, richtet sich an volljährige Selbstentscheider und kostet 0,99 Euro pro Transaktion.
WELT ordnet Bitcoin im historischen Streit um Geld ein
WELT stellt Bitcoin in den Zusammenhang mit dem historischen Streit zwischen Gold- und Silberbefürwortern in den USA. Der Konflikt um das „wahre Geld“ spaltete die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert und prägt laut WELT die Geldpolitik bis heute.
Der Bericht beschreibt Bitcoin-Anhänger als Vertreter einer Logik, die dem Goldstandard folgt. Zentralbanken setzen demgegenüber auf flexibles Geld. Damit wird Bitcoin in eine geldpolitische Debatte eingeordnet, die weit über die aktuelle Kursentwicklung hinausgeht.
WELT verweist in diesem Zusammenhang auf die unterschiedlichen Vorstellungen darüber, wie Geld seine Stabilität und seinen Wert erhalten soll. Gold und Silber stehen dabei für einen historischen Streit über die Grundlage des Geldsystems, während Bitcoin als digitale Ausprägung einer regelgebundenen Geldlogik dargestellt wird.
Zusammenfassung: WELT verbindet die heutige Bitcoin-Debatte mit dem historischen US-Streit über Gold und Silber. Im Mittelpunkt stehen der Gegensatz zwischen einer am Goldstandard orientierten Logik und dem flexiblen Geld der Zentralbanken.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Entwicklung ist nicht der kurzfristige ETF-Abfluss, sondern die zunehmende institutionelle Einbindung von Kryptowerten. Dass Banken Bitcoin und Ethereum empfehlen, Verwahrangebote vorbereiten und Sparkassen den Handel in ihre Apps integrieren, senkt die Zugangshürden und stärkt die Marktakzeptanz.
Gleichzeitig bleibt der Markt hochsensibel für Liquidität, Zinsen, Energiepreise und geopolitische Risiken. Die institutionelle Öffnung schafft daher keine automatische Stabilität: Sie kann langfristig Nachfrage verbreitern, kurzfristig aber auch größere und schnellere Kapitalbewegungen ermöglichen.
Infobox: Bitcoin etabliert sich zunehmend als reguliertes Anlageinstrument, bleibt jedoch stark von Makroökonomie, Marktliquidität und geopolitischen Entwicklungen abhängig.
Quellen:
- Gold, Silber, Bitcoin: Ein bitterer Streit spaltete Amerika – seine Folgen sind bis heute spürbar
- Citi empfiehlt Kunden Bitcoin-ETFs trotz Abflüssen von 1 Milliarde USD
- Gold, Rohöl, Apple, Palantir, Pfizer, Meta, Coreweave, Yum! Brands
- Ölpreis viel zu hoch? Ex-Goldman-Stratege rechnet mit einem bösen Erwachen
- Kryptowährungen nun auch in Sparkassen-App zu kaufen - aber noch nicht für alle Kunden
- Deutsche Börse-News: Europa gefragt, Bitcoin unter Druck (ETF-Handel) Von dpa-AFX



















