Überfällige Regulierung für ICOs auf dem Weg?

Überfällige Regulierung für ICOs auf dem Weg?

Die Finanzaufsichtsbehörde der EU hat erklärt, dass sie Initial Coin Offerings (ICO) prüfen werden. Dabei soll festgestellt werden, ob diese einer Regulierung bedürfen. Wie könnte eine mögliche Regulierung aussehen?

Regulierung nur eine Frage der Zeit

Der Vorsitzende der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), Steven Maijoor, gab bekannt, dass er eine mögliche Regulierung für ICOs prüfen möchte. Vor dem Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments sagte er:

„Einige der ICOs sind wie Wertpapiere. Und sobald es sich um ein Wertpapier handelt, muss dies nach dem geltenden Rechtsrahmen reguliert werden. Es stellt sich die Frage wie wir mit ICOs umgehen, welche sich außerhalb des Rechtsrahmens befinden. Das müssen wir prüfen. Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Ende des Jahres ein Ergebnis erzielen.“ 

Die EU hat zwar mehrfach vor potentiellen Risiken bei Investitionen in ICOs gewarnt, sich bisher jedoch größtenteils zurückgehalten. Doch Andrea Enria, Vorsitzende der Europäischen Bankaufsichtsbehörde, möchte dies nun ändern. Dem Gesetzgeber erklärte sie:

„Verbraucherwarnungen scheinen nicht ausreichend wirksam zu sein. Wir müssen das Bewusstsein der Verbraucher für die Gefahr solcher Investitionen schärfen.“ 

Es scheint als trete man in Folge dessen nun in die Fußstapfen der USA. Letzen Monat wurde berichtet, dass die Regulierungsbehörden in Kanada, Mexiko und in den USA 200 ICOs auf Betrugsverdacht hin untersuchten. Jay Clayton, Vorsitzender der Finanzmarktaufsicht der USA (SEC), ordnete ICOs offiziell als Wertpapier ein. Dadurch unterliegen sie dem existierenden regulatorischen Rahmen.

Dieser Schritt der ESMA folgt auf die Forderungen nach klaren Regeln für den ICO- und Krypto-Markt.

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Forderung nach einer einheitlichen Regulierung

Anfang letzten Monats forderte Bruegel, eine 2004 gegründete wirtschaftswissenschaftliche Denkfabrik mit Sitz in Brüssel, allgemein gültige Regelungen für Kryptowährungen aufzustellen. Es liegt im Interesse der EU Vorschriften einzuführen, so das Institut.

Trotz der geforderten einheitlichen Regelung hat Frankreich erst kürzlich eigene Regulierungen für ICOs eingeführt. Laut einem Tweet vom 12. September 2018 hat Bruno Le Maire, Wirtschafts- und Finanzminister des Landes, wurde ein gesetzlicher Rahmen für ICOs bereits beschlossen.

Das sind nur wenige Beispiele. Aber es zeigt, dass die EU ihre bisherige Haltung allmählich ändert. Die EU hat erkannt, dass Maßnahmen zum Schutz der Anleger ergriffen werden müssen. Immer wieder werden Anleger bei Investitionen in ICO-Projekte betrogen und abgezockt. Der einzige Weg, dies zu vermeiden, ist die Regulierung.


Quellenangaben: Livebitcoinnews
Bildquelle: Pixabay

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