Security Token Offering (STO) - wirklich besser als ICOs?

Security Token Offering – besser als ICOs?

STO

Kommen nach den ICOs nun die Security Token Offerings? Die Security Tokens könnten die Initial Coin Offerings, welche vor allem letztes Jahr boomten, ersetzen. Der ICO bot sich als eine alternative Möglichkeit zum Crowdfunding an, besonders für Startups. Dennoch hatte das Konzept gerade im Bereich der Sicherheit Schwächen.

Der Security Token Offering (STO) geht diese Schwächen nun an, mit umfassenden Regulierungen und echten Vermögenswerten.

Das Ende einer Ära

2017 lagen sie noch schwer im Trend: die ICOs. Die Initial Coin Offerings wurden als eine neue Art des Crowdfundings angepriesen. Besonders in den Bereichen der Startups und FinTech wurden die Kryptowährungen genutzt, um damit eigene Projekte zu finanzieren. Tokens sind Kryptowährungen, die zumeist auf dem ERC20-Standard von Ethereum basieren.

Bei einem Initial Coin Offering werden diese Kryptowährungen zum Verkauf freigegeben und die Initiatoren nutzen die daraus gewonnen Gelder für die Finanzierung ihrer eigenen Projekte. 2017 war es für viele Blockchain-Projekte problemlos möglich, einen Softcap von bis zu 30 Millionen Dollar zu erreichen. Eine ICO-Blase drohte sich aufzublähen, vor allem, als immer mehr Scams in diesen Markt vordrangen.

Manchmal schien es, als bräuchten sie nur einen Token zum Verkauf anzubieten und die Investoren rissen sich darum. Mittlerweile sind die Anforderungen gestiegen, Investoren schauen genauer auf das White Paper und die Investitionen in ICOs sind gesunken. Scams oder einfach nur schlechte Projekte haben kaum noch eine Chance. Und das ist auch gut so. Jedoch sind die Investitionen in ICOs um rund 90 Prozent gesunken, die Blase scheint geplatzt.

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Selbst vielversprechende Blockchain-Projekte haben Schwierigkeiten, ihre Kryptowährung an den Mann zu bringen. Gleichzeitig steigen auch die Marketingkosten. Und es drohen den ICOs immer mehr Regulierungen. Einige Startups verzichten derzeit lieber darauf oder warten darauf, dass sich eine Alternative entwickelt.

  • Das Security Token Offering könnte dem Crowdfunding durch Tokens wieder neuen Aufwind verschaffen.

Was ist ein Security Token Offering?

Der Security Token Offering baut auf der Idee des ICOs auf. Auch beim STO wird ein Token zum Verkauf geboten, um damit ein Projekt zu finanzieren. Der Unterschied liegt in der Natur der Kryptowährung. Beim ICO werden zumeist Utility Tokens zum Verkauf angebotenen. Sie besitzen einen oder mehrere Zwecke auf der jeweiligen Plattform des Projektes.

Etwa lassen sich mit ihnen für Dienste auf der Plattform bezahlen. Oder es ist mit ihnen möglich, bestimmte Vergünstigungen zu erhalten. Investoren erhoffen sich, dass die Kryptowährung im Laufe der Zeit im Wert steigt, sollte das Projekt erfolgreich sein. Oder sie wollen selber die Plattform nutzen.

Der Security Token ist von anderer Natur. Wie der Name schon sagt, bietet er eine gewisse Sicherheit. Während der normale Utility Token lediglich ein Versprechen liefert, dass er möglicherweise in der Zukunft nützlich oder wertvoll sein wird, ist der Security Token von einem Vermögenswert gedeckt und verhält sich ähnlich wie ein Wertpapier. Er ist direkt an Gewinn- oder Umsatzversprechen gekoppelt und lässt sich in dieser Funktion mit einer Aktie vergleichen.

Mit einem Security Token erwirbt man sich direkt Anteilsrechte am Vermögen des Unternehmens. Wichtig ist, dass dahinter ein handelbarer Wert steht, welcher dem eines normalen Finanzproduktes ähnelt. Er wird auch als Asset Token bezeichnet, aufgrund des Vermögenswertes (Assets), welches er tokenisiert. Da er für handelbare Vermögenswerte steht, gelten für ihn auch die Wertpapiervorschriften.

Sollten diese Vorschriften nicht eingehalten werden, muss das Unternehmen teure Strafen zahlen. Um als Asset Token klassifiziert zu werden, muss die Kryptowährung dem Besitzer ein Anteilsrecht am Unternehmen geben, ein Geldinvestment repräsentieren und er ist an gewissen Umsatzversprechen gekoppelt.

Letztlich entscheidet der Howey-Test darüber, ob das digitale Gut als solcher klassifiziert wird. Der Howey-Test stammt vom obersten Gerichtshof der USA. Er wurde im Jahr 1946 geschaffen, um darüber zu entscheiden, ob es sich bei bestimmten Transaktionen um Kapitalanlageverträge (Investment Contracts) im Sinne des Securities Acts und des Exchange Acts handelt.

Security Token Offering

Vorteile

Für die Security Tokens gelten einige der Vorteile der Utility Tokens, die bei ICOs ausgegeben werden, und allgemein von Kryptowährungen. Auch bei ihnen entfällt der Intermediär, der Zwischenhändler, der zwischen Käufer und Verkäufer steht. Dadurch sind die Gebühren für die Transaktionen wesentlich geringer, was sich beim Preis für die Käufer bemerkbar macht.

Dieser Effekt wird durch die Smart Contracts noch verstärkt, da wegen ihnen werden Personen wie Rechtsanwälte kaum gebraucht werden. Die Transaktionen sind dank der Blockchain schnell, denn die Kryptowährung werden Peer-to-Peer versendet, ein Zwischenhändler wird nicht benötigt. Assets lassen sich damit einfach tokenisieren und schnell über die Blockchain hinweg handeln.

  • Dieser Handel wird zumeist über freie Märkte im Internet abgeschlossen. Wer mit Vermögenswerten handeln möchte, benötigt dafür lediglich einen Internetanschluss. Dadurch erhöht sich auch die Investorenbasis.

Die Vorteile gegenüber den ICOs liegen in den Regulierungen und der Sicherheit. Bei einem Security Token Offering werden reale Vermögenswerte gehandelt anstelle von möglicherweise leeren Versprechungen. Zwar ist damit nicht garantiert, dass jede Investition Renditen erzielen wird. Jedoch verringert sich dadurch die Wahrscheinlichkeit, einem Scam zum Opfer zu fallen.

Scams bei einem ICO resultieren zumeist daher, dass sich nicht feststellen lässt, ob das dahinterstehende Projekt glaubwürdig ist. Außerdem gibt es keinen Schutz für die Investoren, sollte es sich um einen Betrug handeln. Security Tokens hingegen werden reguliert, beaufsichtigt und sind durch Vermögenswerte gedeckt.

  • Sie umgehen keine Vorschriften, anders als beim Initial Coin Offering, übergehen jedoch den Zwischenhändler, weswegen sie schneller und günstiger sind.

Nachteile

Durch die Beseitigung des Zwischenhändlers wird die Verantwortung bei den Geschäften auf die Käufer und Verkäufer abgewälzt. Initiatoren von Security Token Offerings müssen sich selbst um die Einhaltung der Regeln, um das Marketing und um die Transaktionen kümmern.

Im Vergleich zum ICO kommen auch mehr Kosten auf die Initiatoren zu, indem sie den Richtlinien gerecht werden und unter Umständen sich mit den Behörden auseinandersetzen müssen. Dadurch verlangsamt sich auch der Vorgang, ein Coin Offering zu erschaffen. Gleichzeitig lassen sie sich nicht in Utility Tokens umwandeln, was sie weniger flexibel macht.

  • Jedoch überwiegen die Vorteile und machen den Security Token Offering zur besseren Wahl. Es entwickeln sich bereits Plattformen, welche sich auf die STOs spezialisieren.

Polymath und tZero

Polymath strebt danach, das Ethereum für Security Token Offerings zu werden. Ähnlich wie Ethereum will Polymath einen eigenen Token-Standard herausgeben, den ST-20. Mit diesem als Basis können Blockchain-Projekte und Startups ihre eigene Kryptowährungen erzeugen und zum Verkauf freigeben. Der große Unterschied zu Ethereum liegt darin, dass diese ST-20-Tokens reguliert werden müssen, um den Howey-Test zu bestehen.

Polymath arbeitet mit Instituten zusammen, um zu garantieren, dass Nutzer der Plattform sicher sind vor Scams, wie sie bei den ICOs leider zu häufig vorgekommen sind. Polymath ist ebenfalls eine dezentrale Exchange, welche Smart Contract-Entwickler, Know Your Customer-Verifikation, Unternehmer und Regulierungsbehörden zusammenbringen möchte, um damit ein sicheres Umfeld für Security Token Offerings zu schaffen.

  • Ähnlich wie Ethereum den Boom der ICOs ermöglichte, könnte Polymath dasselbe für die STOs machen.

tZero ist eine Plattform im Aufbau, welche sich gerade durch einen Initial Coin Offering finanzieren will. Ironischerweise sollen die Gelder dafür verwendet werden, um eine Plattform für den Handel mit lizenzierten Security Tokens aufzubauen. tZero wird vom Online-Händler Overstock aufgebaut.

Die neue Plattform soll den Richtlinien der SEC (Securities and Exchange Commission) der Vereinigten Staaten entsprechen.

Fazit Security Token Offering

Die Praxis des Security Token Offerings wird voraussichtlich die Initial Coin Offerings fast gänzlich ersetzen. Vielleicht nicht vollständig, doch bieten die STOs einfach viel mehr Sicherheiten, die bei den ICOs schmerzlich vermisst wurden und zu vielen enttäuschten Anlegern führten.

Die neuen Plattformen wie Polymath werden zur Verbreitung der Security Tokens beitragen und könnten zu einem ähnlichen Boom führen wie noch vor einem Jahr mit Ethereum. Möglicherweise könnten sie sogar zu einer Konkurrenz für die klassischen Aktien werden.

 

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1comment
Daniel V. - 23. November 2018

Security Token Offerings are future of the crypto investments

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