Schweizer Bundesbahn SBB setzt auf Ethereum für Pilotprojekt über digitale Identität
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Schweizer Bundesbahn SBB setzt auf Ethereum für Pilotprojekt über digitale Identität

Die Schweizerische Bundesbahn SBB arbeitet an der Entwicklung einer blockchain-basierten Lösung für die Verifizierung der Zertifizierungen von Mitarbeitern. Dieses Pilotprojekt könnte auch für andere Projekte eine entscheidende Rolle spielen. Die Anwendung könnten künftig auch Firmen anderer Branchen für die Herausgabe und Verifizierung von organisatorischen Zugangsdaten aller Art nutzen.

Schweizer Bundesbahn nutzt Ethereum für Pilotprojekt

Bei dem Projekt der Bahn geht es konkret darum, die Zertifizierungen der Mitarbeiter, welche auf Schienen arbeiten, in der Ethereum-Blockchain zu speichern. Dadurch sind diese eindeutig verifizierbar. Die SBB kooperiert mit Linum Labs und uPort, um eine praktikable Lösung zur Überprüfung der Mitarbeiterzugangsdaten zu erarbeiten. Erst kürzlich hat das Joint Venture einen Blog-Beitrag zum Thema Proof-of-Concept veröffentlicht.

In einem Medium-Beitrag der Linum Labs AG vom 12. November präsentierte das Schweizer Blockchain-Entwicklerteam schließlich den Proof-of-Concept. Diesen haben sie innerhalb von 5 Wochen zusammen mit der SBB konzipiert. Das Projekt ist Open-Source und jeder kann es ohne Lizenzgebühren oder dergleichen nutzen. Im Testnetz von Ethereum ist dieses angeblich bereits funktionsfähig und kann getestet werden.

Protokollierung in der Blockchain

Die SBB ist durch bestehende Sicherheitsbestimmungen der Schweiz zur Aufzeichnung von Gleisarbeiten verpflichtet. Aus dieser Tatsache heraus entstand die Idee für eine blockchain-basierte Lösung der Aufzeichnungspflicht. Die Bahn muss protokollieren, wer an den Gleisen gearbeitet hat und ob er die dafür nötigen Zertifikate vorweisen kann. Diese Vorkehrung ist äußerst wichtig, da Zugunfälle oft aufgrund von Fehlern bei Gleisarbeiten passieren.

Da mehrere Unternehmen mit unterschiedlichen Zertifizierungen Einträge in die Datenbank durchführen, ist die Aufzeichnung der Prozesse äußerst komplex. Warum also keine dezentrale, gemeinsam genutzte Blockchain? Dadurch würde die Interoperabilität zwischen mehreren Parteien, welche an einem Projekt arbeiten, gewährleistet.

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Projektübersicht

Die SBB leitet tausende Baustellen in der Schweiz und beschäftigt über 30.000 Mitarbeiter. An jedem Standort arbeiten viele Mitarbeiter von verschiedenen Baufirmen und Auftragnehmern. Diese müssen medizinisch fit und ordnungsgemäß zertifiziert sein, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Darüber hinaus muss das Unternehmen jederzeit belegen können, welcher Mitarbeiter zu einem bestimmten Zeitpunkt an welchem Standort im Einsatz war.

Zitat aus dem Medium-Blogbeitrag:

„Eine blockchain-basierte Identität ist für diesen Anwendungsfall gut geeignet. Mitarbeiter sollten in der Lage sein, ihre Identität von einem Unternehmen zu einem anderen zu übertragen. Zudem sollte diese kein Unternehmen besitzen oder verwalten. Darüber hinaus gibt es mehrere Unternehmen und Parteien, die solche Zertifikate ausstellen.“ 

Aus dem Post geht hervor, dass für den Use-Case der digitalen ID die Verwendung einer öffentlichen Blockchain von Vorteil ist. Die meisten Unternehmen sind nicht an der Unterhaltung einer eigenen privaten Infrastruktur für Pilotimplementierungen interessiert. Zudem sind die meisten der persönlich identifizierbaren Informationen in der Blockchain nicht ersichtlich.

Vor allem aber führt die Verwendung von einer öffentlichen Blockchain zu mehr Vertrauen und kostet den Teilnehmern weniger Gebühren.

Mit dem Einsatz von uPort erhalten Zertifizierungsstellen, Mitarbeiter und Vorgesetzte eindeutige digitale IDs, die auf der Blockkette verankert sind. Darüber hinaus werden Check-Ins und Check-Out-Aktivitäten gehasht und in der Blockchain veröffentlicht.

Linum Labs kündigte an, dass sie die Designziele um den Aufbau einer mobilen Schnittstelle erweitert haben. Diese soll ebenfalls Open-Source und interoperabel mit den externen Partnern der SBB sein. Zudem möchte man ein gutes User Experience Design gewährleisten.

Die Funktionsweise

Der Benutzer lädt die mobile uPort-App herunter und kann anschließend seine ID in der Ethereum-Blockchain registrieren. Der Nutzer wird aufgefordert einen QR-Code der Stadt zu scannen, die sein Zertifikat bzw. seine Berechtigung ausgestellt hat, um seine digitalen Blockchain-Anmeldeinformationen nachzuweisen. Sobald der QR-Code gescannt ist, sollte die Transaktion genehmigt und das Zertifikat akzeptiert werden, das in Verbindung mit seiner uPort-ID angezeigt wird.

Supervisor überprüfen das Zertifikat auf den Eisenbahnbaustellen. Er stellt sicher, dass der Arbeiter über die richtigen Qualifikationen für eine bestimmte Aufgabe verfügt und zählt die Zeit.

Der Benutzer generiert Log-Ein und Ausgänge, welche gehasht in der Blockchain veröffentlicht werden.


Quellenangaben: Blokt
Bildquelle: Pixabay

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