Rootstock und Bitcoin – Smart Contracts für die BTC Blockchain

Rootstock und Bitcoin – Smart Contracts für die BTC Blockchain

Rootstock Bitcoin

Bitcoin erlebt gerade harte Zeiten – lange Wartezeiten und hohe Transaktionskosten einerseits und die Blockchain 2.0 andererseits bringen die Leitwährung der Krypto-Szene unter Druck. Rootstock bietet in dieser Situation einen eleganten und leistungsfähigen Ausweg an, der den Branchenprimus wieder konkurrenzfähig machen kann.

Die Netzwerke von Ethereum und Co haben gezeigt, wie die neu Technologie erfolgreich auf die nächste Stufe gehoben wird: Die dezentrale Verschlüsselung kann mehr für die Realwirtschaft leisten, als nur sichere Währungen zur Verfügung zu stellen. Smart Contracts erschließen einen neuen Markt, der bisher am BTC vorbeigeht.

RSK ermöglicht es, diesen Mehrwert auch auf der derzeit größten und beliebtesten Blockchain anzuwenden – damit kann der Bitcoin seinen Konkurrenten wieder auf Augenhöhe begegnen.

Was ist Rootstock und welches Potential steckt dahinter?

RSK ist nicht nur ein neues 3-Buchstaben-Wort, von denen es in der Krypto-Szene bereits einige gibt. Das Akronym für Rootstock ist zuerst und vor allem ein Türöffner und Problemlöser für die aktuell größte Kryptowährung und kann damit zum Game-Changer im rasch wachsenden Krypto-Markt werden.

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Bereits 2015 waren die technischen Flaschenhälse von Bitcoin absehbar und zahlreiche Altcoins wurden gestartet, um Lösungen zu präsentieren. Mittels sogenanntem Sidechaining werden zusätzliche Verschlüsselungs-Netzwerke auf dem Hauptnetzwerk gewissermaßen aufgesetzt und sorgen damit für eine erhebliche Leistungssteigerung: Die Anzahl der verfügbaren Transaktionen pro Sekunde (tps) steigt und damit sinken die Kosten pro Transaktion.

Sergio Demian Lerner ist in seinem Whitepaper einen Schritt weiter gegangen und hat den Weg beschrieben, wie nicht nur die Kapazität sondern auch die Funktionalität maßgeblich erweitert werden kann: Rootstock ist eine Sidechain, die es möglich macht, Smart Contracts auf der Basis von BTC zu entwickeln.

Das Ethereum-Netzwerk hat bereits gezeigt, wie die Blockchain-Technologie zu einer völlig neuen Plattform für die digitale Wirtschaft werden kann. Die Smart Contracts im ETC-Netz sind im Grunde fest programmierte “Wenn … Dann …”-Beziehungen, die durch die dezentrale Verschlüsselung einfach, schnell und günstig eingesetzt werden können.

  • Sie machen die bisherigen aufwändigen Verwaltungsapparate überflüssig und sind eines der wichtigsten Werkzeuge im Web 3.0 und Internet of Things (IoT) geworden. E-Commerce, Cloud-Computing und die gesamte Logistikbranche sind dabei, die neuen Chancen der digitalen Ökonomie umzusetzen.

In dieser Situation bietet RSK eine Lösung, die die Vorteile der beiden größten Krypto-Netzwerke verbindet: Smart Contracts auf Basis der Bitcoin Chain.

Rootstock ist daher auch keine neue Kryptowährung: Der eigene Coin, RBTC, ist zwar auf den Börsen zu finden, er ist aber 1:1 an den Branche-Führer gebunden. Du wirst auch kein ICO (Initial Coin Offering) für das neue Netzwerk finden – die gesamte Entwicklung wurde und wird durch ein Seed Funding finanziert, bei dem $ 1 Million erzielt wurden.

Wie funktioniert Rootstock?

Das neue Netzwerk ist im Grunde eine Blockchain auf der Blockchain. Rootstock unterscheidet sich von anderen Krypto-Anwendungen und den Unterschied kannst du am besten erkennen, wenn du dir ansiehst, was RSK verbindet:

  • Sidechain und Federation
  • Merged Mining und DECOR+ Protokoll
  • RSK Virtual Machine und Solidity

Was ist die Rootstock Federation?

Um das Netzwerk nutzen und Smart Contracts erstellen zu können, benötigst du SmartBTCs (RBTC) als Treibstoff – sowie mit Gas in Ethereum, wird dadurch Netzwerk-Spam verhindert. RBTC werden mit Bitcoins eingekauft, die an eine bestimmte Adresse gesandt und während ihrer Nutzung im RBTC-Netz eingefroren, d. h. gelockt, werden. Damit wird ein Double-Spending verhindert.

Die Zuverlässigkeit und Sicherheit dieses Transfers wird von der sogenannten Federation gewährleistet. Dabei handelt es sich um 25 Semi-trusted-Third-Parties (STTP), die nach bestimmten Kriterien ausgesucht sind und im Grunde den gesamten Traffic zwischen Mainnet und Sidechain überwachen und sichern.

Die Federation hat damit eine zentrale Rolle im gesamten Netz und ähnlich wie bei Ripple führt das zu einer grundlegenden Kritik: Zentral-Instanzen wie die Federation können in einem Worst-Case-Szenario einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Chain haben.

Rootstock BTC

Wie funktioniert Merged Mining?

Rootstock wendet wie viele Kryptowährung die Vorteile des Proof-of-Work (PoW) an. Das setzt aber auch voraus, dass genügend Rechenleistung, Hash-Power, zur Verfügung steht. Um das zu sichern, ist das RSK Mining mit dem BTC Mining verknüpft: Miner können gleichzeitig auf der Mainchain und der Sidechain neue Blöcke generieren.

Ein weiteres Problemfeld beim PoW ist die Validierung von konkurrenzierenden Blöcken. Wenn 2 oder mehr Miner zur selben Zeit Blöcke errechnen, die die Voraussetzungen des PoW erfüllen, ist ein zusätzlicher Konsens-Mechanismus notwendig.

Hier setzt das Netzwerk auf das fortschrittliche DECOR+ Protokoll, das die Konsensbildung vereinfacht und Incentives für alle Miner vorsieht. Damit wird RSK Mining besonders attraktiv, da keine zusätzlichen Hardware- und Energiekosten anfallen.

Was ist die RSK Virtual Machine?

Eine Virtual-Machine ist generell ein Gast-System, das auf bestehenden Betriebssystemen laufen kann. Damit bietet die RVM die Möglichkeit, eigene Software-Anwendungen in einem abgekapselten und damit sicheren Umfeld auf jedem herkömmlichen PC laufen zu lassen – einerlei ob Windows, OSX oder Linux. Dieses Prinzip ist für Krypto-Anwendungen bereits mit Ether und der EVM bekannt geworden.

Auch hier kommt das Grundprinzip – Kooperation und Partnerschaft – zur Anwendung. Die RVM verwendet mit Solidity dieselbe Programmiersprache wie die Ether-Virtual-Machine. Damit können Smart Contracts, Token oder dApps, die für das Ethereum-Netz entwickelt wurden, ohne weiteren Aufwand auf das RSK Netz übertragen werden.

Rootstock ermöglicht es damit, dass die größte aktuell existierende Krypto-Community am wachsenden Markt des Web 3.0 teilnehmen kann.

Welche Vorteile und Nachteile bietet Rootstock?

Rootstock ist keine eigene Kryptowährung. Das Netzwerk wurde geschaffen, um als Partner der Leitwährung der Krypto-Branche neue Einsatzfelder und damit Märkte zu ermöglichen. Was für die einen ein Nachteil ist, stellt sich bei näherer Betrachtung aber als erheblicher Vorteil heraus.

Die Leistungsfähigkeit der EVM wird nicht durch die Volatilität, die durch den Handel an den Börsen entsteht, beeinträchtigt. Der RBTC-Kurs ist durch die direkte Bindung mit dem BTC-Kurs verknüpft und damit auch von dessen Performance abhängig. Das Wachstum des eigenen Netzwerks führt allerdings nicht steigenden Preisen.

Anders als bei Ethereum führt der eigene Erfolg nicht automatisch zu einer Verteuerung der Netzwerkkosten.

Die Leistungsfähigkeit des Rootstock Netzwerkes ist mit rund 400 Transaktionen pro Sekunde derzeit bereits sehr konkurrenzfähig und kann noch bis zu 2000 tps gesteigert werden. Diese Performance und die volle Kompatibilität zu Ether-Tokens lassen für die Zukunft noch einiges Potenzial erahnen.

“Zukunft und Potenzial” sind allerdings auch noch Punkte, die aktuell noch einige Unsicherheiten in sich tragen. Mit dem Orchid Release v0.6.0 im Jänner 2019 ist das Netzwerk nach wie vor in der Beta-Phase und noch nicht voll entwickelt. Die gesamte Leistungsfähigkeit kann daher zurzeit noch nicht umfassend eingeschätzt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Rolle der Federation. Ihre Funktion ist zwar grundsätzlich für die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Netzwerkes gedacht, allerdings gelten zentralisierte Intuitionen als No-Go in der Krypto-Szene – sie sind ein Risiko für eine reibungslose dezentrale Verwaltung.

Rootstock ist zusammengefasst auf jeden Fall ein spannendes Projekt mit enormem Potenzial, das seine realwirtschaftliche Leistung aber erst noch beweisen muss. Hier noch einmal der Überblick:

VorteileNachteile
Kompatibel zu BTC und ETHKeine eigene Kryptowährung
Hohe Performance mit 400 tpsAktuell noch in der Beta-Phase
Keine Beeinträchtigung durch KurssprüngeRisiko durch zentralisierte Instanzen

Fazit Rootstock

Rootstock ist im Moment mit Sicherheit eine der spannendsten Krypto-Initiativen. Die Möglichkeit, Smart Contracts für das Bitcoin Netzwerk nutzbar zu machen, ist etwas, worauf die Branche schon seit längerer Zeit gewartet hat. Die volle Kompatibilität zu Ethereum ist vor allem für die gesamte Entwickler-Community ein wichtiges Kriterium: Entwicklungskosten für Web 3.0 Anwendungen können damit erheblich gesenkt werden.

Das neueste Projekt von RSK Labs könnte bereits der entscheidende Schritt für eine erfolgreiche Etablierung am Markt sein. Mit RIFOS wird ein Infrastruktur-Netzwerk für Cloud-Computing entwickelt, das in direkter Konkurrenz zu Amazon Web Services (AWS) und zur Google Cloud aufgestellt ist.

Die Entwicklung autonomer Systeme ist für IoT und E-Commerce derzeit der wichtigste Wachstumsbereich, und dafür braucht es Rechenleistung in der Cloud. RIFOS soll hier, ähnlich dem ETH-Token Golem, das größte brachliegende Rechen-Potenzial der Welt nutzbar machen: private PCs und Workstations.

Wie auch immer das Potenzial von Rootstock im Detail eingeschätzt wird, sicher ist, dass Kryptowährungen bereits in der Realwirtschaft angekommen sind. Ob sich ein Engagement rentiert, hängt auch sehr stark damit zusammen, welche Interessen du verfolgst.

Passt Rootstock oder ein Konkurrent besser zu deinen Zielen? Die richtige Wahl der richtigen Initiative setzt Überblick und Know-how voraus. 

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