Kryptowährung und ihre Zukunft: Welche Wirtschaftskraft steckt hinter dem Hype?

Cryptowährung

Sie sind von den Einen heiß begehrt und von Anderen stark kritisiert. Wie auch immer du zu ihnen stehst, Kryptowährungen haben in wenigen Jahren die Spielregeln der Finanzwirtschaft und Internetökonomie grundlegend verändert. Viele Privatanleger und zahlreiche institutionelle Investoren haben zuletzt in sie investiert aber laut aktuellen Studien, haben nur wenige wirklich daran verdient.

Der Grund, so die Studienautoren, liegt aber weniger an der Substanz, sondern vielmehr am mangelnden Wissen. Nur eine handvoll Börsianer kann eine zufriedenstellende Antwort darauf geben, was eine Kryptowährung eigentlich ist.

Für den effizienten Einsatz aber auch für erfolgreiche Investitionsstrategien rund um eine Kryptowährung braucht es daher eine solide Basis. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt, damit du dir dein eigenes Bild für eine realistische Gewinnerwartung machen kannst.

Was sind Kryptowährungen?

Cryptocoins sind mittlerweile in der Liste der beliebtesten Suchbegriffe im Internet angekommen. Auch wenn “Trump”, “Weather” oder “NFL” noch vorne liegen, so wird “Bitcoin” bereits wesentlich öfter gesucht als “Taylor Swift” oder “what is my ip”.

Das Boomjahr 2017 hat für die notwendige Aufmerksamkeit gesorgt: Das Nischenthema, das zuvor nur in den Foren von Software-Entwicklern heiß diskutiert war, ist im Mainstream angekommen und Kryptowährung ist nicht nur ein beliebtes Diskussionsthema im privaten Kreis.

Die reichweitenstärksten Medien, egal ob analog oder online, produzieren im Wochentakt Schlagzeilen, die zwischen “Höhenflug” und “Kryptokrise” hin und her pendeln. Was aber steckt wirklich dahinter, wenn wir die emotional aufgeladene Stimmung einmal kurz außer Acht lassen?

Die Antwort darauf hat mehrere Facetten und du solltest dir auch für einen ersten Überblick mindestens drei Aspekte anschauen:

  • Sie sind eine neue und vor allem sichere Währung
  • Ihre Überlegenheit hat die neue Blockchain-Technologie als Basis
  • Sie sind aber auch mehr als eine Währung können unsere Wirtschaft nachhaltig verändern

Warum sind Kryptowährungen das bessere Geld?

Die wichtigste Eigenschaft, die Geld haben soll, ist seine Zuverlässigkeit. Ich muss darauf vertrauen können, dass Währungen nicht manipuliert werden können – egal ob von unseriösen Spekulanten oder kurzfristigen finanzpolitischen Interessensgruppen. 2008 hat die Anfälligkeit unserer bisherigen Währungen gezeigt: Eine einfache, wenn auch sehr große, Immobilienblase hat zu einem globalen Vertrauensverlust in die Währungssysteme geführt.

Unsere traditionellen Währungen bauen auf das Versprechen, dass die jeweiligen Staaten ihre Außenstände in Zukunft begleichen werden. Dieses sogenannte Bretton-Woods-System ist seit 1944 die Basis globalen Handels und, wie sich gezeigt hat, nicht optimal auf die Anforderungen einer digitalen Ökonomie vorbereitet.

Eine Kryptowährung ist frei von diesen Zwängen. Bei digitalem Geld muss ich der Technik vertrauen, dass sie mein Kapital und meine Transaktionen sicher verschlüsselt und ich auch in Zukunft den vollen Zugriff habe. Weder Geldmenge noch Geldfluss sind von Spekulation, Finanzpolitik oder Zwischenhändler (Banken und Finanzdienstleister) abhängig.

  • Diese trustless economy ist damit vor Manipulationen sicher und hat zusätzlich den erheblichen Vorteil, dass Transaktionen wesentlich schneller und günstiger durchgeführt werden können.

Warum sind Kryptowährungen sicher?

Die Blockchain ist das Herz und der Kreislauf einer Kryptowährung. Sie ist die technische Basis und sorgt für die sichere Verschlüsselung. Sie lässt sich am besten als System von drei Teilen verstehen:

  • Sie ist ein dezentrales Computersystem. Tausende miteinander verbundene Rechner (Nodes) speichern die gesamte Information einer Kryptowährung, d. h. jeder Node verfügt über die volle Information. Eine Manipulation an einem Rechner ist wirkungslos, da sie von den anderen nicht anerkannt wird.
  • Die Informationen sind in Blöcken verschlüsselt. In regelmäßigen Abständen (zwischen wenigen Sekunden und 10 Minuten je nach Coin) werden neue Transaktionen zusammengefasst und kryptografisch gesichert. Die Kette ist damit ein dezentral verwaltetes Kontobuch.
  • Die Verschlüsselung wird von den Usern selbst erbracht und überwacht. Das sogenannte Mining basiert auf bestimmten Verschlüsselungs-Algorithmen und nach festgelegten Vorgaben:Proof-of-Work bzw. Proof-of-Stake.

Das Zusammenwirken dieser drei Aspekte macht digitales Geld so attraktiv. Die User dürfen sich vertrauen, müssen es aber nicht, damit das System funktioniert. Dieses technisch ausgereifte und dennoch einfache Prinzip ist populär geworden. Seitdem hat es die Finanzwirtschaft gehörig durcheinandergebracht, die Entwicklung ist aber nicht stehen geblieben.

Ganz neue Coins zeigen, dass diese Technik wesentlich mehr kann und uns mit der einen oder anderen Lösung für gegenwärtige Probleme noch überraschen wird.

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Video-Link: https://youtu.be/Ww_OBxxcxso

Was ist eine Kryptowährung der 3. Generation?

Seit die Blockchain des BTC 2009 in Betrieb gegangen ist und zuverlässig funktioniert, hat die neue Technik nicht nur unabhängige Entwickler sondern auch große Technologieunternehmen überzeugen können. Nahezu täglich werden neue Anwendungen präsentiert, neue Coins in ICOs veröffentlicht und der Einfluss von CryptoCoins auf die Internet-Ökonomie vergrößert. Ein genauer Blick zeigt, dass das Wachstum nicht nur die bloße Menge, sondern vor allem auch die Funktionen erheblich erweitert.

Während Bitcoins und Co als reine digitale Währung funktionieren, sind Ripple. Neo oder Ethereum weit darüber hinaus gewachsen und haben uns eine zweite Generation von Kryptowährungen präsentiert. Die Plattformen können nicht nur Geldwerte sondern alle Formen von Transaktionen sicher und schnell verwalten.

Bei Ethereum werden im Netzwerk sogenannte Smart Contracts gesichert und verwaltet. Sie stellen einfache aber auch komplexe “Wenn … dann …” Verknüpfungen dar, die nahezu alle Formen von Tausch und Transaktionen zuverlässig verwalten: von der einfachen Autovermietung bis zu aufwändigen Immobiliengeschäften.

Möglich wird das, da Ether nicht nur eine Kette an Blöcken, sondern auch eine Virtual Machine und damit volle Programmierbarkeit zur Verfügung stellt. Das volle Potential von ETH ist derzeit noch nicht einschätzbar und dennoch gehen neue Plattformen bereits darüber hinaus.

Tron oder Cardano repräsentieren bereits den nächsten Entwicklungsschritt zur dritten Generation der Kryptowährung. Sie lösen vor allem technische Probleme herkömmlicher Blockchains wie Skalierbarkeit und Interoperabilität: Sie können nicht nur mit größer werdenden Nutzer-Zahlen umgehen sondern auch Transaktionen zwischen ganz unterschiedlichen CryptoCoins sichern.

Wohin die rasante Entwicklung noch gehen wird und welchen Nutzen wir von der technischen Überlegenheit der Blockchain noch erwarten können, wird sich noch zeigen. Die Entwicklung hat auf jeden Fall Fahrt aufgenommen und in kurzer Zeit eine hohe Problemlösungsfähigkeit bewiesen, wie diese kurze Aufstellung zeigt:

1. Generation2. Generation3. Generation
Vetreterz.B. Bitcoinz.B. ETHz.B. ADA
Basiseinfache BlockchainBlockchain plus VMerweiterte und flexible Blockchain
Nutzendigitales Geld sichern …… plus alle Formen von Transaktionen sichern …… plus große Nutzerzahlen und Austausch zwischen unterschiedlichen Coins ermöglichen

Sind Kryptowährungen eine sichere Investition?

Wenn du heute als Anleger eine Kryptowährung traden möchtest, dann musst du dir über eine Sache klar sein: Die Zeiten der großen Kurssprünge mit 30 % und mehr pro Tag scheinen vorbei zu sein.

Für Daytrader ist das sicher eine schlechte Nachricht. Investoren mit mittel-und langfristigen Strategien sehen die Sache anders: Für sie ist es wichtig, die reale Substanz der Branche zu bewerten. Diese lässt sich im Wesentlichen in vier Punkten zusammenfassen:

  • Wie leistungsfähig ist der Bereich insgesamt?
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es derzeit?
  • Welche Coins haben eine gute Performance?
  • Wer verdient und wer profitiert beim Kryptohandel?

Warum schadet Kryptowährungen der eigene Erfolg?

Alle, die den Untergang der Branche herbei wünschen, müssen sich der Tatsache stellen, dass die Marktkapitalisierung der erfolgreichsten digitalen Währungen zusammengenommen bei einigen $ 100 Milliarden liegt. Der Markt ist immer noch ausgesprochen lebendig.

Der Kursrückgang ist aber zu einem großen Teil durch den beispiellosen Boom der Vergangenheit zu erklären:

  • Die Blockchain basiert zwar auf einer absolut sicheren Verschlüsselungsmethode, ist aber gemessen an der Zahl der möglichen Transaktionen noch nicht vollständig massentauglich.
  • Das hohe Investoreninteresses hat zu einer Vielzahl offener rechtlicher Fragen geführt, die noch nicht zufriedenstellend beantwortet sind.

Der größte Nutzen einer Kryptowährung liegt darin, eine sichere, schnelle und günstige Form des Zahlungsverkehrs zu ermöglichen. Dieser Nutzen ist derzeit allerdings einigermaßen eingeschränkt. Zum einen hat die hohe Volatilität dazu geführt, dass Coins nur zögerlich für den alltäglichen Einkauf verwendet werden. Zum anderen sind die meisten nicht auf das enorme Wachstum vorbereitet.

Der große Ansturm hatte unter anderem den Effekt, dass mehr Transaktionen angefallen sind, als verarbeitet werden konnten. Das hat zu langen Transaktionszeiten als auch hohen Transaktionskosten geführt. Die Entwickler-Communities sind aktuell dabei diese Engpässe zu lösen. Eine andere Frage ist jedoch die der rechtlichen Einordnung und hier sind die Entwicklungszeiten erfahrungsgemäß ungleich länger.

Wie ist es mit der Rechtssicherheit von Kryptowährungen bestellt?

Das Boomjahr 2017 hat zwar die Beliebtheit der Branche enorm gesteigert, aber auch die offenen Fragen sichtbar gemacht. In vielen Märkten werden sie rechtlich gesehen als Rohstoff wie etwa Gold bewertet, während Ethereum und Ripple eigentlich dem Status einer Aktie entsprechen. Auch wenn der Ruf nach Regulierung nicht überall gern gehört wird, solltest du bedenken, dass Überregulierung zwar schadet, aber Rechtsunsicherheit einen Markt austrocknen kann.

Das “Bitcoin-Urteil” am Kammergericht Berlin Ende September 2018 zeigt das ganze Dilemma. Ein Plattformbetreiber wurde letztlich vom Vorwurf freigesprochen, unrechtmäßige Finanzdienstleistungen zu erbringen. In der Urteilsbegründung heißt es sinngemäß, dass der Krypto-Handel nicht unter das Kredit-Wesen-Gesetz fällt. Offen bleibt aber, welche rechtlichen Vorgaben gelten.

  • Rechtsprechung und Gesetzgebung haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Auch wenn unsere Regeln noch nicht am Stand der Zeit sind, in der Realität ist der Handel mit einer Kryptowährung oder einem Tokens nicht mehr wegzudenken.

Ist der nächste Kryptowährung Hype absehbar?

Die meisten Investoren, die das märchenhafte Wachstum 2017 versäumt haben, stehen heute am Standpunkt, dass die Sache mit der Kryptowährung eine Blase war, die längst vorbei ist. Wir wollen dahingestellt lassen, ob es sich dabei um eine Selbstentschuldigung von zu spät Gekommenen handelt. Die Einschätzung mag aber dahingehend stimmen, dass ein derart überschießender Enthusiasmus aktuell nicht absehbar ist.

Dem gegenüber ist der Sektor insgesamt allerdings nach wie vor auf einem überdurchschnittlichen Wachstumskurs. Immer mehr neue Startups, ICOs und Krypto-Anwendungen können sich erfolgreich am Markt durchsetzen. Auch wenn der große Hype nicht vor der Tür steht, gibt es zahlreiche Alternativen, die für Anleger interessant sind.

Auf der Ether-Plattform finden sich erfolgversprechende Geschäftsideen, die mit Initial Coin Offerings (ICOs)interessierten Investoren die Möglichkeit bieten, in ihre Tokens zu investieren. Aber auch etablierte Token, wie etwa Basic Attention Token (BAT) oder DGX zeigen eine zufriedenstellende Performance auf den Krypto Börsen.

Von Interesse sind auch kleinere Abspaltungen wie etwa der “Bitcoin Private”, der im vierten Quartal 2018 für einige Aufmerksamkeit gesorgt hat. Die Initiatoren sind angetreten um einige Schwächen der bestehenden digitalen Währungen zu lösen. Mit einer Mischung aus ZClassic und Bitcoin und einer Blocktime von 2,5 Minuten auf Basis des Equihash-Algorithmus ist Ihnen das auch gelungen. Es bleibt abzuwarten wie die weitere Zukunft aussieht.

Der nächste Krypto-Hype wird wahrscheinlich nicht mehr die ganze Branche zu einem Höhenflug stimulieren, dafür ist die Blockchain-Industrie mittlerweile aber auch schon zu groß und differenziert. Einzelne High-Performer sind aber nach wie vor auszumachen und für Anleger interessant. Einsteiger können mit einer Mischkurs-Strategie eine gute Rendite erwirtschaften.

Cryptowährung Bitcoin

Wer verdient an Kryptowährungen und wer profitiert?

Sehr viele Kritiker sehen die Kursverluste der großen Währungen als untrügliches Untergangszeichen. Sie übersehen dabei allerdings, dass Kryptowährung mittlerweile als realwirtschaftlicher Wirtschaftsfaktor angekommen und auch nicht mehr wegzudenken ist. Große Technologiekonzerne investieren hohe Summen in bestehende Plattformen und eigene Lösungen.

Auch einzelne Staaten suchen in einer Kryptowährung die Lösung des Problems, das ihre Wirtschaftspolitik geschaffen hat. Ob Venezuela mit dem eigenen Petro allerdings langfristig zu den Gewinnern zählen wird, bleibt eine offene Frage.

Zu den Gewinnern zählen nicht nur die Online-Börsen, die die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Auch Anleger, die in eine nachhaltige Geschäftsideen investiert haben, wie etwa den ETC-Token Golem (GNT), stehen nach wie vor sehr gut da. Ein differenzierter Blick auf anstehende ICOs ist daher immer noch eine lohnende Zeitinvestition.

Es ist aber auch Vorsicht angeraten, da viel Licht bekanntermaßen auch dunkle Schatten werfen kann.

Kann ich Kryptowährungs-Verluste gegenrechnen?

Wenn du dich heute mit Kryptohandel befasst, dann solltest du dich auf jeden Fall mit den Fragen von Verlust auseinandersetzen. Aus diesem Grund ist der erste Ratschlag von erfahrenen Tradern immer, in jungen und volatilen Märkten nur das Kapital zu investieren, das du auch entbehren kannst.

Ein mittel- und langfristiger Verlust kann auch bei guten Investments möglich sein. Das ist natürlich unangenehm, es lässt sich aber im einen oder anderen Fall etwas mindern. Bei gewerblichen Händlern fallen Kryptowährungsausgaben unter die Betriebsausgaben und realisierte Verluste können im laufenden Jahr als Gewinnminderung und damit Steuerlastminderung angesetzt werden. Auch die Rückrechnung in das vergangene Jahr bzw. der Vortrag in das nächste Jahr ist hier möglich.

Für Private stellt es sich nicht ganz so einfach dar. Verluste im Kryptohandel können nicht mit anderen Einkünften aus selbstständiger bzw. unselbstständiger Erwerbstätigkeit gegengerechnet werden. Allerdings ist es möglich, eine Gewinnminderung bei anderen privaten Veräußerungsgeschäften des laufenden Jahres einzurechnen. Dazu zählen etwa private Aktien- bzw. Immobilienverkäufe.

Aber auch im Fall eines Gewinns kann eine späte Steuerprüfung zu einem ungewollten Verlust führen. Gewinne aus dem Handel mit Cryptowährungen sind steuerpflichtig, auch wenn sie nicht direkt über Euros sondern über den Einkauf von Waren erzielt werden. Du solltest daher immer die Dokumentationspflicht beachten. Zu diesem Zweck bieten alle guten Online Börsen die Möglichkeit, die Übersicht über deine Transaktionen mittels einfacher csv-Datei zu exportieren.

Unabhängig davon, gibt es eine traditionelle Börsenweisheit, die schon einigen Einsteigern unliebsame Erfahrungen erspart hat: Ein Verlust ist erst ein Verlust, wenn er realisiert wird. Erst wenn du eine Sell-Order platzierst, verlierst du beim Rückgang im Kryptowährung Kurs/Liste dein eingesetztes Kapital.

Welche Gefahren bringen Kryptowährungen mit sich?

Kryptowährung News können einen schon einmal an Star Wars erinnern, da CryptoCoins einmal als die dunkle Seite und einmal als die helle Seite der Macht erscheinen. Die Wahrheit liegt, wie so oft, wohl in der Mitte: Monero, Stellar oder Nem sind im Kern nichts anderes als technische Lösungen für aktuelle Herausforderungen rund um Währungen, Sicherheit und Transaktionen. Sie sind aber auch Vertreter einer sehr jungen Technologie, die sehr viel Aufmerksamkeit bekommen hat – eine spannende Mischung, die einige Gefahren in sich birgt.

Die neuen digitalen Währungen hatten von Beginn an einen schlechten Ruf, den sie trotz ihrer unbestrittenen positiven Leistungen bis heute nicht losgeworden sind. Da sie besonders sicher sind und einen hohen Grad an Anonymität gewährleisten, wurden sie sehr rasch von Kriminellen als Zahlungsmittel entdeckt.

  • Auf der legendären Silk Road, dem Schwarzmarkt im Darknet, war der Dash oder Verge, die einen besonders hohen Grad an Anonymität sichern, tatsächlich lange Zeit sehr beliebt. Aber selbst zur aktivsten Zeit der Silk Road war Bargeld die mit Abstand am meisten genutzte Form des Geldtransfers.

Zwei andere Risikobereiche des neuen Geldes sollten dagegen etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen:

  • Technische Lücken
  • Sichere Infrastruktur

Was sind die technischen Risiken von Kryptowährungen?

Bei aller Euphorie und Liebe müssen auch die größten Befürworter von Online-Währungen eingestehen, dass es sich im Kern immer noch um eine sehr junge Technologie handelt, die noch große Herausforderungen vor sich hat. Die Risiken hängen zum größten Teil mit dem Mining zusammen und lassen sich auf zwei Bereiche zusammenfassen:

  • Zentralisierung des Minings
  • Skalierbarkeit des Netzwerkes

Kryptowährung minen ist der Kern der Blockchain-Technologie. Dabei werden die Transaktionen des Netzwerks verschlüsselt und als neue Blöcke an die bestehende Kette angehängt. Diese Leistung erbringen User und werden dafür auch mit neuen Coins belohnt.

Aufgrund des hohen Wertes ist diese Leistung schon seit einiger Zeit aber auch besonders attraktiv und zahlreiche neue Serverfarmen sind vor allem im asiatischen Bereich aus dem Boden gestampft worden. Neben den ökologischen Problemen des hohen Energiebedarfs, besteht aktuell eine kritische Situation aufgrund der Konzentration der Hash-Power (Mining-Leistung) auf wenige Akteure.

Die 51% Attacke ist der Worst Case jedes Netzwerkes. Wer mehr als 50 % der Hash-Power kontrolliert kann den Verschlüsselung-Prozess negativ beeinflussen. Eine dauerhafte Manipulation ist dabei nicht die Gefahr, da Abweichungen aufgrund der vollständigen Transparenz immer erkennbar sind. Das Problem besteht darin, dass die Zentralisierung genutzt werden kann um die Funktion des Netzes zu behindern:

  • Verzögerungen und fehlgeleitete Transaktionen sind damit möglich und stören den reibungslosen Ablauf. Derzeit stellen die drei Mining-Pools Antpool, F2Pool und Btcc Pool den Großteil der Rechenleistungen. Eine konspirative Attacke dieser drei ist zwar alles andere als wahrscheinlich, dennoch wird die Situation kritisch beurteilt.

Trotz des enormen Anstiegs an Rechenleistung ist die Leistungsfähigkeit der Netzwerke dennoch seit längerem stark beeinträchtigt. Die Blöcke können nur eine geringe Anzahl von Transaktionen pro Sekunde verarbeiten und Transaktionszeiten sowie -kosten sind daher enorm gestiegen.

Der Grund für diese paradoxe Situation (extrem angestiegene Rechenleistung und gleich bleibende Transaktionsleistung) liegt am Proof-of-work-Mechanismus, der eigentlich zu Sicherheit dient: Bei steigender Rechenleistung wird auch die Schwierigkeit für einen erfolgreichen Verschlüsselungs-Block nach oben angepasst.

Sowohl das Zentralisierungs- als auch das Skalierungs-Problem sind aber nicht unlösbar. Coins wie der Iota oder WhiteCoin haben von Beginn an auf andere Konzepte gesetzt (Tangling bzw. Proof-of-Stake), die diese Probleme nicht haben. Nahezu alle großen Netzwerke sind derzeit dabei die technische Basis neu zu konzipieren und der Großteil wird in absehbarer Zukunft auf neue Mining-Mechanismen umstellen. Damit werden diese beiden Risikobereiche auch ausgeräumt sein.

Cryptowährung Ethereum

Wie sicher ist es, mit Kryptowährungen zu zahlen und zu investieren?

Sicherheit ist der wichtigste Nutzen des neuen digitalen Geldes und das Vertrauen in sie ist auch gerechtfertigt. Anders sieht es allerdings mit dem Umgang mit den neuen Währungen aus. Hier ist es aber weniger die Technik, als vielmehr das Know-how der User, dass das Risiko bestimmt.

Wer mit den neuen digitalen Münzen bezahlen will, muss sich auch mit der neuen Technik vertraut machen. Und genauso wie wir gelernt haben, die gut gefüllte Brieftasche im Urlaub nicht offen vor uns her zu tragen, müssen wir lernen, das Kryptowährung Wallet sorgfältig zu behandeln.

  • Der Umgang mit dem Private Key ist im wörtlichen Sinn der Schlüssel. Alle guten Wallets bieten eine Vielzahl von Sicherheitsfeatures an, wie zum Beispiel das Anlegen von Seeds. Eine gründliche Einarbeitung ist der beste Schutz vor Sicherheitslücken.

Für Anleger gilt ähnliches. Die neuen Märkte bringen nahezu täglich neue spannende Geschäftsideen hervor und es ist nicht auszuschließen, dass das nächste Google oder Facebook aus der Krypto Szene heraus wachsen wird. Aber auch hier ist nicht jede Idee ein erfolgreiches Investment, nur weil sie neu ist. Wenn du vor dem Schritt stehst, Kryptowährungen kaufen zu wollen, solltest du vor allem auf diese drei Punkte achten:

  • Schlechte Investitionsbedingungen: Einige kleine Startups haben zwar interessante technische Konzepte aber wenig wirtschaftliche Erfahrung. Du erkennst sie meist daran, dass sie unrealistische Bedingungen aufstellen, wie unverhältnismäßig lange Bindungszeiten.
  • Zu teuer: In eine ähnliche Kategorie fallen Entwickler, die so sehr von ihrer Lösung überzeugt sind, dass sie den Marktwert ihrer Tokens viel zu hoch ansetzen.
  • Scam: Leider ist die Geschichte der Kryptowährung auch eine Geschichte von betrügerischen Absichten. Unseriöse ICOs kannst du in den meisten Fällen aber daran erkennen: überzogene Gewinnversprechen; keine verlässlichen Angaben zum Team; kein Whitepaper, das die technische Neuerung nachvollziehbar und im Detail beschreibt.

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit von Kryptowährungen aus?

Die Blockchain-Industrie ist aktuell in der Kritik, auf ein ökologisches Desaster zu zusteuern. Bei einem ungebremsten Wachstum wird der Energiebedarf der Branche in wenigen Jahren rund 50 % des globalen Energieverbrauchs ausmachen. Das ist zu Recht eine alarmierende und auch ökonomisch gesehen untragbare Situation.

Der Grund für diese Fehlentwicklung liegt in der technischen Umsetzung, wie digitale Währungen geschürft werden im Zusammenspiel mit dem enormen Interesse der letzten Jahre. Große Global-Player nutzen mittlerweile die Vorteile der schnellen, zuverlässigen und günstigen Formen, Transaktionen umzusetzen.

Der französische Lebensmittelkonzern Louis Dreyfuss, einer der weltweit größten seiner Art, hat bereits begonnen, seine Lieferungen über Smart Contracts abzuwickeln. Der Bereich ist also wesentlich schneller gewachsen, als die technische Basis nachgebessert werden konnte. Dieser Schritt ist aktuell auf der To-do-Liste aller großen Online-Währungen und wird in den nächsten Jahren auch umgesetzt.

Demgegenüber muss aber auch angemerkt werden, dass digitales Geld nicht nur Teil des Problems, sondern immer stärker auch Teil der Lösung ist. Dabei sind nicht nur kleine lokale Non-Profit-Projekte interessant, sondern auch neue Geschäftsideen, die für den einen oder anderen ein interessantes Investment sein können:

  • EcoCoin ist eine charmante Initiative, bei der Coins durch nachhaltiges Verhalten verdient und beim Einkauf nachhaltiger Produkte wieder ausgegeben werden können. Die technische Umsetzung könnte auch eine Vorbildfunktion für den derzeit schleppenden CO2-Handel sein.
  • SolarCoin zeigt, wie zwei innovative technische Lösungen im Zusammenspiel sowohl ökonomisch als auch ökologisch Gewinn erbringen können.
  • Hydro-Mining nutzt günstige Energie aus Wasserkraft für das Schürfen von digitalem Geld.

Diese Liste ließe sich hier noch um einige Punkte erweitern. Gerade die Energiewirtschaft, die bekanntlich gerade vor der Wende steht, kann durch die dezentrale und sichere Verwaltung enorm profitieren.

Fazit: Haben Kryptowährungen eine Zukunft?

Kryptowährungen sind gekommen um zu bleiben. Ihre Leistungsfähigkeit ist der von traditionellen Währungen in vielen Bereichen überlegen und im Grunde eine natürliche Weiterentwicklung der digitalen Ökonomie der letzten Jahrzehnte. Für Viele ist dieser Ausblick mit Fragen verbunden und löst Unsicherheit aus – das ist auch verständlich.

  • Ein Blick über den Tellerrand der westlichen Industrienationen könnte den einen oder anderen Zweifel aber leicht beseitigen.

Digitales Geld ist global gesehen bereits ein Faktor. In Kenia und anderen Entwicklungsländern sind digitale Währungen mittlerweile die am weitesten verbreitete Form, Geld zu überweisen. Hier werden Mobilfunk-Guthaben von Prepaid-Telefonen genutzt, um Verwandte in Regionen zu unterstützen, in denen es keine Banken gibt. M-Pesa ist aus der Not geboren und hat sich mittlerweile in Afrika, Asien und Südeuropa fest etabliert.

Für uns ist die Idee, dass Geld aus Bits und Bytes besteht, noch relativ neu und gewöhnungsbedürftig und Skepsis ist auch angebracht. Die technische Basis für Kryptogeld ist zwar ausgereift und außergewöhnlich sicher, die Abläufe und Infrastruktur sind aber durch den enormen Boom an ihre Grenzen gekommen.

  • Die Nachbesserungen und neuen Lösungen, die bereits auf den Weg gebracht sind, werden nicht nur den ökonomischen Vorteil umsetzbar machen, den eine Kryptowährung bietet, sondern aller Voraussicht nach auch neue und spannende Lösungen für ökologische Herausforderungen mit sich bringen.

Es ist und bleibt aber eine neue Technologie, mit deren Umgang wir uns auch vertraut machen müssen. Wir sehen zur Zeit ganz sicher nicht das Ende einer “Kryptoblase” sondern vielmehr eine Konsolidierung eines überhitzten Höhenfluges. Die Basis für ein gewinnbringendes Investment und die Nutzung der neuen Vorteile liegt darin, dass Know-how zu erwerben und sich die Grundlagen, wie in unserem Webinar, zu schaffen.

 

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