Ethereum 2018: Neustes Update zum ETH Kurs & Prognosen

Ethereum 2018 – Neustes Update zum ETH Kurs & Prognosen

ETH 2018

2018 mag zwar nicht das Megajahr für die Kryptowährungen geworden sein (bis jetzt) wie 2017, dennoch kam Einiges in Bewegung. Vor allem für Ethereum, der Kryptowährung mit der zweithöchsten Marktkapitalisierung gleich hinter Bitcoin.

Dabei sollte man jedoch nicht nur auf den ETH-Kurs schauen, gerade die technischen Entwicklungen wie Hard Forks und andere Updates, die Announcements, Kooperationen und sonstige Überraschungen verdienen Aufmerksamkeit. Wir verraten, was es bislang für Ethereum 2018 Besonderes gab.

Wie entwickelte sich der Ethereum 2018 Kurs?

Abgesehen von Bitcoin gibt es keine andere Kryptowährung, die so sehr gehandelt wird wie die Ethers. Dennoch ging es mit dem Kurs von ETH rauf und runter, eher mit der Tendenz nach unten. Zuerst ging es jedoch noch ordentlich bergauf mit dem Kursverlauf. Das Allzeithoch wurde am 13. Januar erreicht. Hier war ein ETH stolze 1.187 € wert.

In den nachfolgenden Tagen fiel der Kurs wieder und sank sukzessive unter die 1.000 Euro und schließlich auf knapp 800 €. Am 28. Januar stieg der Kursverlauf noch mal auf 995 € . Über die 1.000 € sollte der Kurs nicht mehr hinausgehen. Am 6. Februar erreichte der ETH-Kurs mit 552 Euro einen Tiefststand, aus dem sich die Kryptowährungen im Laufe des Monats wieder heraus retten konnte.

  • Zum Ende des Monats hin schwankte der Ether-Kurs zwischen 600 und 750 €. Im März ging es dann stetig bergab, in den letzten Märztagen notierten die Ethers bei 420 Euro. Am 7. April notierte die Kryptowährung bei 300 € und fiel damit auf ein 3-Monats-Tief hinab.

Viel wurde darüber spekuliert, warum es dem Kurs gerade hier so schlecht ging. Sonst waren die Ethers immer recht stabil, während es bei den Kryptowährungen turbulenter zuging. Ein Grund könnten jedoch die ICOs gewesen sein, oder vielmehr deren drohende Regulierung.

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Die Initial Coin Offerings hatten sich zu einer beliebten Methode des Crowdfundings entwickelt, jedoch an den Behörden vorbei. Das gefiel nicht allen. Google etwa verbot Werbungen für Kryptowährungen, was besonders jene traf, die sie für ICOs nutzen wollten. Ethereum’s Plattform wurde besonders gerne für ICOs verwendet.

Im Laufe des Aprils konnte sich der ETH-Kurs jedoch wieder steigern und über 500 Euro erreichen. In der zweiten Maiwoche stieg der Kurs sogar über 600 € . Ein kurzes Aufatmen folgte, hielt jedoch nicht lange an. Zum Juni hin sank der Ether- Kurs erneut unter 500 Euro, im Juli unter 400 € . Im August ging es erneut bergab auf unter 300 Euro.

Grund könnten wieder die ICOs gewesen sein. Laut Gerüchten sollen ICO-Projekte ihre gesammelten ETH ausgezahlt haben und somit Druck auf den Markt ausgeübt haben. Somit zeigt sich, dass es mit dem Kursverlauf für Ethereum 2018 eher runter ging.

Welche Announcements gab es für Ethereum 2018?

Doch die Entwickler zeigten sich gelassen. Für sie steht der ETH-Kurs und der Wert der Ethers nicht im Vordergrund. Es geht um das Projekt, um seine Technologien und die vielen Anwendungsmöglichkeiten von dezentralen Applikationen und Smart Contracts. So war 2018 auch ein Jahr, in denen Vitalik Buterin und andere Beteiligte wichtige Neuigkeiten verkündeten.

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Video-Link: https://youtu.be/FnOcN7EaX80

 

Eine der neueren Nachrichten betrifft die Inflation des Tokens. Im Jahre 2017 lag die Inflationsrate bei 17 Prozent. Der native Token sollte selbst noch in einem Jahrhundert weiterhin erzeugt werden, da er für Anwendungen auf der Plattform benötigt wird. Eine konstante Menge an zirkulierenden ETH war daher unerlässlich für die dezentralen Anwendungen (dApps) und deren Entwickler.

  • Gleichzeitig sollte jährlich die Inflationsrate abnehmen, und zwar um 0,5 Prozent. Nun soll die Inflationsrate aber bei den kommenden Updates so sehr verlangsamt werden, dass sie im Jahre 2022 bei geradezu Null steht. Damit inflationiert die Kryptowährung immer noch, jedoch extrem langsam.

Außerdem kündigte Vitalik Buterin an, eine Gebühr für die Speicherung der Daten auf der Ethereum Blockchain zu erheben. Damit würden nicht nur Transaktionsgebühren anfallen, sondern auch eine Art Miete für Daten. Dabei geht es nicht darum, sich eine neue Einnahmequelle zu sichern.

Mit der Miete soll verhindert werden, dass die Ether-Blockchain zu sehr mit Daten vollgestopft wird. Es geht darum, die Full Nodes zu schützen. Trotz dieser Erklärung stieß der Vorschlag nicht gerade auf Sympathie.

  • Ein weiteres Announcement stammt nicht von den Entwicklern selbst, sondern von Cboe Global Markets. Diese sollen den Market Makern verraten haben, dass sie an der Einführung von Ether-Futures arbeiten. Dieses neue Anlageprodukt soll auf dem Ethereum-Markt von Gemini basieren. Ende 2018  könnten die Futures kommen und zu weiteren Anlageprodukten führen.

Welche Updates wurden durchgeführt oder sollen noch folgen?

An der Plattform von Ethereum wird unterdessen noch fleißig gearbeitet. Eines der größten Probleme für die Entwickler ist die Skalierbarkeit. Das Netzwerk wird von immer mehr Transaktionen belastet. In diesem Jahr arbeiten die Entwickler an nicht nur einer Lösung, um der Skalierbarkeit Herr zu werden.

Eine davon nennt sich Plasma und wurde im März von Vitalik Buterin vorgestellt. Plasma wird von ihm, Dan Robinson und Karl Floersch entwickelt und soll deutlich mehr Transaktionen pro Sekunde ermöglichen. Es handelt sich hierbei um eine zweite Ebene von Smart Contracts über der Blockchain.

  • Plasma Cash nennt sich die Kryptowährung dieser Ebene, mit der eigene Plasma-Verträge betrieben werden. Plasma Cash soll dann eine Kryptowährung mit einer einzigartigen ID werden. Dadurch werden die nötigen Daten beschränkt und das ganze System entlastet.

Ein weiteres wichtiges Mittel zur Bekämpfung der Skalierungsprobleme ist das sogenannte „Sharding“. Normalerweise verarbeiten alle Nodes einer Blockchain alle Daten. Mit der Zeit und mit fortschreitender Nutzung der ETH- Blockchain steigt diese Datenmenge enorm an. Für die Ethereum-Blockchain sind das ungefähr 7 bis 15 Transaktionen pro Sekunde.

Das Sharding soll diese entlasten, indem sie das Netzwerk zerstückelt („shard“ ist zu Deutsch: Scherbe, Bruchstück). Das Sharding teilt die Daten, welche den Nodes gesendet werden, in Einzelteile auf. Das hat den Vorteil, dass bestimmte Nodes nur bestimmte Shards verarbeiten müssen. Das Netzwerk wird damit extrem entlastet.

  • Vitalik Buterin hat bereits einen ersten Code für das Sharding auf Github veröffentlicht. Voraussichtlich wird es jedoch erst 2019 oder 2020 implementiert werden. Zusammen mit dem überaus wichtigen Casper-Update.

ETH

Ursprünglich sollte das Casper-Update noch vor dem Sharding eingeführt und noch 2019 implementiert werden. Jedoch gaben die Entwickler im August eine Veränderung der Roadmap bekannt. Die Ziele der Roadmap wurden etwas nach hinten verschoben, Casper und das Sharding werden vermutlich gemeinsam eingeführt werden. Was genau aber ist Casper?

Die größte Veränderung, welche Casper mit sich bringen wird, ist die Umstellung von Proof-of-Work zu Proof-of-Stake. Einige Details zu Caspar wurden in einem White Paper von Vlad Zamfir vorgestellt.

  • Proof-of-Work ist der energieintensive Arbeitsvorgang, bei dem Miner neue Blöcke der Blockchain schaffen.
  • Beim Proof-of-Stake werden hingegen keine Miner benötigt, um neue Blöcke zu erstellen und damit die Transaktionen zu verifizieren.

Stattdessen wird nur ein „Stake“ benötigt, die aus den Ethers besteht. Je höher der Stake ist, desto wahrscheinlicher, dass sein Besitzer den neuen Block schaffen darf. Dieses System soll viel belastbarer sein und die Probleme der Skalierbarkeit beseitigen können. Bevor Casper jedoch vollständig implementiert werden kann, soll zuerst „Serenity“ eingesetzt werden.

  • Das stellt einen Zwischenschritt dar, denn Serenity ist ein Proof-of-Work/Proof-of-Stake-Hybride. Serenity soll eine 1.000fache Skalierbarkeitsverbesserung mit sich bringen.

Im Oktober 2018 sollte der Hard Fork namens Constantinopel durchgeführt werden. Dieser Hard Fork würde ein umfassendes Update nach sich ziehen.

  • Ein Hard Fork ist eine Abspaltung von einer Software, sodass eine neue mit einem ähnlichen Code entsteht. Jedoch kam es bei Constantinopel zu einem „Konsensproblem“, wie die Entwickler mitteilten. Deswegen gaben sie bekannt, für dieses Jahr dieses Update nicht mehr durchzuführen.

Noch eine schlechte Nachricht, was Hard Forks angeht: Bereits im April gaben die Entwickler bekannt, keinen Hard Fork durchführen zu wollen, da ein ASIC-Miner für Ether entwickelt wurde. Sonst wird die Kryptowährung nur mit Grafikkarten und CPUs gemined, gegen ASICs soll das System aber immun sein. Jedoch entwickelte Bitmain einen Miner für ETH.

Vitalik würde lieber mehr Zeit in Casper investieren, um die ETH-Blockchain auf Proof-of-Stake umzustellen und somit den ASIC-Minern zuvorzukommen.

Das Update EIP 1234 indessen verringerte die Belohnung für die Miner. Der Block Reward wurde von 3 ETH auf 2 ETH pro Block verringert. Miner befürchten, dass sich die Belohnung in Zukunft noch auf 1 ETH verringern könnte und das Mining nicht mehr profitabel sein wird.

  • Ein Update, das jedoch allgemein mit Begeisterung aufgenommen wurde, war die neue Programmiersprache Vyper. Diese wurde im Juli in einer Beta-Version veröffentlicht und positiv aufgenommen. Vyper soll die Programmierung von Smart Contracts vereinfachen und diese auch weniger angreifbar machen, also die Sicherheit erhöhen.

Welche Kooperationen gab es für Ethereum 2018?

2018  kam es auch zu ein paar lohnenden Kooperationen. So hat Microsoft Ethereum’s Netzwerke auf Azure mit seinem Blockchain-as-a-Service veröffentlicht. Durch Azure lassen sich die dezentralen Apps und Smart Contracts auf Microsofts Cloud-Computing Plattform nutzen. Unternehmen können dann die dA

  • pps und Smart Contracts in ihren privaten und geteilten Netzwerken einsetzen und selber eigene entwickeln.

Eine weitere interessante Zusammenarbeit ergab sich mit der Enterprise Ethereum Alliance, kurz EEA. Die EEA ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen Unternehmen, vor allem aus den Bereichen der Technologien und der Finanzen. Die Allianz will den Unternehmen eine private Blockchain bieten, welche ihren Bedürfnissen entspricht und somit die Blockchain-Technologien verbreiten.

Die EEA arbeitet eng mit den Entwicklern der ETH-Blockchain zusammen. Im März kam das Unternehmen Jones Day hinzu, die größte Anwaltskanzlei der vereinigten Staaten und eines der größten Unternehmen der Welt. Außerdem Tibco Software, ein Softwareunternehmen für Integration, Analyse und Ereignisverarbeitung.

ConsenSys ist ein wichtiges Unternehmen für die Verbreitung und Implementierung der Ethereum-Blockchain. Im Juli gab ConsenSys bekannt, dass es der chinesischen Regierung dabei helfen wird, eine hochmoderne künstliche Stadt zu errichten. Das Unternehmen soll die Regierung dahingehend beraten, wie die Distributed-Ledger-Technologie richtig angewendet werden kann.

Ether-2018

Wie sah es mit Hacks für Ethereum 2018 aus?

Hackerangriffe sind ein leidiges Thema, wenn es um Kryptowährungen geht. Auch die Ethers blieben dieses Jahr nicht davon verschont. Im April stimmte die Ethereum-Community über den Parity-Hack ab. Parity ist eine beliebte Ether-Wallet. Bei Parity-Wallets, die nach dem 20. Juli 2017 erstellt wurden, wurde zufällig eine Sicherheitslücke entdeckt.

  • Ein Nutzer fror versehentlich insgesamt 513,774.16 Ether ein. Zu diesem Zeitpunkt waren das umgerechnet 300 Millionen Dollar. Im April stimmte die Community schließlich für das Update EIP999, welches die eingefrorenen Tokens wieder freisetzte.

Im selben April wurde auch die beliebte MyEtherWallet angegriffen. Es handelte sich diesmal nicht um ein Versehen, sondern um einen gezielten DNS-Angriff. Mit der Domain Name Service Attacke wurden Nutzer der Wallet auf eine Phishing-Seite umgeleitet. Dabei konnten insgesamt 215 Ethers ergattert werden, was zu diesem Zeitpunkt einem Wert von 115.000 Euro entsprach.

  • Nach Angaben von Cloudfare waren vor allem Nutzer in den Regionen Australien und Chicago betroffen. Die Spur der Hacker führte zur Exchange Binance, wo sie die Ether wahrscheinlich gegen andere Kryptowährungen tauschten. Die Entwickler von MyEtherWallet konnten die Sicherheitslücke schnell schließen.

Im Juli traf es die dezentrale Börse Bancor. Über Twitter gab der Online-Handelsplatz bekannt, dass die Plattform einem Hack zum Opfer fiel. Die Hacker konnten insgesamt 24.984 Ethers stehlen. Damals entsprach das einem Wert von 24 Millionen Dollar. Bancor nutzte einen Smart Contract, um die Sicherheitslücke schnell zu schließen und damit größeren Schaden zu verhindern.

Welche Überraschungen gab es für Ethereum 2018?

Im April bewies Vitalik Buterin, dass er auch mal für einen Scherz zu haben war. Am 1. April veröffentlichte er das Improvement Proposal 960, um damit die Menge an Ether-Tokens auf 120.204.432 zu begrenzen. Eigentlich sollte der Token unendlich inflationieren. Der Vorschlag wurde unter „meta“ gelistet.

  • Auch wenn einige den Aprilscherz bemerkten, entbrannte dennoch eine Debatte darüber, ob die Tokenanzahl wirklich eine Obergrenze haben sollte. Vitalik Buterin wollte mit dem Scherz auch eine Diskussion über dieses Thema anstoßen.

Eine Überraschung für Ethereum 2018, die vielleicht einige Fans der Kryptowährung nicht verwundern dürfte, war die hohe Anzahl der aktiven Entwickler. Ebenfalls im April fand CryptoCodeWatch heraus, dass die Ethereum-Blockchain doppelt so viele aktive Entwickler habe wie Bitcoin, ebenso deutlich mehr Watchers (das sind Menschen, die Veränderungen im Code beobachten) und auch bessere Bewertungen habe.

Lediglich Cardano hatte zu diesem Zeitpunkt mehr Änderungen im Code, was auch darauf zurückzuführen ist, dass Cardano noch in einer frühen Phase der Entwicklung begriffen ist. Im Juni stellte sich dann heraus, dass es weit mehr Ethereum-Adressen gibt als Bitcoin-Adressen.

  • Diese Adressen kommen bei den Transaktionen zum Einsatz. Jedoch bedeutet das nicht automatisch, dass eine Adresse auch für einen aktiven Nutzer steht.

Auch China hielt Ethereum 2018 für die Nummer 1. Jedenfalls was das Rating anbelangt. Im Mai veröffentlichte das Land der Mitte sein Blockchain-Rating. Dabei waren drei Schlüsselfaktoren besonders wichtig: Technologie, Anwendung und Innovation.

Zwar gewann Bitcoin als Pionier der Kryptowährungen den ersten Rang in der Innovation. Doch insgesamt reichte es nur für den Platz 13. Den ersten Platz erhielt Ethereum’s Blockchain aufgrund der zweithöchsten Technologiebewertung, einer guten Innovationsbewertung und die beste Anwendungsbewertung.

Eine weitere große Überraschung betraf nicht direkt Ether, sondern dessen Erfinder: Vitalik Buterin.

Er erhielt den Genius Award vom Liberty Science Center, eines der weltweit führenden Technologie- und Wissenschaftszentren. Zusammen mit drei weiteren Preisträgern wurde ihm die Auszeichnung am 11. Mai in Jersey City verliehen.

Der Preis wird jedes Jahr an visionäre Frauen und Männer vergeben, mit außergewöhnlichen intellektuellen und kreativen Fähigkeiten, welche zur Verbesserung der Menschheit beitragen, so die Veranstalter.

Vitalik Buterin könnte sich jedoch auch bald aus der Ethereum-Entwicklung zurückziehen. In einem Tweet im Oktober antwortete er auf die Frage, wann er sich von dem Projekt lösen würde, dass seine Ablösung bereits im Gange sei. Für ihn wäre es kein Problem, wenn er das Projekt verlassen würde, es würde auch ohne ihn problemlos weiterlaufen.

  • Jedoch scheint sein Abgang in absehbarer Zeit noch sehr unwahrscheinlich. Vielleicht erst, wenn die letzten wichtigen Punkte auf der Roadmap erfolgreich abgearbeitet wurden.

 

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