Ripple Blockchain – Alles, was es zur XRP Blockchain zu wissen gibt!

Ripple Blockchain

Wann immer Kryptowährungen das Thema sind, geht es zumeist um Bitcoin. Dabei gibt es auch verschiedene andere interessante Blockchains, mit ihren eigenen Zielen und besonderen Technologien. Eine davon ist die Ripple-Blockchain, auch die „Kryptowährung der Banken“ genannt. Was steckt hinter der Technologie und welchen Nutzen hat diese Blockchain?

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Was sind die Ziele von Ripple?

„Ripple“ ist die Bezeichnung für das Unternehmen, welches sie entwickelt. Ripple (XRP) ist eine der beliebtesten Kryptowährungen an den Börsen. Lange Zeit lag die Marktkapitalisierung hinter der von Ethereum, nahm also den dritten Platz ein. 2018 konnte sich Ripple’s Marktkapitalisierung zeitweise vor der von Ethereum setzen und damit den zweiten Platz hinter Bitcoin einnehmen.

Der Grund dafür liegt in Ripple’s Konzept und den Technologien. Mithilfe der Blockchain sollen weltweit die Geldtransfers der Banken erleichtert werden. Die Blockchain-Ripple ist ein Open-Source-Protokoll für den internationalen Zahlungsverkehr, über dem Geldinstitute, Banken und Zahlungsdienstleister Gelder transferieren können. Die Transaktionen sollen dank der Blockchain vor allem schnell und günstig sein.

Gerade Zahlungen über Ländergrenzen hinweg, die zu unterschiedlichen Währungsräumen gehören, stellen die Banken oft vor Problemen, die dazu führen, dass die Transfers Tage bis Wochen dauern können und mit zusätzlichen Kosten und Risiken verbunden sind. Mithilfe des Ripple-Protocols (RippleNet) sollen diese Zahlungen vereinfacht und günstiger werden.

Dazu kommen unter anderem die XRP’s, die Blockchain-Coin des Unternehmens, zum Einsatz und mehrere Technologien, nicht zwingend etwas mit der Kryptowährung zu tun haben, allerdings die Ripple-Blockchain nutzen.

Das Unternehmen wurde 2004 von Ryan Fugger gegründet. Ein Jahr später entwickelte er „Ripplepay“, einen Zahlungsdienstleister für das Internet. Im Mai 2011 wurde die Kryptowährung XRP geschaffen und die Arbeit an einem neuen Zahlungssystem unter der Leitung von Jed McCaleb begann.

Ripple Blockchain – How does it work?

Zuerst wäre da das „Ripple-Protocol“ (auch RippleNet genannt). Dieses Protokoll beschleunigt und vereinfacht den internationalen Zahlungsverkehr zwischen Banken. Wenn normalerweise zwei unterschiedliche Banken Gelder untereinander transferieren, wird dabei ein „IOU“ verwendet, eine Art Schuldschein. Beide Banken zeichnen die Transaktion des Schuldscheines auf und der Empfänger der Transaktion kann sogleich sein Geld bei der Bank abheben.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Bank ein Konto bei der anderen eröffnet und die Gelder darauf einzahlt. Zumeist schicken sich die Banken die Schuldscheine zu. Ein Bankkunde hebt das Geld direkt von der Bank ab, welche wiederum der anderen vertrauen muss, dass der Schuldschein auch wirklich gedeckt ist. Sonst gäbe es einen Verlust. Gerade beim internationalen Zahlungsverkehr ist dieses Vertrauen oft nicht gegeben.

Hier kommt das RippleNet ins Spiel. Die Geldinstitute verwenden das Protokoll als eine Art Mittelsmann. Das Ripple-Netzwerk besteht aus verschiedenen Nodes, welche Buch über alle Transaktionen führen. Die Teilnehmer müssen sich nicht gegenseitig vertrauen, da alle Informationen öffentlich in der Blockchain-Info enthalten sind. Ein Konsens-Prozess sorgt dafür, dass die Transaktionen auch rechtens sind.

Auf ein Blockchain-Mining wird in diesem Fall verzichtet. Um eine Transaktionen auf dem RippleNet durchzuführen, muss der Sender einen anderen Teilnehmer angeben, dem er vertraut. Durch diesen Konsens-Prozess werden Transaktionen verifiziert.

Auf diesem verteilten Ledger sollen sich alle Arten von Währungen tauschen lassen, nicht nur Ripple’s Kryptowährung XRP. Außerdem soll auf dem Ledger später ein Devisenmarkt entstehen. Man soll also auch auf der Blockchain-Handel treiben können.

Wofür werden XRP verwendet?

Die Ripples (XRP) der Blockchain haben die Funktion eines IOU-Schuldscheins. Sie stehen für Währungen, seien es Fiatwährungen wie Euro oder Dollar, oder für Kryptowährungen wie Bitcoin. Ihre Funktion ist es, über das Zahlungsnetzwerk versendet zu werden und sich gegebenenfalls umtauschen zu lassen. Der XRP-Tokens soll damit die Liquidität innerhalb des System von Ripple sicherstellen.

Zu Beginn wurden 100 Milliarden XRP geschaffen, die Hälfte davon gehört zum Ripple Labs, dem Teil des Unternehmens, welches für die Entwicklung der Technologien zuständig ist. Da es eine feste Anzahl gibt, findet kein Mining statt, um neue Coins zu schaffen. Eine Blockchain-Wallet der Kryptowährung muss immer eine Mindestanzahl von XRP halten, um funktionieren zu können. Denn bei Transaktionen werden XRP als Gebühr verbrannt.

XRP kann dazu genutzt werden, jede Art von Währung zu versenden und in eine andere umzuwandeln. Zum Beispiel kann der Token für einen bestimmten Wert von Euros stehen, welche zu einer anderen Bank gesendet werden sollen, die allerdings nur Dollar annimmt. Diese Bank erhält dann die XRP und kann sie entweder als Schuldschein behalten und weiter versenden oder sie in den entsprechenden Wert von Euro oder Dollar umtauschen.

Ripple baut dafür die Infrastruktur auf, dass solche Umwandlungen von unterschiedlichen Währungen sich ad-hoc realisieren lassen. Viele Banken und Zahlungsdienstleister werden es wahrscheinlich vorziehen, den Schuldschein zu behalten und ihn für spätere Überweisungen zu nutzen.

Tests haben ergeben, dass Transaktionen mit XRP nur wenige Sekunden dauern. Und damit den üblichen Geldtransfers weit überlegen sind. Auch die Gebühren betragen nur einen Bruchteil von den üblichen Kosten.

Gleichzeitig sind die Geldinstitute und Zahlungsdienstleister gar nicht auf den Token angewiesen. Um das Zahlungsnetzwerk nutzen zu können, müssen sie nicht die Kryptowährung der Blockchain kaufen. Es reicht, xCurrent zu nutzen, welches auf der Blockchain Ripple basiert. xRapid ist es, welches für den Umtausch von Ripple’s Kryptowährung verwendet wird.

Viele Partner und Zahlungsdienstleister, welche Ripple nutzen wollen, interessieren sich in erster Linie für die Transaktionen mit xCurrent, um ihre eigene Gelder schneller und günstiger überweisen zu können.

Ist die Blockchain public oder private?

Die Ripple Blockchain wird häufig von der Krypto-Community kritisiert, nicht wirklich dezentral im Sinne der Kryptowährungen zu sein. Einerseits liegt das daran, dass ein Großteil der Ripples von dem Unternehmen gehalten werden und nicht frei zirkulieren. Schwerer wiegt da der Vorwurf, dass auch die Blockchain nicht wirklich public ist.

Das Netzwerk läuft über mehrere „Validator Nodes“, welche die Transaktionen im Netzwerk bestätigen. Die werden allesamt von dem Unternehmen betrieben. Nur die Nodes, die auch als „Trusted Nodes“ eingestuft werden, dürfen Transaktionen validieren. Und es ist das Unternehmen, welches diese Einstufung durchführt.

Das Unternehmen will weiterhin die größtmögliche Einflussnahme auf die Entwicklung ausüben können. Durchaus richtig argumentieren die Entwickler, dass wenn man Kooperationen mit anderen Geldinstituten und Zahlungsdienstleistern eingehen möchte, es einen zentralen Ansprechpartner geben muss. Es verhält sich ähnlich wie mit der IOTA-Blockchain, welche auch nicht gänzlich dezentral ist und dessen Entwicklung von der IOTA-Stiftung geleitet wird.

Gleichzeitig versucht das Unternehmen die Blockchain immer mehr zu dezentralisieren. Das Ziel ist es, die Validator Nodes vollkommen unabhängig zu machen und damit einen Schritt in Richtung mehr Dezentralität zu gehen.

Die Blockchain Ripple befindet sich zwischen „public“ und „private“, stellt also eine Mischform dar. Das RippleNet ist ein Open-Source-Protokoll, doch zurzeit werden die Nodes noch von dem Unternehmen zentral verwaltet. Gleichzeitig erlaubt es im Grunde jedem Teilnehmer an dem Netzwerk teilzunehmen, sobald die nötigen Bedingungen dafür erfüllt sind.

Wie groß ist die Blockchain?

Daten darüber, wie groß die Blockchain Ripple ist, wird man nicht finden, da sie nicht die gewöhnliche Struktur einer Blockchain besitzt. Im Gegensatz zu Bitcoin oder Ethereum kann man nicht die gesamte Datenbank herunterladen und dann selber einen Node aufsetzen. In dieser Weise unterscheidet sie sich fundamental von den anderen Blockchains.

Es gibt lediglich das RippleNet, das Protokoll, welches die Zahlungen über das Internet ermöglicht. Damit entspricht die Datenbank nicht der Bitcoin-Blockchain Size, welche bereits bei 200 Gigabyte beträgt, oder der Ethereum-Blockchain Size.

Worin liegt der Unterschied zu Bitcoin?

Viele meinen, dass die Ripple Blockchain gar keine Blockchain sei und damit auch keine richtige Kryptowährung. Ripple ist lediglich ein „Ledger“, ein mehr oder weniger zentrales, mehr oder weniger öffentliches Hauptbuch, in dem Transaktionen jeglicher Art aufgezeichnet werden. Das entscheidende Element ist das RTGS-System (real-time gross settlement), welches die augenblickliche Überweisung und Auszahlung von Währungen für alle Teilnehmer des RippleNets ermöglicht.

Bitcoin hingegen ist die klassische Blockchain. Ein dezentraler „Disitributed Ledger“, der seine Blockchain über mehrere Nodes verteilt. Jeder Node speichert eine Version der Blockchain ab. Außerdem synchronisieren sich die Nodes, um sich auf die aktuelle, neueste Version der Blockchain zu verständigen.

Die Datenbank besteht aus einzelnen Blöcken, die alle die Transaktionshistorie der vorigen Blöcke enthalten und fortführen. Die Blöcke werden anschließend verschlüsselt und schützen damit das System. Um Transaktionen durchführen zu können, müssen neue Blöcke geschaffen werden. Dafür müssen die Miner im Proof-of-Work-Verfahren die Transaktionen verifizieren.

Bitcoin ist auf die Miner als externe Instanzen angewiesen. Bei jedem neuen Block werden neue Bitcoins erzeugt. Die Kryptowährung inflationiert also ständig. Transaktionen dauern im Gegensatz zur Ripple Blockchain wesentlich länger, mindestens zehn Minuten. Was das angeht, hat XRP die Nase vorn.

 

Bildquelle: © vjkombajn / Pixabay

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