Blockchain-News: Börse erhält DLT-Lizenz, MoneyGram wird Validator, Quantenrisiko wächst
Autor: Blockchain-Hero Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Der Kryptomarkt wandelt sich durch neue Lizenzen, institutionelle Blockchain-Rollen, Optionshandel, Ethereum-Abflüsse und wachsende Sicherheitsrisiken.
Von der ersten europäischen Blockchain-Lizenz über neue Rollen für etablierte Finanz- und Zahlungsunternehmen bis zur wachsenden Bedrohung durch Quantencomputer: Der aktuelle Pressespiegel zeigt, wie rasant sich Infrastruktur, Handel und Sicherheitsfragen im Kryptomarkt verändern. Im Fokus stehen zudem Ethereum-Abflüsse, neue Derivateangebote und konkrete Risiken für Bitcoin-Bestände.
Boerse Stuttgart Group erhält als erste europäische Börsengruppe eine Blockchain-Lizenz
Die Boerse Stuttgart Group hat laut FinanzBusiness eine DLT-Lizenz für Handel und Abwicklung erhalten. Damit positioniert sich die Stuttgarter Börsengruppe nach eigenen Angaben als Vorreiter und ist die erste europäische Börsengruppe mit einer solchen Genehmigung.
Die Lizenz bezieht sich auf den Einsatz der Distributed-Ledger-Technologie im Handel und bei der Abwicklung. Weitere Einzelheiten zur konkreten Ausgestaltung des Angebots oder zu den handelbaren Vermögenswerten enthält der zugängliche Teil des Berichts nicht.
„Als erste europäische Börsengruppe“ hat die Boerse Stuttgart Group laut FinanzBusiness eine DLT-Lizenz für Handel und Abwicklung erhalten.
Infobox: Quelle: FinanzBusiness. Kernaussage: DLT-Lizenz für Handel und Abwicklung; Einordnung: erste europäische Börsengruppe mit dieser Lizenz.
MoneyGram wird Validator im XDC Network
MoneyGram ist laut Yahoo Finanzen Deutschland als institutioneller Validator im XDC Network tätig. Das Überweisungsunternehmen besteht seit 85 Jahren und bedient etwa 60 Millionen Kunden; zudem verfügt es über fast 500.000 Retail-Standorte.
Als Validator bestätigt MoneyGram Transaktionen, pflegt den gemeinsamen Ledger und stimmt über die Verwaltung der Blockchain ab. Damit geht das Unternehmen über die bisherige Nutzung öffentlicher Blockchains für Ausgabe oder Abwicklung hinaus und arbeitet an der Infrastruktur eines Netzwerks mit, das sich auf Zahlungen, Handelsfinanzierung und Vermögenswerte der realen Wirtschaft konzentriert.
MoneyGram arbeitete erstmals im Jahr 2019 mit einer öffentlichen Blockchain zusammen. Seit Oktober 2021 nutzt das Unternehmen das Stellar-Netzwerk, um USDC für Wallet-Nutzer in Bargeld und zurück umzutauschen.
Im Juni 2026 erweiterte MoneyGram sein Blockchain-Ökosystem um den eigenen dollar-gedeckten Stablecoin MGUSD, der auf Stellar eingeführt wurde. Außerdem ist das Unternehmen in diesem Jahr Betreiber eines Nodes auf Midnight sowie Validator bei Tempo und Solana geworden. Mit XDC kommt somit ein weiteres Netzwerk hinzu.
Das XDC Network zählt laut Bericht mehr als 20 institutionelle Validatoren. Genannt werden unter anderem SBI Holdings, Deutsche Telekom, NTT DOCOMO Global, Clear Street, Hex Trust und Taurus. Die beteiligten Unternehmen werden als regulierte Institute in Asien, im Nahen Osten, in Europa und Nordamerika beschrieben.
Die Validator-Position verschafft MoneyGram eine Stimme bei der Verwaltung des XDC-Netzwerks und einen Platz in dessen Handelsfinanzierungs-Ökosystem. Ein neuer Zahlungsweg für MoneyGram-Kunden entsteht dadurch zunächst nicht, da MGUSD weiterhin auf Stellar läuft und die Mitteilung keinen Wechsel der Abwicklung zu XDC ankündigt.
Für die Validator-Position muss MoneyGram XDC-Token einsetzen. Der Bericht hebt hervor, dass dieses Engagement von den Angeboten für Kunden zu unterscheiden ist: MoneyGram bietet MGUSD auf Stellar an, während das Unternehmen für seine Infrastrukturrolle im XDC Network den nativen Token halten muss.
„Mit dem Beitritt zum XDC-Netzwerk als Validator tragen wir direkt zur Infrastruktur bei, die das Netzwerk unterstützt, während wir weiter auf offenere und interoperable Wege hinarbeiten, Geld global zu bewegen“, sagte Luke Tuttle, Chief Product and Technology Officer von MoneyGram.
„Jede Transaktion auf XDC wird von unseren Validatoren gesichert, und jedes neue Institut stärkt die Infrastruktur, auf der die Zukunft globaler Zahlungen aufgebaut wird“, sagte Ritesh Kakkad, Mitgründer des XDC-Netzwerks.
Infobox: Quelle: Yahoo Finanzen Deutschland. MoneyGram ist institutioneller Validator im XDC Network; MGUSD bleibt auf Stellar; die Position bringt Mitsprache und Infrastruktur-Beteiligung, aber zunächst keinen neuen Zahlungsweg für Kunden.
Blockchain.com startet Optionshandel für berechtigte Nutzer
Yellow.com berichtet über die Einführung des Optionshandels innerhalb des Trading Accounts von Blockchain.com. Die Funktion wurde am 20. Oktober 2026 in Valletta angekündigt und soll berechtigten Nutzern ermöglichen, kurzfristige Markterwartungen zur Entwicklung der Kryptomärkte zu handeln.
Blockchain.com integriert den Optionshandel in seine Consumer-App. Nutzer wählen ein Verfallsdatum und einen Zielkurs, geben das Handelsvolumen ein und prüfen den Trade vor der Bestätigung. Die Plattform setzt diese Marktsicht anschließend automatisch in den passenden Call oder Put um.
Zum Start können berechtigte Nutzer Kauf- und Verkaufsoptionen auf Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Solana (SOL), Hyperliquid (HYPE), Avalanche (AVAX), XRP und TRON (TRX) erwerben. Realtime-Marktpreise werden direkt in der Trading-Ansicht angezeigt.
Die Trades werden im Voraus in USDC aus dem Blockchain.com Trading Account hinterlegt. Da Nutzer Optionen kaufen und nicht auf Margin handeln, entspricht die im Voraus gezahlte Prämie dem maximal möglichen Verlust.
Die Optionen sind zunächst mit Laufzeiten von bis zu einer Woche verfügbar und müssen bis zur Fälligkeit gehalten werden. Das Angebot steht berechtigten Nutzern in unterstützten Jurisdiktionen zur Verfügung und unterliegt den jeweils geltenden Gesetzen und regulatorischen Anforderungen.
Die Einführung folgt auf den Start des Perpetual-Futures-Handels durch Blockchain.com zu Beginn dieses Jahres. Nach Angaben des Unternehmens wurde Blockchain.com im Jahr 2011 gegründet und hat über 95 Millionen Wallets sowie 44 Millionen verifizierte Accounts. Zudem habe das Unternehmen Krypto-Transaktionen im Volumen von mehr als 1,1 Billionen US-Dollar unterstützt und sei in mehr als 70 Jurisdiktionen aktiv.
„Optionen bieten Tradern eine zusätzliche Möglichkeit, auf ihre Markterwartung zu setzen, doch bei vielen Anbietern und Apps ist die Nutzererfahrung schwer durchschaubar“, sagte Taro Ugen, VP Consumer bei Blockchain.com.
Infobox: Quelle: Yellow.com. Neue Funktion: Optionshandel im Trading Account; verfügbare Basiswerte: Bitcoin, Ether, Solana, Hyperliquid, Avalanche, XRP und TRON; Laufzeiten: bis zu einer Woche; maximaler Verlust: die im Voraus gezahlte Prämie.
Ethereum-Exploit-Wallet transferiert 25.700 ETH zu Tornado Cash
Ein Hacker-Wallet hat laut Börse Express am Dienstag Ethereum im Wert von rund 61 Millionen Dollar in den Mixer Tornado Cash transferiert. Die Adressen werden dem Angriff auf Drift Protocol im April zugeordnet und waren zuvor etwa zwei Monate ruhig geblieben.
Innerhalb von etwa zwei Stunden flossen 25.700 ETH in Tornado Cash. Die Transfers erfolgten in Paketen von 100 ETH sowie in kleineren Einheiten von 10 ETH, die den festen Pools des Mixers entsprechen. Dadurch wird die öffentliche Spur zwischen Sender und späterem Empfänger erschwert.
Bereits am 23. und 24. Juli waren gut 23.000 ETH in denselben Mixer transferiert worden. In den 71 dem Angreifer zugeordneten Adressen lagen nach den aktuellen Transfers noch rund 81.500 ETH im Wert von gut 198 Millionen Dollar.
Der Angriff auf die Solana-basierte Plattform Drift Protocol hatte im April rund 295 Millionen Dollar erbeutet. Ein Großteil der Beute wurde später getauscht und auf Ethereum überbrückt. Drift führt die Tat der nordkoreanischen Gruppe UNC6862 zu; diese Zuordnung stammt laut Bericht vom Forensiker Mandiant im Juni.
Die Entschädigung läuft über den Token DFX. Dessen Pool zahlte beim Start nur etwa einen Cent je Dollar Schaden aus.
| Transaktion | Angabe |
| Aktueller Transfer zu Tornado Cash | 25.700 ETH |
| Wert des aktuellen Transfers | rund 61 Millionen Dollar |
| Frühere Transfers am 23. und 24. Juli | gut 23.000 ETH |
| Verbleibende Bestände | rund 81.500 ETH |
| Wert der verbleibenden Bestände | gut 198 Millionen Dollar |
| Beute des Drift-Angriffs | rund 295 Millionen Dollar |
Staking bei Ethereum steigt, Rendite sinkt
Ende September waren laut Börse Express 43,8 Millionen ETH gestaked. Das entsprach knapp 36 Prozent des Angebots. Im dritten Quartal lagen die Netto-Zuflüsse ins Staking bei knapp 2 Millionen ETH; damit verzeichnete Ethereum das sechste Quartal in Folge einen positiven Nettozufluss.
Mit dem Anstieg der gestakten Ether sank jedoch die durchschnittliche Staking-Rendite auf 2,63 Prozent. Im Vorquartal hatte sie 2,81 Prozent betragen. Über 96 Prozent der Rendite stammten aus neu ausgegebenen ETH, während die Netzwerkerlöse auf rund 40,6 Millionen Dollar sanken.
Als Treiber auf der Nachfrageseite wird Bitmine genannt. Dessen gestakter Bestand wuchs von 410.000 auf 5,07 Millionen ETH.
Ether-ETFs verzeichnen Abflüsse, Ethereum fällt auf etwa 2.385 Dollar
Neben den Wallet-Transfers belasteten laut Börse Express makroökonomische Faktoren und Fondsabflüsse den Ethereum-Markt. Nach US-Inflationsdaten vom 14. Oktober, die bei 3,7 Prozent statt der erwarteten 3,6 Prozent lagen, nahm die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen zu.
Die US-Ether-ETFs verzeichneten in der Woche bis zum 16. Oktober Abflüsse von rund 320 Millionen Dollar. Am 19. Oktober kamen gut 103 Millionen Dollar hinzu.
Ethereum notierte zur Mittagszeit bei etwa 2.385 Dollar und lag damit rund 12 Prozent unter dem Stand von vor zwei Wochen. Am 6. Oktober hatte der Kurs noch bei 2.721 Dollar gelegen. Als nächster wichtiger Termin wird das Fed-Treffen am 27. und 28. Oktober genannt; am Markt gilt aktuell keine Zinserhöhung als Basisszenario.
| Ethereum-Markt | Angabe |
| Aktueller Kurs zur Mittagszeit | etwa 2.385 Dollar |
| Veränderung gegenüber vor zwei Wochen | rund 12 Prozent darunter |
| Kurs am 6. Oktober | 2.721 Dollar |
| ETF-Abflüsse bis 16. Oktober | rund 320 Millionen Dollar |
| ETF-Abflüsse am 19. Oktober | gut 103 Millionen Dollar |
| Nächster Fed-Termin | 27. und 28. Oktober |
Infobox: Quelle: Börse Express. Der Bericht verbindet die Bewegung von 25.700 ETH zu Tornado Cash mit der allgemeinen Marktschwäche. Gleichzeitig stiegen die gestakten ETH auf 43,8 Millionen, während die durchschnittliche Rendite auf 2,63 Prozent sank und Ether-ETFs hohe Mittelabflüsse verzeichneten.
Quantum Alliance warnt vor offen liegenden Bitcoin-Schlüsseln
CryptoTicker berichtet über die Gründung der Quantum Alliance durch neun Blockchain-Unternehmen am 15. Oktober 2026. Das offene Standardgremium soll definieren, was „quantenbereit“ bei einer Blockchain, einer Wallet und einem Verwahrer bedeutet, und ein Prüfverfahren dafür entwickeln.
Nach der Zählung der Allianz liegen 6,04 Millionen Bitcoin in Adressen, deren öffentlicher Schlüssel dauerhaft sichtbar ist. Das entspricht laut Bericht etwa 30 Prozent des Umlaufs; TFTC nennt 30,2 Prozent. Die Zahl stammt aus einer Auszählung der Blockchain und ist keine Schätzung über die Zukunft.
Als Mitwirkende werden Quantus, Postquant Labs, die Midnight Foundation, Keystone, Abelian und Hacken genannt. TFTC führt zusätzlich American Fortress, Intmax und The Vault auf. Die Zusammensetzung reicht damit von Basis-Protokollen über Rollups und Privacy-Netze bis zu einem Hardware-Wallet-Hersteller und einem Prüfhaus.
Die Quantum Alliance orientiert sich laut Bericht an der Internet Engineering Task Force. Vorschläge sollen sich über öffentlich nachprüfbare Belege und laufende Implementierungen durchsetzen. Die Allianz kann Anbieter jedoch nicht zur Migration zwingen.
Warum der öffentliche Schlüssel entscheidend ist
Eine Bitcoin-Adresse ist ein Hashwert des öffentlichen Schlüssels. Solange nur die Adresse bekannt ist, steht der öffentliche Schlüssel selbst nicht auf der Blockchain. Erst bei der ersten Ausgabe von einer Adresse wird der öffentliche Schlüssel durch die Signatur im Eingang offengelegt.
Besonders betroffen sind mehrfach genutzte Adressen sowie sehr alte Ausgabetypen. Bei einer mehrfach genutzten Adresse bleibt der öffentliche Schlüssel auch dann offen gelegt, wenn nach einer Ausgabe ein Restbetrag auf der Adresse verbleibt. Eine Wallet, die für jeden Eingang eine frische Empfangsadresse und für Wechselgeld eine neue Wechseladresse erzeugt, hält den öffentlichen Schlüssel dagegen bis zur ersten Ausgabe verborgen.
CryptoTicker betont, dass die 6,04 Millionen Bitcoin eine Obergrenze des offengelegten Bestands darstellen. Die Zahl zeigt nicht, wie viele dieser Coins auf aktive Halter entfallen oder wie viele Schlüssel verloren sind. Ein Teil der frühen Guthaben aus dem Jahr 2009 liegt in Pay-to-Public-Key-Ausgängen; diese Coins haben sich seit Jahren nicht bewegt und könnten teilweise dauerhaft unzugänglich sein.
Vier Arbeitsgruppen sollen die Post-Quanten-Umstellung vorbereiten
Die Quantum Alliance startet ihre Arbeit in vier Gruppen. Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit der Migration bestehender Blockchains und der Aufnahme neuer Signaturverfahren, ohne alte Guthaben zu entwerten.
Eine zweite Gruppe arbeitet an Post-Quanten-Zero-Knowledge-Verfahren. Die dritte widmet sich der Wallet-Sicherheit, während die vierte die blockchainübergreifende Verträglichkeit untersucht. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen einem migrierten und einem noch nicht migrierten Netzwerk ermöglicht werden.
Der Bericht hebt hervor, dass drei der vier Baustellen Software betreffen, die bei Börsen, Verwahrern, Wallet-Herstellern und Brückenbetreibern läuft. Coinbase drängt demnach seit Mitte Oktober auf einen frühen Beginn des Umstiegs und spricht von einem Vorlauf von Jahren.
Google Quantum AI schätzt weniger als 500.000 physische Qubits
Eine Arbeit von Google Quantum AI vom 30. März 2026 senkte laut CryptoTicker die geschätzte Zahl der physischen Qubits, die zum Brechen der von Bitcoin genutzten Kurve secp256k1 nötig wären, auf unter 500.000. Frühere Abschätzungen lagen laut der Berichterstattung über die Allianz bei einem Vielfachen dieses Werts; TFTC beziffert die Verbesserung auf etwa ein Zwanzigstel der vorherigen Annahme.
Die Zahl beschreibt die Größe einer hypothetischen Maschine und keinen Bautermin. Einen Quantenrechner, der einen privaten Schlüssel aus einem öffentlichen Schlüssel errechnen könnte, gibt es laut Bericht bisher nicht.
Zwei Mitwirkende der Allianz betreiben ein Modell, das den März 2028 als frühestes Fenster für einen kryptografisch relevanten Quantenrechner nennt. CryptoTicker bezeichnet dies als Modellrechnung und nicht als Stichtag. Zwischen dem im Bericht genannten Stand und März 2028 liegen rund 17 Monate.
BIP-360 soll Bitcoin auf eine mögliche Migration vorbereiten
Innerhalb von Bitcoin läuft die Arbeit getrennt von der Quantum Alliance. Der Vorschlag BIP-360 beschreibt den Ausgabetyp Pay-to-Merkle-Root, der den öffentlichen Schlüssel länger aus der Blockchain heraushalten soll, indem der Ausgang nur eine Verpflichtung auf einen quantenresistenten Schlüssel-Hash enthält.
Eine Fassung vom 24. Juli 2026 ergänzte Python-Beispiele und Testvektoren. Die Umsetzung wäre als Soft Fork vorgesehen, also als rückwärtsverträgliche Regeländerung, bei der alte Knoten neue Transaktionen weiterhin akzeptieren.
CryptoTicker weist darauf hin, dass eine Soft Fork die Zustimmung von Minern, Knotenbetreibern und Wallet-Herstellern benötigt. Die Quantum Alliance setzt Standards für das gesamte Feld, entscheidet den Bitcoin-Weg jedoch nicht selbst.
„In Zukunft wird Post-Quanten-Kryptografie einfach Kryptografie heißen, und alles andere steht im Museum“, sagte Christopher Smith, Gründer und Chef des Allianzmitglieds Quantus.
Adress-Wiederverwendung bleibt kurzfristig vermeidbares Risiko
Als unmittelbar beeinflussbaren Punkt nennt CryptoTicker die Adress-Wiederverwendung. Darunter fällt die mehrfache Nutzung derselben Empfangsadresse, etwa als fest hinterlegte Auszahlungsadresse bei einer Börse oder als Spendenadresse.
Für Nutzer ist zunächst entscheidend, ob die eigene Wallet bei jedem Eingang eine neue Adresse erzeugt. Zusätzlich sollten mehrfach verwendete Auszahlungsadressen bei Börsen und Zahlungsdiensten überprüft werden. Der Bericht warnt zugleich vor Aufforderungen, Guthaben auf eine angeblich „quantensichere“ Adresse zu übertragen; eine Migration soll über Software-Aktualisierungen und die eigene Wallet erfolgen, nicht über eine Adresse aus einer Nachricht.
Für bei Börsen oder Verwahrern liegende Coins verschiebt sich die Verantwortung für die Migration auf den jeweiligen Anbieter. CryptoTicker empfiehlt, nach einem veröffentlichten Fahrplan für den Umstieg und dessen Prüfung zu fragen.
15 Millionen Dollar für Forschung zum Quantenrisiko
Ein von BlackRock, Strategy und Coinbase gestütztes Konsortium hat laut CryptoTicker 15 Millionen Dollar für Arbeiten am Quantenrisiko zugesagt. Die Summe wird im Bericht als Hinweis darauf eingeordnet, dass große Verwahrer das Thema inzwischen als Betriebsrisiko mit Budget behandeln.
Für die Selbstverwahrung bleibt die Verantwortung beim Nutzer. CryptoTicker nennt als Reihenfolge: zuerst die Wiederherstellungsphrase sichern und prüfen, anschließend die Software aktualisieren und danach Bestände bewegen.
Ein Umzug auf neue Adressen erzeugt Transaktionen, die für steuerliche Nachweise dokumentiert werden müssen. Das BMF-Schreiben vom 6. März 2025 zu Einzelfragen der ertragsteuerlichen Behandlung von Kryptowerten legt für die Reihenfolge von Veräußerungen im Privatvermögen die Einzelbetrachtung zugrunde und lässt, sofern diese nicht möglich ist, die FIFO-Methode zu; sie ist walletbezogen.
| Quantum-Alliance-Bericht | Angabe |
| Gründung | 15. Oktober 2026 |
| Beteiligte Unternehmen | neun |
| Bitcoin mit offen liegendem öffentlichem Schlüssel | 6,04 Millionen Bitcoin |
| Anteil am Umlauf | etwa 30 Prozent |
| Ergänzende Angabe von TFTC | 30,2 Prozent |
| Google-Arbeit | 30. März 2026 |
| Geschätzte physische Qubits | unter 500.000 |
| Frühestes Modellfenster | März 2028 |
| Abstand bis zu diesem Datum | rund 17 Monate |
| Unterstützung des Konsortiums | 15 Millionen Dollar |
Infobox: Quelle: CryptoTicker. Die Quantum Alliance will Standards für Post-Quanten-Sicherheit schaffen. Im Mittelpunkt stehen 6,04 Millionen Bitcoin mit offen liegendem öffentlichem Schlüssel, eine Google-Schätzung von unter 500.000 physischen Qubits und ein Modellfenster ab März 2028; ein funktionsfähiger Quantenrechner wird im Bericht nicht genannt.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklungen markieren eine zunehmende Institutionalisierung und Professionalisierung der Blockchain-Branche: Regulierte Börsen, Zahlungsdienstleister und Handelsplattformen bauen ihre Infrastruktur systematisch aus. Entscheidend wird jedoch sein, ob daraus dauerhaft sichere, interoperable und regulatorisch belastbare Anwendungen entstehen.
Die Ethereum-Daten zeigen zugleich den Zielkonflikt zwischen wachsender Netzwerksicherheit und sinkender Rendite. Kapitalzuflüsse allein sind daher kein verlässlicher Beleg für eine nachhaltige Marktstärke. Die Mittelabflüsse aus Ether-ETFs und die Kursentwicklung unterstreichen die anhaltende Abhängigkeit von makroökonomischen Erwartungen.
Die Transfers mutmaßlicher Beute zu Tornado Cash verschärfen den Druck auf Börsen, Ermittlungsbehörden und Verwahrer, Transaktionsüberwachung und Geldwäscheprävention weiterzuentwickeln. Für die Akzeptanz digitaler Vermögenswerte bleibt die nachvollziehbare Trennung zwischen legitimer Privatsphäre und Verschleierung krimineller Gelder zentral.
Das Quantenrisiko ist derzeit kein akuter technischer Angriff, aber ein ernstzunehmendes Migrationsproblem. Besonders relevant ist, dass Sicherheitsstandards, Wallet-Software und Verwahrungsprozesse Jahre vor einem möglichen Durchbruch angepasst werden müssen. Für Nutzer sind sichere Wallet-Updates und der Verzicht auf Adresswiederverwendung die unmittelbar wichtigsten Maßnahmen.
Infobox: Die Branche gewinnt institutionelle Bedeutung, steht aber zugleich vor wachsenden Anforderungen an Regulierung, Sicherheit, Marktstabilität und technologische Zukunftsfähigkeit.
Quellen:
- Boerse Stuttgart Group erhält Blockchain-Lizenz
- MoneyGram geht einen weiteren großen Schritt auf der Blockchain mit dem XDC Network
- Solana-Kurs: Neues Risiko trotz wachsender Nutzung auf der Blockchain
- Blockchain.com führt Optionshandel für berechtigte Nutzer ein
- Ethereum: Exploit-Wallet bewegt Millionen
- Quantum Alliance: 6,04 Mio. Bitcoin mit offenem Schlüssel