Blockchain Banking: 5 Tipps zur Banking Revolution

Blockchain Banking – Chancen für die Banken oder für den Kunden?

Blockchain Banking

Die Blockchain-Technologie schafft es, fast jeden Lebensbereich zu durchdringen und zu verändern. Die nächste Revolution steht an, ähnlich wie bei dem Siegeszug des Internets. Gerade im Bereich der Banken und der Finanzen findet die Blockchain Anklang. Einst galt bei den Kryptowährungen das Credo: „Be your own Bank“, doch nun steht das Blockchain Banking im Mittelpunkt.

Wie kann Blockchain Banking das bisherige Banking revolutionieren?

Die Blockchain macht ein zentrales Register überflüssig. Die Technologie hinter Satoshi Nakamotos Erfindung, welche eine Kryptowährung wie Bitcoin erst möglich machte, wird auch als „Distributed Ledger“ bezeichnet. „Distributed“, weil sich die Blockchain auf keinem lokalen, zentralen Server oder Computer befindet.

Die Datenbank, mehr ist diese Aneinanderreihung von Blöcken letztlich nicht, verteilt sich über verschiedene Nodes. Diese Nodes speichern eine Version der Datenbank ab und synchronisieren sich miteinander. Das läuft ganz automatisch ab. Ein einzelner Block der Kette verweist dabei auf alle vorigen Blöcke. Damit wird es extrem schwierig, die Datenbank zu manipulieren.

Das Blockchain-Mining schützt durch den Proof-of-Work das System und verifiziert neue Transaktionen von selbst. Das Netz der Teilnehmer kontrolliert sich selbst, was die Transaktionen anbelangt, welche Zahlungen legitim sind und zeichnet von alleine die Daten der Teilnehmer auf. Damit entfällt für die Bank der Verwaltungsaufwand.

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Außerdem ist die Blockchain „trustless“. Das bedeutet nicht, dass man ihr nicht vertrauen kann. Stattdessen ist Vertrauen gar nicht nötig. Bei einer Transaktion zwischen zwei Parteien, die sich nicht vertrauen, sind keine Drittparteien zur Kontrolle nötig. Der Blockchain-Handel läuft neutral ab, so wie sie programmiert wurde. Außerdem sind die Daten transparent gespeichert. Jeder kann jederzeit die Blockchain-Infos selber einsehen.

  • Entgegen der Bezeichnung sind die meisten Kryptowährungen nicht so „krypto“. Man muss nur keine Personendaten angeben, um eine Blockchain-Coin versenden zu können. Daten zum Geldtransfer, Adress- und Senderdaten werden jedoch genau aufgezeichnet. Damit wird dem Banking eine zusätzliche Transparenz verliehen.

Schließlich wäre da noch der Umstand, dass Transaktionen Peer-to-Peer durchgeführt werden, also direkt von einem Nutzer zum anderen. Das war es unter anderem, was eigentlich eine Bank unnötig machen sollte. Anstatt alle Geldtransfers über eine Bank ablaufen lassen zu müssen, dafür Gebühren zu bezahlen und Tage auf eine Überweisung warten zu müssen, werden die Digitalwährungen innerhalb von Minuten oder Sekunden direkt von A nach B gesendet.

Kann Blockchain Banking auch für das althergebrachte Banking genutzt werden?

Als ein konkretes Beispiel können wir uns die Bitcoin-Bank „Bitwala“ anschauen. Bitwala bietet Banking an, bei dem man nicht nur seine eigenen Kryptowährungen verwalten kann, sondern auch normale Währungen.

Bitwala wird von der Bafin und der deutschen Bank beaufsichtigt und beweist damit, dass Blockchain Banking auch in den regulatorischen Rahmen des althergebrachten Bankings passt. Gleichzeitig wird das eigene Guthaben mit einer Blockchain-Wallet verbunden.

Die meisten Menschen jedoch, die sich selber nicht mit der Blockchain-Technologie oder mit dem Blockchain kaufen beschäftigen wollen, werden von der neuen Technologie wahrscheinlich nichts mitbekommen. Viele Unternehmen und Finanzinstitute werden sich für „Blockchain as a service“ (BaaS) interessieren.

BaaS erlaubt es Unternehmen, ohne großen Aufwand und hohe Einstiegskosten Blockchain-Technologien in ihre eigenen Strukturen einzubauen. Sie werden auch verhindern wollen, dass die Umstellung schwierig oder kompliziert für die Kunden wird.

Warum ist es so wichtig für „normale“ Banken?

Stattdessen werden für die Kunden Transaktionen schneller und günstiger. Ein Ziel bei der Erforschung der neuen Blockchain-Technologien ist es für die Banken, Kosten zu sparen und den Verwaltungsaufwand zu senken. Mit den Peer-to-Peer-Transaktionen können Geldtransfers wesentlich schneller ablaufen. Wichtig für die Banken sind auch die Transaktionen von einer Bank zur anderen.

Vor allem über Ländergrenzen hinweg stellen diese Art von Geldüberweisungen ein großes Problem dar. Geldinstitute müssen dafür eigene Konten einrichten, um Fremdwährungen annehmen und umtauschen zu können. Ripple ist eine Blockchain, welche dieses Problem lösen will, indem es seine Kryptowährung XRP als eine Art Schuldschein für den internationalen Zahlungsverkehr anbietet und dafür auch eine Blockchain-basierte Infrastruktur für den globalen Zahlungsverkehr anbietet.

Welche Blockchain-Banking-Anbieter gibt es?

Bitwala wurde bereits genannt. Bitwala bietet das erste deutsche Blockchain-Bankkonto an und zielt darauf ab, eine Brücke zwischen dem normalen Banking und der Blockchain zu schlagen. Mit Bitwala ist es möglich, die eigenen Kryptowährungen auf einem Euro-Account zu verwalten. Gleichzeitig verfügt Bitwala auch über dieselben Sicherheiten, die man von einem normalen Bankinstitut gewöhnt ist.

  • Die solarisBank stellt das kontoführende Institut und somit eine Einlagensicherung von 100.00 Euro. Nur die Kryptowährungen unterliegen nicht der Einlagensicherung. Bitwala bietet auch eine Banking App ab an, mit der man über das Smartphone auf das voll reguliertes Bankkonto zugreifen kann.

Die solarisBank macht sich mit ihrer „Blockchain-Factory“ für Blockchain-Dienstleister stark. Der Factory geht es darum, Banking-Dienstleistungen für Unternehmen zu entwickeln, die mit Kryptowährungen und Blockchain-Technologien zusammenhängen. Die solarisBank stellt dafür die Infrastruktur und die Lizenzen zur Verfügung, macht aber selber kein Banking auf Blockchain-Basis.

Neben Bitwala will die solarisBank in Zukunft auch „Automated Trust Accounts“ zur Verfügung stellen. Damit sollen internationale Handelsplätze von Kryptowährungen es leichter haben, Fiatwährungen zu kaufen.

Ripple (XRP) gilt als eine der wichtigsten und vielversprechendsten Kryptowährungen. Das gleichnamige Unternehmen baut mit hilfe der Kryptowährungen und Blockchain ein internationales Zahlungsnetzwerk auf, das es besonders den Finanzinstituten erleichtern soll, Gelder über Ländergrenzen hinweg zu transferieren.

Auch Stellar (XLM) baut eine ähnliche Plattform auf, richtet sich allerdings eher an die kleinen Leute. Mit dem Stellar-Netzwerk sollen die Menschen leichter miteinander Gelder austauschen können. Vor allem in der Dritten Welt soll Stellar dabei helfen, den „Unbanked“, die sich sonst kein Bankkonto leisten können, einen Zugang zum globalen Finanzmarkt zu verschaffen.

Wird die Blockchain-Technologie die Banken ersetzen?

Die ersten Bitcoin wurden mit dem Ziel geschaffen, Unabhängigkeit von den Zentralbanken zu erlangen, damit die Menschen wieder selber Herr über ihr eigenes Geld werden können. Dafür ist das dezentrale System aus Nodes da. Nun aber wollen die Finanzinstitute, die es einst zu bekämpfen galt, selber in Blockchain investieren und die neue Technologie für sich nutzen.

Es scheint so, als würde das Banking die Blockchain für sich vereinnahmen. Egal, wie man selber zu den Idealen der Kryptowährungen steht, kann das Interesse der Finanzinstitute auch von Vorteil für den Normalverbraucher sein. Auch die Bankkunden profitieren von schnelleren Transaktionen, mehr Transparenz und geringerem Verwaltungsaufwand.

Die meisten Menschen sind wahrscheinlich nicht daran interessiert, ihre Gelder selbstständig zu verwalten. Stattdessen werden sie lieber das Blockchain Banking nutzen, selbst wenn sie nichts von den dahinter liegenden Technologien verstehen. Vielleicht dauert es noch bis zur nächsten Generation Blockchain 3.0, wenn die Technologien sich weiterentwickelt und die Menschen sich an die Blockchain gewöhnt haben.

 

Bildquelle: © cegoh / Pixabay

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