Blockchain as a Service: 5 Fakten zum Blockchain Service

Blockchain as a Service – Nutzen und Chancen für Unternehmen

Blockchain as a Service

Die Blockchain ist auf dem Vormarsch und das Interesse der Unternehmen wächst, die neue Technologie für sich nutzen zu können. Doch gestaltet sich die Einbindung in die eigene Unternehmensstruktur nicht immer einfach.

Mit „Blockchain as a Service“ können Unternehmen die Blockchain-Technologien nutzen, indem sie ihnen als Cloud angeboten wird. Konzerne wie Amazon und Microsoft konkurrieren miteinander und wollen den besten Service liefern.

Was ist Blockchain as a Service?

Viele Unternehmen interessieren sich dafür, die Blockchain für sich zu nutzen, sei es als Geschäftsmodell, um Abläufe zu verbessern oder Daten zu speichern. Dabei stellen sich ihnen einige Hindernisse. Die Blockchains sind noch immer eine sehr neue Technologie, mit der sich nur wenige Mitarbeiter auskennen. Es gibt noch zu wenige Spezialisten, welche eine Blockchain programmieren, pflegen und richtig implementieren können.

Außerdem birgt die Implementierung der Blockchain auch einige Risiken, technische wie organisatorische. Beim Blockchain as a Service (abgekürzt: BaaS) wird die Blockchain von einem Anbieter als Cloud bereitgestellt. Die Kunden müssen sich nicht selber um die Implementierung kümmern, sondern greifen auf die Cloud-basierten Services der Anbieter zu.

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Oftmals geht es dabei um die Blockchain-Plattform Ethereum. Die Kunden können dann über die Cloud die eigene Blockchain-App anbieten, Smart Contracts laufen lassen oder die Blockchains zur Speicherung von Daten verwenden. Das Prinzip basiert auf dem „Software as a Service“-Model.

Wie arbeitet Blockchain as a Service?

Ein externer Anbieter richtet die Blockchain ein. Das beinhaltet die gesamte Infrastruktur und Pflege der Nodes, der verteilten Knotenpunkte des „Distributed Ledgers“. Für die Nutzung des BaaS zahlt der Kunde eine Gebühr, welche der Anbietet dafür verwendet, das komplexe Back-End der Blockchains laufen zu lassen.

Dem Anbieter kommen mehrere Aufgaben zu, die über das bloße Hosten der Blockchain hinausgehen. Dazu gehört das Bandbreitenmanagement und auch die Sicherheit, indem er zusätzlich vor Angriffen auf die Blockchain schützt.

Der Service kann zum Beispiel im Zusammenhang mit der Plattform von Ethereum genutzt werden. Ethereum erlaubt das Erstellen eigener Tokens, Smart Contracts und dApps (dezentralen Apps), welche sich in die Geschäftsmodelle von Unternehmen integrieren lassen. Das Unternehmen kann eine Kryptowährung entwickeln und sie für die eigenen Zwecke nutzen. Smart Contracts können dabei helfen, den Online-Handel zu automatisieren.

Der Kunde von Blockchain as a Service kann sich also auf alles Wesentliche konzentrieren, das mit seiner Tätigkeit zu tun hat, während sich der BaaS-Anbieter um die inneren technischen Aspekte kümmert.

Das Geschäftsmodell lässt sich mit dem des Webhostings vergleichen. Ohne das Webhosting müsste das Unternehmen selber die Server einrichten und Angestellte anheuern, die sich um die Sicherheit und die Wartung der Server kümmern etc. Stattdessen lassen sich diese Services an den Webhosting-Anbieter outsourcen.

Das Blockchain-Mining findet noch immer außerhalb des Blockchain as a Service statt. Das Mining wird von externen Minern ausgeführt. Auch die Entwicklung der Blockchain ist eigentlich nicht Sache der Anbieter. In der Regel werden Kryptowährungen und die ihnen zugrundeliegenden Blockchains nicht zentral entwickelt, sondern sind Open Source.

Beim BaaS werden weder der Anbieter der Cloud noch das Unternehmen die Blockchain kaufen, es geht lediglich um die Anbindung und Verwaltung der Infrastruktur. Auch die Blockchain Wallet wird nicht vom Provider entwickelt.

Warum BaaS?

Blockchain as a Service bietet mehrere Vorteile für beide Seiten. Das Unternehmen, welches sich für die Blockchain-Technologie interessiert, kann die Funktionen und Services erst einmal austesten, bevor es sich dazu entscheidet, sie möglicherweise selber zu hosten.

Kleinere und mittlere Unternehmen, welche es sich nicht leisten könnten, selber die Blockchain zu warten und für das Back-End zu sorgen, brauchen lediglich eine Gebühr zu zahlen. Für sie ist der Kosten- und Verwaltungsaufwand wesentlich geringer. Außerdem sind Experten für Blockchains noch immer rar, werden händeringend gesucht und sind teuer. Es gibt bislang nur wenige Experten, die auf mehrjährige Praxiserfahrungen im Bereich der Blockchains zurückgreifen können.

Für die Anbieter von BaaS bietet sich möglicherweise ein Milliarden-Geschäft. Der Research Analyst bei der Bank of America, Kash Rangan, hat errechnet, dass wenn nur zwei Prozent aller momentan sich online befindlichen Server als Blockchain-Knoten genutzt werden würden, der Markt ein Umsatzvolumen von sieben Milliarden Dollar einnehmen könnte.

Der Cloud-Markt im allgemeinen ist im Wachsen begriffen, Cloud-Angebote werden zunehmend nachgefragt. Daher erwarten Experten in diesem Bereich einen Boom, wenn die Blockchain-Technologie weiter reift und damit das Verlangen von Unternehmen, diese in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren.

Blockchains as a Service

Bildquelle: © geralt / Pixabay

Wie können Unternehmen Blockchain as a Service nutzen und davon profitieren?

Eine Blockchain lässt sich auf vielfältige Weise für diverse Aufgaben nutzen. Zum Beispiel können damit Transaktionen fälschungssicher aufgezeichnet werden, ohne dass eine zentrale Stelle zur Prüfung nötig wird. Die Blockchain wurde als ein fälschungssicheres Abrechnungsbuch konzipiert.

Informationen allgemein – letztlich ist auch eine Blockchain Coin nichts weiter als Informationen – werden direkt in den Block der Chain hineingeschrieben und dieser kryptografisch verschlüsselt. Alle darauffolgenden Blöcke enthalten dann ebenfalls diese Information, wodurch die gesamte Struktur nur äußerst schwer zu manipulieren ist.

Mittels BaaS können etwa Abstimmungen durchgeführt werden, Nutzerdaten lassen sich auf der Blockchain aufzeichnen und transparent verwahren. Die Transparenz könnte auch für Nutzer und Kunden interessant sein, da die Blockchain Info allen offensteht. Unternehmen können die Transparenz und die schnellen Zahlungen mittels eigener Kryptowährungen auch untereinander nutzen. Auch Micro-Payments sind mit der Blockchain sehr leicht möglich.

BaaS könnte ebenfalls in der Logistik eine Rolle spielen. Der Service besteht in diesem Falle darin, Daten beim Warenverkehr aufzuzeichnen und den beteiligten Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Gerade die „Blockchain 3.0“, bei der es um das Internet der Dinge geht, könnte entscheidend sein für die Einbindung der Blockchain-Technologien in den Warenverkehr. Der Tangle von IOTA ist hier der Vorreiter.

Konkrete Beispiele wären etwa die Überwachung der Lebensmittel, von der Ernte bis zur Auslieferung und dem Verkauf im Supermarkt. Nicht jeder Beteiligte innerhalb dieser langen Lieferkette können es sich leisten, sich selber um die Implementierung einer Blockchain zu kümmern.

Ein anderes Beispiel wurde bereits genannt: Ethereum und weitere Smart Contract-Plattformen wie EOS, NEO oder Cardano. Das sind Plattformen, welche die Programmierung von „intelligenten Verträgen“ und dezentralen Applikationen ermöglichen. Letzteres sind Open Source Programme auf der Basis der Blockchains.

Auf diesen Plattformen lassen sich eigene Währungen erstellen, die zum Bezahlen unterschiedlichster Services genutzt werden können. Smart Contracts lassen sich gut in Online-Shops integrieren. Mit ihnen ist es möglich, auf der Blockchain-Handel zu treiben. Sie besitzen darüber hinaus noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Dann gibt es noch das Cloud-Computing und Oracle-Dienste. Beim Cloud-Computing wird ungenutzte Rechenleistung über die Cloud verteilt. Nutzer können Rechenleistung von anderen Rechnern einkaufen oder selber zur Verfügung stellen. „Oracle“ ist ein Service, bei dem Vorhersagen aufgrund von Wahrscheinlichkeiten erstellt werden. Damit lassen sich zum Beispiel Bewegungen an den Finanzmärkten vorhersagen.

Neben dem Internet der Dinge kann Blockchain as a Service in Zukunft noch für Big Data und Machine Learning verwendet werden. Die Möglichkeiten sind im Grunde so vielfältig, wie es Anwendungsfälle für die Blockchain gibt.

Welche Provider für Blockchain as a Service gibt es?

Microsoft und ConsenSys arbeiten zusammen, um die Ethereum-Plattform als BaaS anzubieten. Das Projekt nennt sich „Microsoft Azure“. Es gibt noch weitere Anbieter, zum Beispiel Amazon. Amazon ermöglicht es, einen Agenten zu erstellen, der alle notwendigen Ressourcen automatisch bereitstellt. Dann wäre da noch das „Hyperledger Fabric“, ursprünglich von IBM und Digital Asset ins Leben gerufen. Mittlerweile hat die Linux-Foundation das Hosting des Hyperledger Fabric übernommen.

Weitere Beispiele sind SAP und Oracle. Der deutsche Softwarehersteller SAP SE unterstützt mit seinem BaaS die Entwicklung von Anwendungen mit Blockchain-Funktionen. Der US-amerikanische Softwareentwickler Oracle hatte zuvor Dienstleistungen im Bereich SaaS und PaaS (Platform as a Service) angeboten und beschäftigt sich nun ebenfalls mit BaaS-Lösungen.

IBM Blockchain Platform

Die IBM-Cloud wird nach Angaben des IT-Unternehmens bereits von hunderten Unternehmen auf der Welt für Blockchain-Anwendungen genutzt. Zu den Kunden gehören die dänische Unternehmensgruppe Maersk, welche vor allem in der Logistik und in der Containerschiffsreederei tätig ist. Außerdem gehört dazu der Handelsriese Walmart.

Walmart verpflichtet seine Zulieferer dazu, die Produktdaten auf der Plattform aufzuzeichnen. Somit lässt sich die Lieferkette eines Produktes nachvollziehen. Erste Tests haben ergeben, dass Walmart damit innerhalb von Sekunden genaue Daten zu einem Produkt erhalten kann. Normalerweise würde dieser Vorgang rund sieben Tage dauern. Die Hersteller Nestlé und Unilever nutzen die Anwendungen von IBM, um damit die Sicherheit zu erhöhen.

Die Funktionen der Plattform basieren auf dem Hyperledger-Fabric-Framework und dem Hyperledger-Composer-Blockchain-Tool. Beide werden mittlerweile von der Linux-Foundation als Open Source angeboten. Mithilfe von speziellen APIs lassen sich die Blockchain-Funktionen auf die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen.

Die Smart Contracts sind in Java und Golang geschrieben. Eine Plug-in-Architektur soll die Einbindung der Blockchain-Anwendungen erleichtern. Gleichzeitig entwickelt IBM Research selber einen Konsensalgorithmus sowie eigene kryptografische Methoden und Datenschutzmaßnahmen für eine hohe Sicherheit.

Microsoft Azure

Bereits 2015 setzte sich Microsoft mit ConsenSys zusammen, um Microsoft Azure zu entwickeln. ConsenSys ist ein kanadisches Startup, das sich mit der Entwicklung von dezentralen Apps (dApps) beschäftigt. Dabei kommt vor allem die Ethereum-Blockchain zum Einsatz. Das Ziel von Azure ist es, Unternehmen und Entwicklern eine Umgebung zu schaffen, auf der sie selbst mit Blockchain-Technologien experimentieren können.

Dafür wird ihnen eine Cloud-basierte Blockchain-Umgebung geschaffen, die bereits über fertige Anwendungsmöglichkeiten verfügt. Die Unternehmen können hier verschiedene Funktionen zuvor testen, ohne selber etwas investieren zu müssen. Außerdem können sie private oder öffentliche Blockchain-Anwendungen erstellen und auf Azure hochladen.

Mit der „Workbench“ können Nutzer in kurzer Zeit eigene End-to-End-Blockchain-Anwendungen entwickeln. Der Azure Ressource Manager stellt dabei Tabellen und Netzwerkkonstruktionen bereit und hilft auch bei der Integration in das Blockchain-Netzwerk. Microsofts eigene KI Cortana steht dem Nutzer als Assistenzsystem zur Verfügung.

Amazon Web Services

Amazon ist einer der größten Cloud-Anbieter der Welt und erweitert sein Angebot mittlerweile auch um die Blockchain as a Service. „Amazon Web Services“ nennt sich der Cloud-Service von Amazon. Mit AWS sollen Kunden innerhalb weniger Minuten eine Blockchain-Infrastruktur aufbauen können.

  • Diese Infrastruktur soll entweder auf der Hyperledger Fabric basieren oder auf Ethereum. Beide sind Open Source, Kunden bezahlen bei der Nutzung von AWS für die Ressourcen, die für die Blockchain-Infrastruktur bereitgestellt wird.

Zum Beispiel bietet AWS Blockchain-Vorlagen an, auch „Templates“ genannt. Damit können Kunden auch Blockchain-Netzwerke erstellen. Nutzen sie dafür die Templates, dann werden die nötigen Ressourcen in AWS automatisch erstellt. Amazon nennt diesen Service „Managed-Blockchain-Service“, ähnlich wie die Managed-Server beim Webhosting, bei denen der Webhoster die Wartung und Sicherheit der bereitgestellten Server übernimmt.

Außerdem betreibt Amazon noch eine Quantum Ledger Datenbank. Hierauf lassen sich zentral Daten speichern und sicher aufbewahren. Der Service eignet sich für die Logistik, Finanzen, Versicherungen und Personaldaten, vor allem wenn dabei mehrere Parteien auf eine vertrauenswürdige Instanz angewiesen sind.

 

Bildquelle: © geralt / Pixabay

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