Bitcoin Blockchain Size - Wird die Größe zum Stolperstein für das Web 3.0?
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Bitcoin Blockchain Size – Wird die Größe zum Stolperstein für das Web 3.0?

Bitcoin Blockchain Size

Der Bitcoin hat uns eine revolutionäre neue Technik beschert: die Distributed Ledger. Mit dem dezentralen Kontobuch hat die digitale Ökonomie das richtige Werkzeug in der Hand, um das Web 3.0 und das Internet of Things umzusetzen. Schade nur, dass gerade die Leitwährung der Kryptobranche seine Versprechen noch nicht in vollem Maße umsetzen kann.

Das BTC Netzwerk kann derzeit gerade mal 7 Transaktionen pro Sekunde (tps) verarbeiten und hinkt damit dem Bedarf hinterher. Der Handel reagiert auch dementsprechend sensibel darauf. Die Blockchain Size, die mit 197 Gigabytes in das Jahr 2019 gestartet ist, gilt dabei als die technische Herausforderung, die gelöst werden muss.

An der Frage, wie die Lösung aussehen soll, scheiden sich derzeit die Geister und sie ist für das Überleben der Branche entscheidend. Grund genug für uns, hier etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Die Größe zählt: Wo kann man die volle Bitcoin Blockchain Size sehen?

Wenn du daran denkst, ein Asset der Bitcoin-Blockchain kaufen zu wollen, ist eine gute Informationsbasis dein wichtigstes Tool. Auf blockchain.com kannst du alle wichtigsten Daten und Fakten zur Blockchain Info finden.

Ein Blockchain-Coin lebt davon, dass eine große Zahl an Usern den Code in sogenannten Nodes installiert hat. Sie sind der Kern und das Rückgrat des gesamten Netzwerkes. Die Nodes übernehmen zwei wesentliche Aufgaben:

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  • Sie speichern alle bisherigen Transaktion als Kette von verschlüsselten Blöcken.
  • Sie genehmigen die Speicherung neuer Transaktionen, d. h. sie sorgen für die Validation neuer Blöcke

Je mehr User einen Node betreiben und ihn auch 24/7 online haben, desto sicherer ist die gesamte Plattform. Der enorme Boom der letzten Jahre spiegelt sich auch im Anstieg der aktiven Nodes wieder:

Anzahl Full Nodes Jahr
60.000 2015
45.000 2016
50.000 2017
90.000 2018
100.000 Anfang 2019

Ob ein privater User oder ein Startup einen Node betreibt, hängt aber stark vom Aufwand ab. Hier spielt die Blockchain Size eine entscheidende Rolle. Um das zu veranschaulichen, wollen wir hier ein wenig die Phantasie spielen lassen.

Eine kleine Utopie: Was ist das Problem der Bitcoin Blockchain Size?

Die Zukunft der digitalen Ökonomie ist bargeldlos und der BTC kann darin eine wesentliche Rolle übernehmen – darin sind sich mittlerweile alle einig. Klar ist aber auch, dass noch einige Hausaufgaben zu erledigen sind.

Laut dem World Payment Report 2018 steigt die Zahl der Non-Cash Transactions jährlich um 10 bis 30 % an und wird 2020 über 700 Milliarden Transaktionen pro Jahr betragen. Eigentlich der optimale Nährboden für das Wachstum des Bitcoins, oder? Ein kleines Zahlenbeispiel zeigt aber, warum es derzeit noch Utopie ist, dass die aktuelle digitale Leitwährung die globale bargeldlose Zukunft tragen kann.

1 Transaktion 700 Milliarden Transaktionen
Aufwand im Bitcoin Netzwerk 250 Bytes 175 Terabytes

Damit der BTC alle bargeldlosen Zahlungen verarbeiten soll, muss jeder Node also jährlich zusätzlich 175 Terabyte speichern und verarbeiten können – ein erheblicher Unterschied zu den 197 GB Anfang 2019. D.h. jeder User, der einen Node betreibt, muss jährlich rund € 20.000 investieren (auf Basis der aktuellen Preise für Festplatten und RAM), damit seine Hardware damit umgehen kann und das Netz stabil bleibt. Damit sind wir auch sehr rasch am Boden der Realität gelandet.

Bitcoin Blockchain Size – Das Wachstum 2017 , 2018 und 2019

Die ausgeklügelte Mechanik des Bitcoins hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Das trägt natürlich zur Stabilität und zum Vertrauen in das Netzwerk bei, zeigt aber auf der anderen Seite, dass wesentliche technische Herausforderungen noch ungelöst sind.

Abgesehen von der Proof-of-Work Difficulty, die für das Mining wichtig ist, sind vor allem die Blocktime und die Blockgröße für die Leistungsfähigkeit einer Kryptowährung ausschlaggebend. Beim BTC werden alle 10 min neue Blöcke verschlüsselt, die aber eine maximale Größe von nur 1 Megabyte haben dürfen. Bedenkt man noch, dass jede Überweisung rund 250 Bytes benötigt, wird die aktuelle Beschränkung von 7 tps klar.

Dennoch wächst die Blockchain Size kontinuierlich und damit auch die Herausforderungen für Node-Betreiber:

Quartal Blockchaingröße
Q1 2017 108 Gigabytes
Q1 2018 162 Gigabytes
Q1 2019 210 Gigabytes

Der Handlungsdruck ist im Grunde schon seit einigen Jahren bekannt und die erfolgversprechendsten Lösungsansätze liegen bereits auf dem Tisch. Es fehlen allerdings die notwendigen Entscheidungen in der Community.

Größer oder kleiner: Wie wird der Bitcoin überleben?

Die Frage spaltet im wortwörtlichen Sinn die Community und der Druck hat vor allem aufgrund des Booms weiter zugenommen. Durch die Beschränkung der Blockgröße können aktuell nicht mehr alle Transaktionen bearbeitet werden und müssen auf später verschoben werden. Im Zuge dessen steigen auch die Kosten, vor allem wenn eine Transaktion höhere Priorität haben soll.

Im Kern wurden zwei Lösungswege diskutiert, die allerdings auch unterschiedliche Probleme angehen und unterschiedliche Konsequenzen haben:

  • Vergrößern: Die aktuelle Blockgröße von 1 Megabyte erhöhen und damit schnell mehr Transaktionen pro Sekunde ermöglichen.
  • Verkleinern: Die Blöcke verkleinern und langfristig eine zusätzliche Netzwerk-Schicht etablieren, um die Anforderungen für Node-Betreiber im Rahmen zu halten und dennoch alle Überweisungen im Netz zu speichern.

Die Vergrößerung der Blockgröße kann nur eine kurzfristige Lösung für die Blockchain Size sein. Es werden damit zwar aktuelle Engpässe aufgefangen, aber langfristige Probleme geschaffen. Die Infrastrukturkosten für Node-Betreiber werden unverhältnismäßig hoch.

Die Mehrheit der BTC Community hat sich daher für einen Mittelweg entschieden: Die aktuelle Größe wird mit 1 Megabyte beibehalten und zusätzlich wird ein 2nd Layer-Network geschaffen. Da diese Lösung erst langfristig Wirkung zeigen wird, haben sich die Verfechter der “Vergrößerung” mit dem Bitcoin Cash einen eigenen Coin realisiert. Der klassische Bitcoin setzt dagegen auf das neue Lightning-Netzwerk.

Was ist ein Offchain Layer im Bitcoin Netzwerk?

Das Konzept der distributed ledger hat von Beginn an sehr viel Begeisterung ausgelöst. Dabei ist aber schnell eine Frage aufgetaucht, die ungelöst blieb: Muss wirklich der Verkauf jeder Milchkanne im Netzwerk unwiderruflich abgespeichert werden?

Joseph Poon und Thaddeus Dryja haben der Community bereits 2015 eine Lösung dafür präsentiert: Schaffen wir eine zweite Schicht, die als Offchain Layer funktioniert und das Hauptnetz entlastet. Die Grundidee ist einfach aber technisch schwierig umzusetzen:

Zwei Parteien vereinbaren, einen sogenannten Payment-Channel zu eröffnen. Dabei installieren sie ein Multisigned Blockchain-Wallet (damit beide darauf zugreifen können) am Hauptnetz und deponieren eine bestimmte Menge an Coins darin. Nun können sie Transaktionen abwickeln (im Ausmaß des Betrages, der im Wallet ist), ohne das eigentliche Netz zu belasten. Jeder der beiden Partner kann zu jedem Zeitpunkt den offenen Saldo abrechnen lassen und erst damit kommt die Blockchain wieder ins Spiel.

Damit das aber im großen Stil wirksam ist, können unterschiedliche bidirectional Paymentchannel in einem eigenen Netzwerk verbunden werden. Dieses zweite Netz muss aber selbstverständlich auch abgesichert werden, damit die Integrität des dezentralen Kontobuchs gewährleistet bleibt. Diese neue Entwicklung ist in den letzten Jahren als Lightning Net heiß diskutiert und Anfang 2018 gestartet worden.

Bitcoin Blockchain-Size

Bildquelle: © Designer-kottayam / Pixabay

Kann das Lightning Netzwerk das Bitcoin Blockchain Size Problem lösen?

Startups sind in der Kryptobranche, neben der unabhängigen Entwickler-Community, die wichtigsten Impulsgeber. Ihre Leistung ist es vor allem, die neuen technischen Möglichkeiten mit funktionierenden Business Cases zu verbinden und damit den Markt zu beleben.

Auch bei der Entwicklung des Lightning-Konzeptes sind es die innovativen Unternehmen, die die Umsetzung in die Hand genommen haben. Allen voran sind vor allem zu nennen:

  • Blockstream,
  • Lightning Labs und
  • ACINQ.

Ihnen ist es gelungen, die neue Technik innerhalb eines Jahres zu etablieren. Mitte 2018 waren in der Branche noch die Warnungen, die Technologie nicht am Mainnet einzusetzen, in der Überzahl. Mittlerweile sind die Offchain Layer allerdings weit verbreitet.

Vor allem LN von Blockstream ist rasant gewachsen und verfügt Anfang 2019 über knapp 1.100 BTC im Netz sowie über 7300 Nodes und 40.000 Zahlungskanäle. Ausschlaggebend dafür war vor allem auch die #Lightning Torch-Kampagne. Mit dem Slogan „Lightning Network Trust Chain“ konnten zahlreiche neue Nutzer sowie Unterstützer gewonnen werden, darunter auch die CEOs von Binance und Twitter.

Die wachsende Beliebtheit sorgt auch dafür, dass die Infrastruktur ausgebaut wird. Mit ION hat Radar, ein Startup aus Denver, eine spannende Anwendung veröffentlicht. ION versteht sich als Einstiegshilfe und bietet vor allem die Möglichkeit, Informationen und Erfahrungen direkt im Netz zu sammeln ohne bereits investieren zu müssen.

Zurzeit kann die 2nd Layer-Technologie die Nachteile der Bitcoin Blockchain Size noch nicht voll ausgleichen. Ein Jahr nach dem öffentlichen Start ist die Akzeptanz in der Nutzer-Community allerdings bereits sehr groß und wächst auch weiter. Die Technologie hat damit gezeigt, dass sie in der Lage ist das Problem zu lösen. Offen bleibt, ob es schnell genug passiert.

Fazit: Wie sieht die Zukunft des Bitcoin und der Blockchain Size aus?

Die digitale Wirtschaft ist mittlerweile keine Utopie mehr: Glasfasertechnik und 5G-Mobilfunk liefern bereits die nötigen Übertragungsraten und die Verschlüsselungstechnologie der Blockchain ist grundsätzlich als Lösung bereits etabliert. Offen ist allerdings, welches Kryptonetzwerk hier die Nase vorn haben wird.

Alle großen Plattformen kämpfen derzeit damit, die technische Basis so schnell als möglich aufzurüsten und auch die Ethereum Blockchain Size hat hier noch einige Umbauarbeiten vor sich. Jüngere Projekte, wie HPB oder IOTA, haben die Gunst der späten Entwicklung genutzt und sind von Beginn an für große Transaktionsmengen ausgelegt.

Der Preis für den ersten Platz in diesem Rennen ist auch ziemlich attraktiv: Der sichere und vor allem kostengünstige bargeldlose Zahlungsverkehr ist ein zentraler Schlüssel des Internet of Things – wer ihn in der Hand hat, steht in der ersten Reihe der neuen Internet Economy.

Der Bitcoin hat trotz aller technischen Schwächen und seiner Nachteile durch die Blockchain Size zwei entscheidende Vorteile: Er war der erste und er ist immer noch der erste. Das Vertrauen in ihn ist derzeit noch ungebrochen. Das wird sich aber ändern, wenn er seine technischen Probleme nicht lösen kann.

Für uns bleibt diese Frage auf jeden Fall weiterhin spannend und wir werden euch am Laufenden halten, wie sich der Krypto-Markt weiterentwickeln wird.

 

Bildquelle: © geralt / Pixabay

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